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Samstag, April 18, 2020

Corona Chronicles - 10.-19.April 2020

Samstag, 18. April 2020 - Questa e la vera acqua santa (Papst Franziskus)

Papst Franziskus: das neue Weihwasser:  Das sind ja ausnahmsweise gute Nachrichten in den Zeiten der Entbehrungen - wir dürfen nicht zur Arbeit gehen, müssen soziale Kontakte reduzieren, - ok, in die Baumärkte dürfen wir schon -  und sind gezwungen die eigene Wohnung, das eigene Heim zum Home Office (???), also zum eigenen "Innenministerium" (im Deutschen schreibt man es Homeoffice, international nennt das "Fernseharbeit"😀 - teleworking ) zu machen.

Da kommt ja die Nachricht, Whisky sei das eigentliche "Weihwasser", doch gerade recht. Gesagt haben soll des Papst Franziskus, als er am 15. April von Priesteramtskandidaten eine Flasche Whisky überreicht bekam. Es soll die Marke Oban 14  Years gewesen sein. Er bedankte sich mit den Worten "Questa e la vera acqua santa", laut  katholisch.de. Allerdings soll der Vatikan dieses Zitat sofort zensiert haben, laut THE TIMES vom 15. April 2020

Also, genießen wir ein Gläschen "Weihwasser", oder auch zwei, und trinken auf  Papst Franziskus. Na ja vielleicht doch nicht, denn wir sollten gemäß dem englischen Theologen John Henry Newman, zuerst auf  das Gewissen, und dann auf den Papst. "I toast the Pope, but I toast conscience first".

Also dann:

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Anmerkung. Mit desem Satz beendete er seinen Brief an den Herzog von Norfolg mit den Worten: "I add one remark. Certainly, if I am obliged to bring religion into after-dinner toasts, (which indeed does not seem quite the thing) I shall drink—to the Pope, if you please,—still, to Conscience first, and to the Pope afterwards.". [Source: Newman Reader ]. Übrigens heißt Whisky in der gälischen Sprache Uisge Beatha und bedeutet übersetzt Water of Life = Lebenswasser, also haben Weihwasser und "Lebenswasser" - seelische und physische Gesundheit, in Zeiten von Corona ganz wichtig - Gemeinsamkeiten. Also glauben wir einfach Papst Franziskus.

Freitag, 17. April 2020

Heute nur eine kleine kleine Presseschau von heute, meist bezogen auf die Frankfurter Allgemeine Zeit vom 17. April 2020.

Inland: Der Druck auf die Regierungen -. Bund und Länder - endlich einen Fahrplan für die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen und mögliche Öffnungen für diverse Geschäfte. Dabei wir auch immer wieder der Zusammenhang mit Einschränkungen der Grundrechte durch die Politik thematisiert. So argumentiert Reinhard Müller (Schonräume schützen), bisher herrschte eine große Akzeptanz in der Bevölkerung. Es dürfe auch kein komplettes Versammlungsverbot geben. 

Erste Änderungen wurden ja am Mittwoch, 15. April 2020, beschlossen. Momentan seien vor allem die Kirchen darüber sehr enttäuscht, weiterhin keine Gottesdienste anbieten zu können, vor allem weil es ja um einen pastoralen Auftrag und Seelsorge gehe (Daniel Deckers, Katholiken enttäuscht). Laut Japser von Altenbockum (Wie geht es weiter?") fehle der Politik etwas, nämlich das "Weise-Moment. Er fragt:"Wo ist dieses Moment heute, wo ist Politik, die ein Gefühl des Machbaren vermittelt?. Als Beispiel nennt er die geforderte Tracking-App, die immer noch "Schneckentempo entwickelt werde". Hier habe sich der Datenschutz in sein Gegenteil verkehrt, er schütze nicht, sondern gefährde.

Das Thema Öffnung der Schule nimmt ebenso breiten Raum ein. Siehe Reiner Burger, Timo SteppatWie soll das gehen? und Heike Schmol, Viele Vorschläge, aber wenig Konzepte. Vor allem die schwierige Frage der Kinderbetreuung würden offen gelassen.

Ausland: Der F.A.Z. Leitartikel: Mehr als 22 Millionen Arbeitslose in Amerika binnen vier Wochen schildert die schlimme Lage in den USA. Zudem hat bereits Proteste gegen Ausgangssperren gegeben.  Friederike Böge, Majid Sattar, Suche nach Ablenkung. Die Auffassung, dass das Virus Chinas eigenen Labors stamme,  werde immer noch verbreitet, vor allem von Fox News.. Neben den afroamerikanischen und spanisch sprechenden Bevölkerung seien vom Corona Virus betroffen. In der Reservaten sei es besonders schlimm, schreibt Christiane Heil (Vielen bleiben nur Gebete und Salbei). Zudem gehe in den Reservaten das Geld aus.         


Donnerstag, 16. April 2020

Kurzer Nachrichtenüberblick: Gestern fand die langerwartete Konferenz der Kanzlerin Angela Merkel und den Länderchef statt, um eine mögliche Lockerung und Ausstiegsszenarien zu besprechen. "Bund und Länder für geringe Lockerungen", meldet die F.A.Z vom 16.April 2020. Kleinere Läden, Bibliotheken, Zoos und botanische Gärten wieder offen stehen, aber unter den bisherigen Hygienebedingungen. Schulen bleiben wohl bis zum 2. Mail geschlossen. Es gibt also ein bisschen mehr Klarheit. Siehe dazu auch "Wann Schulen und Kitas wieder öffnen" auf faznet.de vom 16. April 2020. Kitas bleiben weiter geschlossen. Grundsätzlich herrsche Einigkeit über die Reihenfolge, jedoch mit einigen Unterschieden. In Baden-Württemberg soll der Unterricht am 4. Mail beginnen, stark eingeschränkt und erst mal nur für Prüfungsklassen.

14. April 2020 - Ostern, und was kommt danach?  

Ein gewöhnliches und auch bisher einmaliges Ostern im Jahre 2020 ist vorbei. Das Wetter meinte es doch gut mit. Viele Menschen in Deutschland konnten ihren Wohnungen verlassen und draußen die warme Frühlingssonne genießen. Die meisten hielten sich auch an die Restriktionen. Allerdings wurde nirgends Entwarnung gegeben, auch sich die Ansteckungsszahlen in Deutschland nur noch alle 18,1 Tagen verdopple, wie es gestern hieß.

Dennoch, die Lage ist nach wie vor angespannt. Kein Wissenschaftler oder Politiker wagt dazu, wenn die Krise vorbei sein wird. Der Druck auf ein mögliches Ausstiegszenario für die Zeit nach dem Lock-Down wird täglich größer. Mehr und mehr Stimmen sprechen sich einen Plan für den Ausstieg aus der Krise, denn die Lockerung der aktuellen strengen Bestimmungen von der Politik verordnete  Eindämmung der Ansteckungsgefahr "wird absehbar schwieriger als das abrupte Herunterfahren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens". (Jv.Altenbockum in der F.A.Z vom 14. April 2020). Besonders Armin Laschet hat immer wieder gefordert, man brauche eine Exitstrategie. Erneut  betonte er die Notwendigkeit es Fahrplans. (F.A.Z 14. April 2020).

Die politische Debatte über eine Lockerung der getroffen Maßnahmen rückt mehr und mehr in den Focus der Politik. Einen ersten zu einem Ausstieg, vorgelegt von Wissenschaftlicher der Leopoldina mit dem Titel Die Krise nachhaltig überwinden am Wochenende veröffentlicht. Unter anderen werde vorgeschlagen teilweise die Schulen und den Einzelhandel wieder zu öffnen. (F.A.Z. v. 14. April 2020). Die Eingriffe des Staates in die Grundrechte seien gewaltig, und auch nachvollziehbar. Deshalb sei es aber "...geboten, über Alternativen und Lockerungen nachzudenken, ohne das Schutzziel aus den Augen zu verlieren. Alle Maßnahmen müssten verhältnismäßig sein. Das betreffe ganz besonders die Schulen. Sie sollten langsam wieder geöffnet werden. (Der lange Weg zurück, F.A.Z v. 14. April 2020).

   
Weitere interessante Artikel der heutigen Ausgabe der F.A.Z. .
"Wir geben in keiner Weise Entwarnung",   eine Interview mit dem Präsidenten der Leopoldina Georg Haug. Er empfiehlt eine schrittweise Lockerung, aber ohne auf Schutzmaßnahmen zu verzichten - Masken, Abstand-Halten, Mund-Nasen-Schutz. Kleinere Veranstaltungen und das Öffnen von Gastronomie könne man sich vorstellen. In dem Artikel   

In seinem Artikel "Es ist die Hölle" berichtet Majid Sattar, nach New York sei Chicago der nächste Hotspot in den USA.

Danone Chef warnt vor Hungernöten. Der Mangel an Lebensmittel vor allem in den Entwicklungsländern werde verheerende Folgen haben. Man müsse sich mehr um nachhaltige Ziele kümmern.

Interessant auch das Interview mit Oliver Steil, Vorstandschef von Teamviewer. Teamviewer scheint von der Krise zu profitieren.

Sonntag, April 12, 2020

Corona: Leben in der Krise 5 - Ostern

Sonntag, 12. April 2020 - Ostern einmal anders

Ostern ist das wichtigste Fest im liturgischen Jahreskreis der Kirche. Mit der Erinnerung an den Einzug in Jerusalem beginnt die letzte Phase vom Leiden und Sterben Jesu, vermutlich die älteste und erste Quelle mündlicher Überlieferung, bevor die "Zeugen der zweiten Generation" diese und andere Überlieferungen redaktionell überarbeiteten und schriftlich zusammenfassten, in den Evangelien,  beginnend mit Markus, über Matthäus und Lukas zum jüngsten Evangelium des Johannes. Alle vier "Berichte" zeigen erstaunliche Gemeinsamkeiten. Es waren Frauen, die Zeuginnen für die Auferstehung wurden, als sie das leere Grab entdecken (Mt 28,1-8; Mk  16,1-8, LK 24-12 - am Anschluss daran Begegnung der Emmaus-Jünger bei Lk 24-35 und schließlich der für mich ergreifendste Bericht  über die Trauer Maria Magdalenas am Grab Jesu. Er war es der sie zum "Leben" erweckte. Nun ist dieser Mensch tot, und hat ihr neues Leben erneut verloren. Weinend am leeren Grab sitzen, ist sie immer noch verhaftet in der Vergangenheit. Dann plötzlich erkennt Sie Jesus in dem Moment, als sie bei ihren Namen ruft. Auferstanden erkennt, als dieser sie beim Namen ruft und sich ihr zeigte, aber auch sie nicht festzuhalten - "noli me tangere", übersetzt "halte mich nicht fest"!, m.a.W. halte mich nicht fest als der, der ich war. So hat sie erfahren, dass Jesus lebt-


Aber in diesem, Jahr ist Ostern anders. Wir sind notgedrungen sozial distanziert, vermissen die Gemeinschaft und die Begegnung in der Liturgie, der Verkündigung, notgedrungener-weise aufgrund von  Covid-19. Vorm Bildschirm nicht so wunderbar geborgen, überschreibt Hannes Leitlein seiner Artikel (Die Zeit vom 12. April 2020). Für viele Christinnen ist der digital gestreamte Gottesdienst kein wirklicher Ersatz. Es sei eben nicht dasselbe. Im diesem Jahr sei das Ostern der verriegelten Türen für viele nichts. Dabei erinnert der Autor an den schon vor Tagen gespendete Orbi" Segen - ein eindrückliches Bild des Papstes an einem düsteren und regnerischen Tag auf einem menschenleeren Petersplatz. "Deutschland setzt Grundrechte nicht willkürlich aus, sondern allein, um größeren Schaden abzuwenden. Das unterscheidet diesen Rechtsstaat von einer Diktatur, die jetzt schon wieder manche heraufbeschwören", meint Hannes Leitlin. So sehr das jetzt viele Menschen bedauern, obwohl sie die Maßnahmen des Staates durchaus befürworten, um so sehr schmerzen die die ausgefallen Gottesdienste, weil man vielleicht jetzt erst merkt, was da eigentlich verloren geht, und vielleicht verloren gehen könnte, obwohl ja immer weniger Menschen in die Kirche gehen. Verloren gehen könnte, dass Woche für Woche Menschen zusammen kommen, auf der Suche Trost, Gnade, Vergebung. Diese Menschen vertrauen sich guten Mächten an und widmeten sich den Bitten anderer. "Wir teilen sonst oft nicht viel, aber wir teilen unser Innerstes, unsere Verletzlichkeit, Bedürftigkeit, unser Misstrauen und unsere Unzulänglichkeiten. Berührt zu sein ist eben etwas anderes, als berührt zu werden."
Christus ist erstanden - Halleluja

Live Solemn Mass of Easter Sunday and “Urbi et Orbi” Blessing from Vatican | Easter | Pope Francis


 

Freitag, April 10, 2020

Corona: Leben in der Krise 4.2 - Karfreitag: Der Tod Jesu

Freitag, 10. April 2020 - Gedanken zum Karfreitag

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Der Karfreitag als Gedenken des Leidens und Sterbens Jesu fällt quasi aus. wie auch seit Wochen die keine Gottesdienste mehr gehalten werden. Wir müssen zuhause bleiben,  ohne die tragende Gemeinschaft der versammelten Gemeinde. In dieser sozialen Distanz zeigen wir paradoxerweise Solidarität und Nächstenliebe, auch im Leid über bereits gestorbenen Menschen. 

Nach dem Abendmahl. wird Jesus verhaftet, (Joh 18,1-12  und dann dem Hohen Priester geführt Hannas geführt (18,12-27). Hier eine Aufnahme der Leidensgeschichte. gelesen von Ben Becker. 


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Rezitation: Ben Becker / Malerei: Wilhelm Morgner / Musik: Zero Tolerance Band /


In Jesu Tod dürfen wir uns wieder finden und getröstet wissen in unserem persönliche Leid. Aber nicht, weil er "gehorsam war bis zu seinem Tod" oder gestorben sei "für unsere Sünden." Welcher Vater würde das von seinem Sohn verlangen. Jesus "nahm sein Kreuz auf sich, in letzter Konsequenz hinsichtlich seiner Aufgabe, den Menschen wahrhaft zu zeigen wie Gott ist. Letztlich war es seine eigene Entscheidung. Insofern war er sich selbst gehorsam. Darin zeigte er sich zeigte er sich als wahrer Mensch. 

Jesus stirbt auf brutalste und schrecklichste Weise, aber nur noch physisch leidende, denn er weiß Gott =Abba an seiner Seite, auch wenn die Evangelisten Markus und Matthäus ihn am Kreuz hängend beten lassen "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen." (MK, 15,34; Mt 27,46)

Dieser Psalm sei nicht nur ein Gebet aus tiefer Leideserfahrung, sondern thematisiere das Thema "Beugung und Erhöhung" als typisches Heilshandeln Gottes (A. Deissler). Es erinnert an die Not Israels im Exil und an den leidenden Gottesknecht bei Jesaja. Dieses Gebet sei Jesu Sterbegebet gewesen, aber sein Schrei wurde erhöht. Aber letztendlich zeigt sich hier das tiefe Vertrauen in seinen Vater. Zu zeigen, wie Gott ist, das war seine Aufgabe in seinen Worten und seinen Taten. Und darauf hat er vertraut. So sagte er in der Bergpredigt: "Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden." (Mt 5,4) und in Kapital 6, ""Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?"Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.....Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.(Mt 6, 24ff.)-26a;

Übrigens taucht im Film "Die Hütte, Eine Wochenende mit Gott" die Theodizeefrage auf, also die Frage, warum Gott das Leid zulasse, auch das Leid seines Sohnes am Kreuz. Die Hauptfigur McKenzie verzweifelt an dem Tod seiner Tochter, wird auch seltsame Weise dann in eine Hütte eingeladen. Dort trifft er auf die Dreifaltigkeit mit Gott in weiblicher Gestalt. Sie antwortet auf diese Frage sinngemäß, "Wir haben es uns nicht einfach gemacht", um ihm dann die Wundmale an ihren Händen zu zeigen. [NB: Dieses Mitleiden scheint ein eher weibliches Prinzip zu sein. So versteh ich die Intention des Film Gottals weiblich, als Mutter, fürsorglich und warmherzig, mitleidend, zu verkörpern. Als McKenzie dem Mörder seine Tochter vergeben soll, braucht er eine starke, väterliche Hand. So begleitet ihn Gott als Vater, als männliches Prinzip.Sie hierzu auch Grüß Göttin


Wenn als Gott seinen Sohn auf die Erde sandte um uns zu zeigen, wie Gott ist, dann kann man sich nur schwer vorstellen, dass Gott seine Tod so wollte. Gerade diese Szene zeigt mehr noch als der Kreuzestod, dass es Jesu eigene Entscheidung. Schließlich hat er ja immer wieder von seinem Leiden gesprochen. Vielleicht kann uns das gerade in der momentanen Krise Trost, Hilfe und Vertrauen sein. Leider sprechen wir Christen dann immer zu schnell von Ostern und scheinen die Geschichte vom Ölberg und den Karfreitag zu vergessen. Hier der Trailer und ein paar Szenen aus dem Film.

      

Zusatz: Über den leidenden Christus fand ich eine interessante Seite mit einem Text von Regina Laube vom März 2020 über den Vergleich Jesus und Buddha  - Der leidende Jesus und der lachende Buddha. Eine Einladung zum interreligiösen Dialog. "Das Kreuz als Symbol des Christentums scheint mehr oder weniger unbeliebt zu sein, auch in unserem abendländisch-christlichen Kulturkreis. Eine gleichmütig lächelnde, wohlgenährte Buddha-Statue als Sinnbild für Gelassenheit ist vergleichsweise deutlich weniger befremdlich als ein Kruzifix", schreit die Autorin. Das war vermutlich bis vor kurzem so, meint Evelyn Finger in DIE ZEIT v.om 8. April 2020. Ohne Karfreitag gebe kein Ostermorgen. Bevor die Auferstehung stattfinden, müssen wir das Leid akzeptieren, unseres als auch das Leid der Welt. Es gehe um "Untergang und Erlösung". " - der Sohn Gottes wird von den Menschen getötet –, doch daraus erwächst ein Neuanfang, schreibt sie. Am Karfreitag gehe Jesu durch den Tod ins Leben. Wir sollten vertrauen, dass der Tod nicht das Letzte ist. Wir Menschen sollen uns dem Tod  stellen, weil es zur Freiheit eines jeden Menschen gehöre. : Auch die Ärzte und das gesamte Pflegepersonal müssten sich dem jeden Tag stellen in Zeiten von Corona. Gegen die Todesangst setze die Bibel etwas Altes entgegen - Glaube, Liebe, Hoffnung - "Dein Wille geschehe"


Ein guter Freund von mir beschreibt das so:

"Jesus rief aus, es ist vollbracht, Buddha rief aus, es ist alles vollbracht, mit mir sind Himmel und Erde und alles darin erleuchtet! Also, wie können wir uns täglich daran erinnern, dass alles vollbracht ist!!!"
Zum Schluss: J.S: Bach Johannes Passion vom 15.3.2020


»Die aktuelle Krise ist eine weltumspannende. Alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens stehen unter großer Belastung. Die Menschen haben in Krisen aber stets insbesondere in der Musik Kraft gefunden. Umso wichtiger ist es, dass wir in Zeiten, in denen wir nicht einmal mehr Konzerte veranstalten dürfen, alle Anstrengungen unternehmen, Musik in die Welt zu tragen.« (Kommentar des Philharmonie-Intendant Louwrens Langevoort) 


Samstag, März 04, 2017

Artikel zu Religon und Kirche - "Papst will arme Kirche"

Ein Papst räumt auf  - Franziskus will eine „arme“ Kirche (im Nov 2013)
Nach gut einem halben im Jahr im Amt scheint ein frischer Wind durch die sichtbaren und unsichtbaren Mauern der katholischen Kirche zu wehen.  „Ein halbes Jahr ist Franziskus nun im Amt, schon jetzt hat er die katholische Kirche verändert, denn kaum woanders sind die Worte eines einzelnen Menschen an der Spitze so wirkmächtig wie hier."...

Nach gut einem halben im Jahr im Amt scheint ein frischer Wind durch die sichtbaren und unsichtbaren Mauern der katholischen Kirche zu wehen. „Ein halbes Jahr ist Franziskus nun im Amt, schon jetzt hat er die katholische Kirche verändert, denn kaum woanders sind die Worte eines einzelnen Menschen an der Spitze so wirkmächtig wie hier.“ Papst Franziskus setzte gleich zu Beginn klare Zeichen eines Neuanfangs, indem er gleich nach seiner Wahl auf die üblichen Insignien seines Amtes verzichtete. Theologisch eng verbunden mit seinen Vorgänger Papst Benedikt Emeritus verschieben sich die Prioritäten deutlich. So titelte die Welt vom 21. September 2013 „Wende von großer Tragweite“ bezugnehmend auf seine Äußerungen zur Sexualität. ii ZEIT online beschreibt einen Franziskus, der sich als politscher Papst versteht und nicht nur eine gerechtere Welt, sondern auch eine gerechtere Kirche möchte. iii
Und die Welt schreibt: „Wie der Papst im eigene Haus aufräumen will.“ iv „ Mit Papst Franziskus steht seit gut einem halben Jahr ein Jesuit an der Spitze der katholischen Kirche. Und mit ihm ist der Begriff der Armut wieder in den Mittelpunkt gerückt, “ schreibt der BR.v So erzählt man auch die Geschichte, dass der Papst auf seinem morgendlichen Weg zur Messe den Gruß eines jungen Priesters „Guten Morgen Heiliger Vater“ mit „Guten Morgen Heiliger Sohn“ erwidert haben soll. Darf man vielleicht sogar von einem „vatikanischen Frühling“ sprechen? …..Ziata aus ZEIT….Begegnen wir Papst Franziskus in seinen Worten und Zitaten.
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"Es tut mir weh, wenn ich einen Priester oder eine Nonne in einem nagelneuen Auto sehe.
So etwas geht nicht",vi

Ich denke an die Arbeitslosen, die vielfach Opfer einer Mentalität des Egoismus sind, der
Gewinn um jeden Preis sucht. PapstFranziskus@Pontifex_de

"Wenn eine homosexuelle Person guten Willen hat und Gott sucht, dann bin ich keiner, der
sie verurteilt" Papst Franziskusvii

Aber aufgepasst! Jesus hat nicht gesagt: Wenn ihr wollt, wenn ihr Zeit habt, dann geht,
sondern er hat gesagt: „Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern.“ viii

Achten wir die Schöpfung, seien wir nicht Werkzeuge der Zerstörung! Achten wir jeden
Menschen: Mögen die bewaffneten Konflikte, die die Erde mit Blut durchtränken, aufhören,
mögen die Waffen schweigen und überall der Hass der Liebe weichen, die Beleidigung der
Vergebung und die Zwietracht der Einheit! Hören wir den Schrei derer, die weinen, leiden
und sterben aufgrund der Gewalt, des Terrorismus oder des Krieges – im Heiligen Land, das
der heilige Franziskus so sehr liebte, in Syrien, im ganzen Nahen Osten, in aller Welt. ix

Die Wohlstandskultur, die uns dazu bringt, an uns selbst zu denken, macht uns
unempfindlich gegen die Schreie der anderen; sie lässt uns in Seifenblasen leben, die schön,
aber nichts sind, die eine Illusion des Nichtigen, des Flüchtigen sind, die zur Gleichgültigkeit
gegenüber den anderen führen, ja zur Globalisierung der Gleichgültigkeit…. Wir haben uns
an das Leiden des anderen gewöhnt, es betrifft uns nicht, es interessiert uns nicht, es geht
uns nichts an!" x

i Quellennachweise: http://www.sueddeutsche.de/politik/aeusserungen-von-papst-franziskus-zur-sexualitaetwende-von-grosser-tragweite-1.1776699
iiiiii Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/aeusserungen-von-papst-franziskus-zur-sexualitaet-wende-vongrosser-
tragweite-1.1776699.
iii Quelle: http://www.zeit.de/2013/31/brasilien-papst-franziskus-gerechtere-kirche
iv Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article120660349/Wie-der-Papst-im-eigenen-Haus-aufraeumenwill.
html
v Quelle: http://www.ardmediathek.de/bayern-2/katholische-welt-bayern-2?documentId=16956648
vi Quelle: http://www.domradio.de/themen/papst-franziskus/2013-07-06/papst-franziskus-geistliche-muessenarmut-
vorleben
vii Quelle: http://www.br.de/nachrichten/papst-franziskus-homosexuelle-100.html
viii Weltjugendtag in Rio. http://www.vatican.va/holy_father/francesco/homilies/2013/documents/papafrancesco_
20130728_celebrazione-xxviii-gmg_ge.html
ix Pastoralbesuch in Assisis: http://www.vatican.va/holy_father/francesco/homilies/2013/documents/papafrancesco_
20131004_omelia-visita-assisi_ge.html
xPredigt in Lampedusa. http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/katholische-welt/ideal-armut-104.html
 [Artikel veröffentlicht im Herzschlag Weihnachten 2013, S. 14.]

Artikel zu Religon und Kirche - Kirchliche Sexuallehre


Kirchliche Sexuallehre.
Die kirchliche Sexualmoral wird schon länger sehr kontrovers diskutiert. Papst Franziskus scheint aber auch hier neue Türen zu öffnen. Hier drei Artikel zum Thema

Kirche und Sexualität I  (Sonntag 26. Januar 2014)
Jetzt ist es also offiziell. Der Spiegel titelt: Katholiken ignorieren Sexualmoral der Kirche. [26.11.2014]. Die ersten Ergebnisse der in Auftrag gegebenen Umfrage scheinen vorzuliegen. [mehr...]
Kirche und Sexualität II (Sonntag 26. Januar 2014)
Ich erinnere mich anlässlich eines katholikentages in den frühen 80iger Jahres des 20. Jahrhunderts, als ein damaliger Bischof gesagt haben soll, vorehelicher Geschlechtsverkehr sei schlimmer als Waldsterben, worauf mein Professor entgegnete, das eine führe zum Tod, das andere zum Leben. "Die Deutschen lieben, wie sie wollen" lautet der Untertitel in Evelyn Fingers Leitartikel Kirche und Sex in DIE ZEIT (nr. 6, 30. 01.14, 1).  Die nach Rom zurück gesandten Fragenbögen bewiesen, "dass die meisten Katholiken die bekannten Verbote (Keine Pille! Keine Kondome!, Kein vorehelicher Geschlechtsverkehr) fröhlich ignorieren," schreibt sie. Und weiter:"Ihr [der Kirche] Auftrag ist nicht zuvörderst die Verkündigung von Geboten, sondern des Evangeliums." Meines Erachtens gibt es drängendere Probleme auf der Welt - Hunger, Ungerechtigkeit, Krieg, Klimaerwärmung etc. - als eine überkommene Sexualmoral.
Kirche und Sexualität III. Nach der Umfrage wurde Kardinal Walter Kasper von Papst Franzikus gebeten vor dem Kardinalskonistorium über die schwierigen Fragem bezüglich der kirchlichen Ehemoral zu sprechen. Zitat aus der unveröffentlichen Rede: "Mit den Geboten ist der Mensch heit ein Kompass auf den Weg gegeben. Man kann sie niemanden auferlegen." (in: Die Zeit Nr. 10, 27. Februar 2014, 58) Siehe dazu den Artikel von Evelyn Finger Der Vordenker, in: ebd. 58. Siehe auch: Diess.: Weltmacht Franziskus Ein Jahr nach der Wahl: Der neue Papst will eine politische Kirche des Aufbruchs.