Dienstag, Mai 12, 2020

Good Golly Miss Moll Molly. Little Richard gestorben

Good Golly Miss Moll Molly Tutti Frutti, Long Tall Sally, um nur einige Songs zu nennen, die Little Richard berühmt gemacht und auch Bands wie die Beatles inspiriert hat. Nun ist er mit 87 Jahren gestorben.

Seine Art sich au der Bühne zu präsentieren galt auch als Vorbild für viele Musiker wie Elton John, David Bowie oder auch Prince. Jedoch war es seiner Zeit wesentlich schwieriger.  "Der Tabubruch, den er in mehrfacher Hinsicht beging, als er in den späten Fünfzigern in seiner rassisch getrennten Heimatstadt Macon, Georgia, seinen gleichfalls homosexuellen Fans im Publikum als seinen sisters verschwörerisch zuzwinkerte, während er, angezogen und vor allem angemalt wie eine Frau, die Haare wie Zuckerwatte, das Klavier mit Händen und Füßen, mit Armen und Beinen traktierte und mit heiserster Kehle seine Schlachtrufe intonierte, die sofort sprichwörtlich wurden und es bis heute sind – dieser Tabubruch lässt sich kaum noch begreifen" schreibt Edo Reents in der F.A:Z vom 12. Mai 2020). In der New York Times vom 9. Mai 2020 schreibt Tim Werner über ihn er habe es völlig neues kreiert, "something dangerous and thrilling". Er habe den Rock'n'Roll nicht erfunden. Musiker wie Chuck Berry, Fats Domino und Elvis Presley waren schon vor ihm berühmt. "But Little Richard, delving deeply into the wellsprings of gospel music and the blues, pounding the piano furiously and screaming as if for his very life, raised the energy level several notches and created something not quite like any music that had been heard before...."  (ebd.) Hier ein paar Songs

 

Dienstag, Mai 05, 2020

Corona Chronicles - Out of "HomeOffice" into the "ForeignOffice"

Out of the "Home-" into the "ForeignOffice"

Nun war es soweit. Die Schulen in BW haben wieder geöffnet, zumindest für die Abschlussklassen. Wann die restlichen Klassen, und wenn ja, in welcher Stärke kommen werden ist noch offen. Laut dem Kultusministerium sollen ja alle Schule zumindest teilweise bis zum Schuljahresende beschult werden. Allerdings nur teilweise.

 Wenn man den Experten glaubt, werden demnächst vielleicht einige Regeln gelockert werden. Das jedenfalls verlangen immer mehr Politiker wie Ministerpräsident Laschet und oder der FDP-Vorsitzende Patrick Linder. Aber viele Politker schein von Wissenschaft nicht so richtig eine Ahnung haben So titelte z.B die SZ am 1. Mail 2020 "Lindner will es nicht kapieren", über die Diskussion bei Maybritt Illner. Als in de Sendung am Donnerstag Prof. Drosten die Ergebnisse seiner eigene Studie, wonach ein vielleicht eine Kind eine ähnliche Infektiosität wie Erwachsene hätten, erläuterte, dann auch eine Studie aus Amerika zitierte, wonach Erwachsene ein zwei drittel höheres Risiko tragen eine Infektion zu bekommen hätten, schimpfte Linder die Virologen sollten sich doch mal einigen. Darauf der Virologe Schmitt-Chanasit es geb nun mal unterschiedliche Erkenntnisse. "Wir wissen, dass wir sehr wenig wissen", sagte er.  Die Physikerin Angela Merkel scheint dies zu wissen.  Das ist eben Wissenschaft. Sie warnt nach wie vor. Sie scheine an manchmal gerade zu verzweifelt, "dass mancher ihrer Zuhören die naturwissenschaftliche  Komplexität nicht begreift:" (F.A.Z v. 5. Mai 2020). Markus Söder könne die ständigen Lockerungsdiskussionen und die Debatte über über den Wert des Lebens nicht nachvollziehen. Morgen trifft Angela Merkel erneut die Länderchefs. Man darf gespannt sein.


Also hieß es heute Morgen wieder in die Schule gehen. Alles war  seltsam ruhig , die Gänge leer, ab und an rannte eine Kollegin oder ein Kollege vorbei. Die paar Abiturienten, und die anderen, die anwesend waren, verhielten sich den Regeln entsprechen - nur je eine Person auf die Toilette, Abstand halten, nur max. 11 Schüler in einem Klassenraum, alle Türen offen, auch die Toiletten usw.. Dazu wurden Kollegen als "Gangaufsicht" eingeteilt, u.a. ich selbst, ich hatte mich freiwillig gemeldet. Es beschlich mich schon ein komisches Gefühl. 

Gerade bekam ich einen Tweet der SZ. Ministerpräsidenten brüskieren die Kanzlerin von Tag zu Tag mehr. 

Dienstag, April 28, 2020

Literatur: James Baldwin- The Bible of the Gun?

"All Men are created equal and endowed with alienated right of life liberty and happiness" 

Über James Baldwin

So steht in der amerikanischen "Declaration of Independence" von 1776. Allerdings galt die Gleichberechtigung nicht für Frauen und der schwarzen Bevölkerung, die vor allem in den Südstaaten als Sklaven gehalten wurden. Seit dem Ende des 17. Jahrhundert ist die Geschichte der Schwarzen in Amerika eine Geschichte von Unterdrückung, Diskriminierung und Rassismus, leider bis heute, trotz den Führer der Bürgerrechtsbewegung von Booker T. Washington, W.H.B Dubois, Martin Luther King, Malcom X und vielen anderen. Werden Schwarze häufiger von der Polizei der Polizei kontrolliert, müssen eher mit der Todesstrafe rechnen und sind insgesamt immer noch benachteiligt in vielen Bereichen der amerikanischen Gesellschaft. Das zeigt sich aktuell auch an der Zahl der mit Covid-19 infizierten unter der der schwarzen Bevölkerung (auch anderer Minderheiten wie der spanisch sprechenden Bevölkerung), im Vergleich zur vorwiegend weißen Mehrheit. (siehe Dazu meinen Beitrag vom  9. April 2020)

Aber gleichzeitig entstand auch schon sehr früh eine kulturelle und bis heute lebendige Tradition unterschiedlicher kultureller Beitrage, die die American Mainstream Culture immens bereichert hat. Auf der einen Seite waren es die  durch die Spirituals, die Gospelmusik und der Blues, bis hin zur modernen Jazz Musik. Afroamerikanische Musiker bezeichnen den Jazz als die eigentliche "Classic American Music", auf der anderen war und ist es die Literatur, die das Lebensgefühl, das Leid, aber auch die Freude und Hoffnung der Menschen Ausdruck verliehen, allen voran die Autoren und Dichter der Harlem Renaissance, wie Langston Hughes in seinem Gedicht. DreamsHold fast to dreams/For if dreams die/Life is a broken-winged bird/That cannot fly./Hold fast to dreams/For when dreams go/Life is a barren field/Frozen with snow. Oder: The Negro speaks of the River.  Oder die Roamen und Gedichte Claude McKay und Countee Cullen. Vor allem sein Gedicht Incident, welche die Erfahrung eine achtjährigen Jungen beschreibt, der zum ersten damit konfrontiert wird, dass er schwarz ist.     

In Zeit nach der Harlem Renaissance waren es die drei großen Autoren Richard Wright, [zu R.Wright siehe dazu. Deutschlandfunk vom 4.9.2008] mit seinem Roman mit seinem Roman "Native Son", Ralph Ellison mit Invisible Man und James Baldwin. Vor allem und Baldwin beschreiben das Empfinden und Erleben der Schwarzen in einer von Diskriminierung und Rassismus geprägten  Gesellschaft mit den Begriffen unsichtbar - being invisble (Ellison) und namenlos - no name in the Street (bezieht sich auf eines von Baldwins Prosawerken) beschrieb.


Richard Wright



Ralph Ellison

Den ersten der drei Klassiker , den ich entdeckte und mich veranlasste meinen Schwerpunkt für mein Staatsexamen zu machen, was James Baldwin, insbesondere seine Kurzgeschichte Sonny's Blues. Thematisch ging es um die Identität der "Negroes" im Amerika der 60iger Jahre. Dem Protagonisten gelang mit Hilfe dem Blues seinem von den eigenen Wurzeln und kulturellen Identität  entfremdeten Bruder aus der Mittelschicht in Kontakt zu bringen so mit seiner ewigen Herkunft als auch mit der Geschichte seinen Volkes.

Zeitsprung ins 21. Jahrhundert, genauer ins Jahre 2007. Barak Obama wurde zum ersten Präsidenten Amerikas gewählt. Mit dieser Wahl erfüllte sich sich die langersehnte Hoffnung der Schwarzen einen Präsidenten zu haben, der sie vertritt und eine Ende machte mit alltäglichen Rassismus und Diskriminierung. [NB: Ich erinnere mich an die Tränen, die Senator Jesse Jackson, der erste schwarze Präsidentschaftskandidat,vergoss.]

Kurz vor der Wahl erschien ein Artikel des irischen Schriftstellers Colm Toibin mit dem Titel  "Wir alle haben diesen Zorn".  (F.A.Z vom 25. 10.2008) Er vergleicht darin Barak Obama mit einem der bedeutendsten afro-amerikanischen Schriftsteller, James Baldwin, der mit seinem Roman "Go Tell It On The Mountain" berühmt wurde. Gemeinsam haben beide die Religion. In Go tell it on Mountain schreibe Baldwin  "über die Kraft von Gebet und Predigt für eine ansonsten ohnmächtige Gemeinschaft, die den Gottesdienst, im Kontrast zu der harten Außenwelt, als eine Zeit grenzenloser Möglichkeiten empfand. Obama beschreibe in Dreams of my Father. wie er "....wie er in Chicago den Zugang zur Religion fand, wie er von der Geschichte der Kirche der Schwarzen hörte, „der Religion der Sklaven. 

Das Drama "Blues for Mr Charlie", eines meiner Lieblingsbücher,  spielt in den Sechziger Jahren, in der er der Frage nach geht, ob Amerika den Schwarzen die Anerkennung und Würde zuerkennt, die Ihnen zusteht, kulminiert in der Antwort des schwarzen Predigers Meridian, dessen Sohn von einem Weißer ermordet wurde, weil er ihn angeblich beleidigt hat. „You know, for us, it all began with the Bible and the gun. Maybe it will end with Bible and the gun. In diesem Stück Hier hat sich Baldwin doch sehr von der Kraft der Religion abgewahnt. Jedenfalls zweifelt er zunehmends an der Kraft des Gebets.

Nun scheint es 40 Jahre nach der Ermordung Martin Luther Kings einen Präsidenten zu geben, der eine andere Hautfarbe hat, was Hollywood übrigens schon lange thematisiert hat, wenn man z.B.  an die Staffeln 24 und den schwarzen Präsidenten David Palmer ) denkt. Übrigens spielte auch Morgan Freeman bereits den Präsidenten gespielt.

Vor weniger Tagen erschien nun die Neuübersetzung von Baldwins Roman "Giovannis Zimmer" (eng. "Giovanni's Room). Der Roman handelt von David, dem Ich-Erzähler, der allein in Paris zurückbleibt, weil seine Freundin nach Spanien geht, um über eine Hochzeit nachzudenken. Dann trift er Giovanni, bei dem er einzieht. Dann kehrt Hella, seine Freundin, zurück: er muss ich von Giovanni trennen, und lässt sich auf eine neue Beziehung mit Jacques ein. Dann erfährt er, dass Giovanni von Guilllaume, in dessen Bar arbeitet und in beide sich kennengelernt haben, gefeuert wurde. Am Ende ermordert Gionanni den Barbesitzer Gulliaume und wird am Ende exekutiert. David bleibt mit der Erinnerung und seiner Schuld zurück. "Verstörend und betörend" bezeichnet Andreas Platthaus den Roman, ist aber nicht vollständig mit der Übersetzung einverstanden. (in der F.A.Z. v. April 2020)

Im Jahre 2018 erschien die Verfilmung von Baldwins Roman "If Beale Street could talk". Er spielt in New York, aber Baldwin stammt aus dem Song von W.C Handy. Beale Street in Memphis sei damals zu einer Metapher "...für das harte Los der Afroamerikaner geworden. "Jeder in Amerika geborene Schwarze ist in der Beale Street, ist im Schwarzenviertel irgendeiner amerikanischen Stadt geboren, ob in Jackson, Mississippi, oder in Harlem in New York", so Marietta Steinhart in der F.A.Z v. 6 März 2019.



Hier noch ein paar Clips zum Werk von James Baldwin.


Samstag, April 25, 2020

Corona Chronicles - 20.April -30.04.2020

Samstag, 25. April 2020

Großbritannien: Ähnlich wie in den USA scheinen Menschen mit Migrationsvordergrund (D. Hayali], ein größeres Risiko zu haben, da es überproportional viele Corona-Infizierte gäbe. Siehe Artikel Risikofaktor Migrationshintergrund (ebd.).  Warum seien Menschen ethnischer Herkunft, die Bame-Gruppe [Bame = Black, Asian and minority Ethnic] so viel gefährdeter? Dazu gebe es unterschiedliche Meinungen. Einige meinten es sei offener oder versteckter Rassismus, weil sie z. B. häufiger an die Front gesetzt werden, so Omar Kahn. Er sehe Anzeichen von Diskriminierung. Erschwerend käme auch hinzu, dass Krankheiten, die Genesung erschweren. Diabetes, Schlaganfälle usw. würden unter Menschen südasiatischer und afrokaribischer Herkunft häufiger auftreten. "Co-morbidities could certainly play a role. The black population, where the discrepancy appears to be greatest, is particularly afflicted with hypertension. Diabetes is three-fold higher in this ethnic group. Both of those conditions will increase your risk of death once you’ve got Covid."  Why are people from BAME groups dying disproportionately, asks Nishi Chaturvedi in:  The Guardian Wed 22 April 2020. Auch für ihn läge der Grund in den erschwerten Lebensbedingungen. "Ethnic minorities are over-represented in high-risk occupations, including health workers, in the transport sector and essential shop work. Clearly, there’s a huge amount of heterogeneity, but overall ethnic minorities are more likely to live in deprived, dense, over-crowded urban areas and are more likely to be disadvantaged. In some cases, household composition could play a role, particularly in Asian households where you have multi-generational households living together. " Professor Chaturvedie plädert dafür dieses Problem ernst zu nehmen, das dieses Probleme alle beträfe, insbesondere einer langen Geschichte von "health inequalities".  

Corona - schlimmer als deine Grippe!:  Verschwörungstheorien sind im allgemeinen schwer zu widerlegen, weil Anhänger u.a. so überzeugt sind davon sind, dass keine Fakten ihre Ansicht erschüttern kann. Das trifft auch auf Fake News zu, im Falle von Corona die häufige Ansicht der Virus sei nicht schlimmer als eine Grippe, deshalb seien die Maßnahmen übertrieben. Diese Menschen kann Sibylle Anderl mit ihren Artikel Zehntausende Tote mehr als sonst in der F.A.Z vom 25. April 2020 vermutlich auch nicht überzeugen. Dennoch: Corona sei wesentlich  gefährlicher als eine normale Grippe, auch wenn man nicht zwischen "an-Covid" und "mit-Covid" unterscheide. Laut dem "European Mortality Monitoring Project". Die Sterblichkeitsrate momentan sei fünfzehn Mal so hoch im Vergleich zu den Schwankungen in dieser Zeit.    

Freitag, 24. April 2020 

Der Druck nimmt zu. Immer mehr Stimmen werden laut die Einschränkungen langsam wieder zurückzunehmen. Nach anfänglicher Zustimmung besteht möglicherweise die Gefahr jetzt zu schnell und zu unvorsichtig zu handeln. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist ja momentan öfters im Fernsehen, als man von ihr gewohnt ist. Dabei wurde auch immer wieder auf Länder wie Schweden gezeigt, die die Infektionen auch ohne Kontaktreduzierungen, geschlossene Schule und Geschäfte. Nun meldete N-TV am 21. April 2020, Schwedens Sonderweg sei teuer erkauft. Aktuelle gebe es in Schweden neunmal mehr Tote als in Norwegen.  Der Experte für klinische Epidemiologie von Lungenkrankheiten Bo Lundbäck urteilt: "Wir in Schweden glauben, wir sind besser als die anderen und müssen nicht auf die WHO hören. Das ist dumm."

Montag, 20 April 2020 (updated am 21. April 2020)
Fotos Global Citizens/Youtube/Screen F.A.Z

Kultur: Lady Gaga u.a. "Together at Home". Am Wochenende fand das weltweit ausgestrahlte Konzert One World, die zahlreiche international bekannte Künstler aus der ganzen Welt aus ihren Wohnung gemeinsam veranstalteten. Organisiert wurde es von Lady Gaga. "Es war ein ambitioniertes Unterfangen, das die allgegenwärtige Lady Gaga da mit dem Event „One World: Together At Home“ auf die Beine stellte: ein sechsstündiges „Konzert“, in Coronavirus-Zeiten also ein Zusammenschnitt aus Selbstaufnahmen von mehr als hundert Promis – Musiker, Schauspieler, Sportler, Talkstars", kommentiert Nina Rehfeld in auf faznet.de am 20. April 2020.

Eigentlich sollte es so etwas wie die Neuauflage des Live-Aid Konzert aus dem Jahr 1985 erinnern. Allerdings konnte dieses Konzert Live Aid nicht das Wasser reichen. "Remember 1985’s Live Aid, held to raise money for the famine in Ethiopia? That international telethon provided one of Queen and Freddie Mercury’s most legendary performances. This downer, however, didn’t have half its energy", kommentierte Johnny Oleksinski am 19. April 2020 der New York Post. "Lousy 'One World together at Home' concert made us feel worse."

Etwas positver sieht Sandra Gonzales (Sandra Gonzales auf CNN vom 21. April 2020."The "stay at home" TV special has become something of a subgenre amid the coronavirus pandemic and proving a solid performer for networks. 

Auf der anderen Seite stand das weltweit gestreamte Konzert,  im Schatten der aktuellen Statistik über die aktuellen Todesfälle, die an diesem Tag noch so hoch waren. Ebenso wurde bemängelt, dass weder Präsident Trump noch die Politik insgesamt zum Thema gemacht wurde..

Wie man das Konzert im Gesamten bewerten will, so halte ich persönlich die Idee von Lady Gaga als als immens wichtig, weil es ja in erster Linie eine Danksagung an alle Helfer, Sicherheitskräfte, Klinikpersonal und viele andere, die weltweit gegen die Verbreitung des Virus kämpfen. 
Hier ein paar Clips sowie das ganze Konzert.






Thema USA: Ist China doch Schuld am Ausbruch von Corona? Stamme das Virus aus deinem Labor und wurde nicht von Tiere auf Menschen übertragen?

Das jedenfalls glaubt Donald Trump und droht massive Vergeltungsmaßnahmen an, sollte sich das als wahr herausstellen. (F.A.Z v. 20. April 2020). Hat China die Anzahl der Todesfälle geschönt? Laut der Plattform Statista vom 19. April 2020 hatte China Infizierte 4636 und Todesfälle, verglichen mit aktuell 770.564 bestätigte Infektionen und 41.114 Todesfälle laut Google, abgerufen vom 20. April 2020.  Die werde allerdings vom Direktor des betreffenden Labors bestritten.  (Kenneth Garger, in der nypost.com v. 19. April 2020).

In den USA werden zunehmend Stimmen laut die Stay-at-home Stragegie in einigen Bundesländer aufzuheben. Donald Trump ermutigte die Menschen zu protestieren. "You are allowed to protest....Some [Governers] have gone too far, Some of the things that happened are maybe not so appropriate”, wird Trump zitiert. (Tamar Lapin, in: nyorkpost.com vom 19. April 2020). Siehe auch den Artikel Wahlkampf mit dem Virus in der Süddeutsche Zeitung vom 19. April 2020.

In der F.A.Z. vom 20. April 2020 überschrieb Majid Sattar seinen Artikel mit Angefeuert vom Präsidenten und wies auf den immensen Druck hin dem sich die Gouverneure jetzt ausgesetzt seien. Trump spiele  spiele ein doppeltes Spiel, weil er zuvor den Gouverneuren erlaubte eigene Entscheidungen für ihr Bundesland zu treffen. Laut Spiegel online zettle er Kleinkriege an. Streit mit China und der WHO, und jetzt die Gouverneure, meist demokratisch, denen er die Schuld zuschiebe. (Spiegel Online v. 20. April 2020).

Thema: Einschränkung der Grundrechte: In Deutschland wird die Diskussion über die Eingriffe des Staates in die persönlichen Freiheitsrechte schärfer. Demonstrationen in Berlin und Mainz wurden von der Polizei aufgelöst. In Stuttgart durfte demonstriert werden. (Spiegel Online). Die der  F.A.Z  von heute kann man lesen: Proteste in ganz Deutschland über die Demonstrationen. "Gegenstand der Demonstration [in Berlin] war die Sorge der Teilnehmer vor Grundrechts.-beschränkungen infolge der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus." Per Eintrag  habe das Bundesverfassungsgericht eine Demonstration in Stuttgart erlaubt.

Der Chef der Süddeutschen Zeitung, Heribert Prantl krisierte heute morgen im ZDF Morgenmagazin den Umgang der Regierung mit den Grundrechten, das sei unerhört. Es habe mit Angst zu tun. Bei einem terroristischen Anschlag erhöre man die Sicherheit zum Schutz der Menschen durch die Eingriffe in die Freiheitsrechte, und jetzt bei Corona werden die Maßnahmen Gesundheit der Menschen gerechtfertigt. Er kritisierte zudem das Schweigen der Kirchen zum Verbot von Gottesdiensten. Ein Innenminister misse sich in die Belange der Kirchen ein, wenn er Gottesdienste verbietet. Das widerspreche dem Grundrecht auf Religionsfreiheit. In einem Einspieler wird Bundestagspräsident Schäuble zitiert, der betonte, dass die Maßnahmen mit dem Grundgesetz vereinbar seien. Prantl widersprach. "Grundrechte heißen Grundrechte, weil sie gelten."   Sie müssen auch in katastrophalen Verhältnissen gelten, mein Prantl.

Kultur: Am Wochenende fand das weltweit ausgestrahlte Konzert One World, die zahlreiche Künstler aus der ganzen Welt aus ihren Wohnung gemeinsam veranstalteten. Organisiert wurde es von Lady Gaga. Hier ein paar Clips sowie das ganze Konzert.

Mittwoch, April 22, 2020

News Snippets April 2020

Eine kleine Sammlung von Zitaten, Ideen und Ereignissen, die ich im Laufe der Zeit sammle. 

Angela Merkel: "Öffnungsdiskussionsorgien". [Quelle: Der Tagesspiegel  v. 20. April 2020]

Dunja Hayali: "Migrationsvordergrund" [Quelle: DIE ZEIT v. 16. April 2020]. Diesen Ausdruck werde ich in Zukunft verwenden.

Sonntag, April 19, 2020

Corona: Leben in der Krise 2 - Corona als Chance?

Versöhnung mit der Umwelt?

In einem früheren Post  schrieb ich über die Möglichkeit angesichts der Kontaktsperren bzw. Kontakttreduktionen die Zeit zu Hause zu nutzen für die persönliche Reflexion durch Besinnung auf das Wesentliche im Leben. Wie kann ich die Krise für nutzen? Welche Chancen eröffnen sich mir durch die erzwungene Einsamkeit? Wie kann ich achtsamer mit mir, den Mitmenschen und der Mitwelt umgehen lernen, durch Nachdenken, Meditation und Selbstreflexion hin zu eine nachhaltigen Lebensstil? Albert Schweitzers Ethik in Bezug auf die Ehrfurcht vor dem Leben kann man u.a. ablesen an seinem Satz: "Ich will leben, in Leben, das leben will". Könnte das eine Erkenntnis der aktuellen Krise sein? Alle Experten sind sich wohl einig, dass die Welt nach Corona nicht mehr die gleiche sein wird. Wird die Menschheit weiterhin solidarisch bleiben? Wird die Welt näher zusammenrücken, weil die Menschen vielleicht erkannt, dass dass die Pandemie nur gemeinsam zu besiegen ist, weil Covid-19 keine Grenzen kennt? Die Krankheit ist in China ausgebrochen, und nach anfänglichem Vertuschen - auch aktuell wohl bei der Zahl der Todesfälle - wurde Hilfe geleistet, jetzt leistet China Hilfe und schickt Schutzkleidung, Masken etc. z.B. in die USA - da sei einmal jenseits der politischen Agenda der Machthaber in China gesagt.

Wird sich diese Erkenntnis auch beim Klimaschutz durchsetzen. Darüber hatte ich ja auch schon geschrieben (s. Post v. 9. April 2020)

Jedenfalls spricht momentan immer noch niemand über die Folgen für die Umwelt. Es scheint, asl ob momentan durch die immensen  Summen, die bereitgestellt werden um Unternehmen - große und kleine, Menschen, die in Kurzarbeit geschickt werden oder gar ihren Arbeitsplatzt verlieren. Wird nach der Krise noch stärker um Ökonomie als Ökologie gehen? Der Druck wird weltweit größer, Wirtschaft und Industrie wieder hoch zufahren.

Momentan sieht es ja gut aus - kein Lärm auf den Straßen, weniger Abgase, niedrigere Energieverschwendung, z.B. durch den Luftverkehr,  insgesamt ein entschleunigteres Leben? In China sei der Ausstoß der Klimagase um ein Viertel gesunken, in Deutschland werden wohl die Klimaziele erreicht.

 Ist die Versöhnung mit der Natur doch möglich?, fragt Petra Pinzler (in: DIE ZEIT  v. 16. April 2020). Natürlich, jeder Todesfall durch den Virus ist einer zuviel. Aber wie viele Menschen werden in Zukunft ihr Leben verlieren, wenn wir nicht gegensteuern um die globale Erwärmung zu verhindern? Das genau war ja das Anliegen von Greta Thunberg und der Fridays-for-Future Bewegung. Welche Folgen wir das Ende der Pandemie für die Umweltpolitik und den Klimaschutz haben? Werden wir den Umweltschutz ganz aus den Augen verlieren, wenn die meisten Ökonomen von der Politik fordern "die Wirtschaft schon bald wieder ankurbelt, um die Folgen der Krise zu überwinden? Die Autorin erinnert in diesem Zusammenhang an die Dystopie, der Amerikaner David-Wallace Wells in seinem Buch "Die unbewohnbare Erde" beschreibt.



Allerdings glaube Robert Habeck nicht an einen Katharsis Effekt.""In dem Maße, in dem wir die Krise in den Griff bekommen, werden die Debatten wiederkommen, nur in einem grelleren Licht und einer größeren Wucht", zitiert Petra Pinzler der Grünenchef. 

Warten wirs ab.

Samstag, April 18, 2020

Corona Chronicles - 10.-19.April 2020

Samstag, 18. April 2020 - Questa e la vera acqua santa (Papst Franziskus)

Papst Franziskus: das neue Weihwasser:  Das sind ja ausnahmsweise gute Nachrichten in den Zeiten der Entbehrungen - wir dürfen nicht zur Arbeit gehen, müssen soziale Kontakte reduzieren, - ok, in die Baumärkte dürfen wir schon -  und sind gezwungen die eigene Wohnung, das eigene Heim zum Home Office (???), also zum eigenen "Innenministerium" (im Deutschen schreibt man es Homeoffice, international nennt das "Fernseharbeit"😀 - teleworking ) zu machen.

Da kommt ja die Nachricht, Whisky sei das eigentliche "Weihwasser", doch gerade recht. Gesagt haben soll des Papst Franziskus, als er am 15. April von Priesteramtskandidaten eine Flasche Whisky überreicht bekam. Es soll die Marke Oban 14  Years gewesen sein. Er bedankte sich mit den Worten "Questa e la vera acqua santa", laut  katholisch.de. Allerdings soll der Vatikan dieses Zitat sofort zensiert haben, laut THE TIMES vom 15. April 2020

Also, genießen wir ein Gläschen "Weihwasser", oder auch zwei, und trinken auf  Papst Franziskus. Na ja vielleicht doch nicht, denn wir sollten gemäß dem englischen Theologen John Henry Newman, zuerst auf  das Gewissen, und dann auf den Papst. "I toast the Pope, but I toast conscience first".

Also dann:

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Anmerkung. Mit desem Satz beendete er seinen Brief an den Herzog von Norfolg mit den Worten: "I add one remark. Certainly, if I am obliged to bring religion into after-dinner toasts, (which indeed does not seem quite the thing) I shall drink—to the Pope, if you please,—still, to Conscience first, and to the Pope afterwards.". [Source: Newman Reader ]. Übrigens heißt Whisky in der gälischen Sprache Uisge Beatha und bedeutet übersetzt Water of Life = Lebenswasser, also haben Weihwasser und "Lebenswasser" - seelische und physische Gesundheit, in Zeiten von Corona ganz wichtig - Gemeinsamkeiten. Also glauben wir einfach Papst Franziskus.

Freitag, 17. April 2020

Heute nur eine kleine kleine Presseschau von heute, meist bezogen auf die Frankfurter Allgemeine Zeit vom 17. April 2020.

Inland: Der Druck auf die Regierungen -. Bund und Länder - endlich einen Fahrplan für die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen und mögliche Öffnungen für diverse Geschäfte. Dabei wir auch immer wieder der Zusammenhang mit Einschränkungen der Grundrechte durch die Politik thematisiert. So argumentiert Reinhard Müller (Schonräume schützen), bisher herrschte eine große Akzeptanz in der Bevölkerung. Es dürfe auch kein komplettes Versammlungsverbot geben. 

Erste Änderungen wurden ja am Mittwoch, 15. April 2020, beschlossen. Momentan seien vor allem die Kirchen darüber sehr enttäuscht, weiterhin keine Gottesdienste anbieten zu können, vor allem weil es ja um einen pastoralen Auftrag und Seelsorge gehe (Daniel Deckers, Katholiken enttäuscht). Laut Japser von Altenbockum (Wie geht es weiter?") fehle der Politik etwas, nämlich das "Weise-Moment. Er fragt:"Wo ist dieses Moment heute, wo ist Politik, die ein Gefühl des Machbaren vermittelt?. Als Beispiel nennt er die geforderte Tracking-App, die immer noch "Schneckentempo entwickelt werde". Hier habe sich der Datenschutz in sein Gegenteil verkehrt, er schütze nicht, sondern gefährde.

Das Thema Öffnung der Schule nimmt ebenso breiten Raum ein. Siehe Reiner Burger, Timo SteppatWie soll das gehen? und Heike Schmol, Viele Vorschläge, aber wenig Konzepte. Vor allem die schwierige Frage der Kinderbetreuung würden offen gelassen.

Ausland: Der F.A.Z. Leitartikel: Mehr als 22 Millionen Arbeitslose in Amerika binnen vier Wochen schildert die schlimme Lage in den USA. Zudem hat bereits Proteste gegen Ausgangssperren gegeben.  Friederike Böge, Majid Sattar, Suche nach Ablenkung. Die Auffassung, dass das Virus Chinas eigenen Labors stamme,  werde immer noch verbreitet, vor allem von Fox News.. Neben den afroamerikanischen und spanisch sprechenden Bevölkerung seien vom Corona Virus betroffen. In der Reservaten sei es besonders schlimm, schreibt Christiane Heil (Vielen bleiben nur Gebete und Salbei). Zudem gehe in den Reservaten das Geld aus.         


Donnerstag, 16. April 2020

Kurzer Nachrichtenüberblick: Gestern fand die langerwartete Konferenz der Kanzlerin Angela Merkel und den Länderchef statt, um eine mögliche Lockerung und Ausstiegsszenarien zu besprechen. "Bund und Länder für geringe Lockerungen", meldet die F.A.Z vom 16.April 2020. Kleinere Läden, Bibliotheken, Zoos und botanische Gärten wieder offen stehen, aber unter den bisherigen Hygienebedingungen. Schulen bleiben wohl bis zum 2. Mail geschlossen. Es gibt also ein bisschen mehr Klarheit. Siehe dazu auch "Wann Schulen und Kitas wieder öffnen" auf faznet.de vom 16. April 2020. Kitas bleiben weiter geschlossen. Grundsätzlich herrsche Einigkeit über die Reihenfolge, jedoch mit einigen Unterschieden. In Baden-Württemberg soll der Unterricht am 4. Mail beginnen, stark eingeschränkt und erst mal nur für Prüfungsklassen.

14. April 2020 - Ostern, und was kommt danach?  

Ein gewöhnliches und auch bisher einmaliges Ostern im Jahre 2020 ist vorbei. Das Wetter meinte es doch gut mit. Viele Menschen in Deutschland konnten ihren Wohnungen verlassen und draußen die warme Frühlingssonne genießen. Die meisten hielten sich auch an die Restriktionen. Allerdings wurde nirgends Entwarnung gegeben, auch sich die Ansteckungsszahlen in Deutschland nur noch alle 18,1 Tagen verdopple, wie es gestern hieß.

Dennoch, die Lage ist nach wie vor angespannt. Kein Wissenschaftler oder Politiker wagt dazu, wenn die Krise vorbei sein wird. Der Druck auf ein mögliches Ausstiegszenario für die Zeit nach dem Lock-Down wird täglich größer. Mehr und mehr Stimmen sprechen sich einen Plan für den Ausstieg aus der Krise, denn die Lockerung der aktuellen strengen Bestimmungen von der Politik verordnete  Eindämmung der Ansteckungsgefahr "wird absehbar schwieriger als das abrupte Herunterfahren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens". (Jv.Altenbockum in der F.A.Z vom 14. April 2020). Besonders Armin Laschet hat immer wieder gefordert, man brauche eine Exitstrategie. Erneut  betonte er die Notwendigkeit es Fahrplans. (F.A.Z 14. April 2020).

Die politische Debatte über eine Lockerung der getroffen Maßnahmen rückt mehr und mehr in den Focus der Politik. Einen ersten zu einem Ausstieg, vorgelegt von Wissenschaftlicher der Leopoldina mit dem Titel Die Krise nachhaltig überwinden am Wochenende veröffentlicht. Unter anderen werde vorgeschlagen teilweise die Schulen und den Einzelhandel wieder zu öffnen. (F.A.Z. v. 14. April 2020). Die Eingriffe des Staates in die Grundrechte seien gewaltig, und auch nachvollziehbar. Deshalb sei es aber "...geboten, über Alternativen und Lockerungen nachzudenken, ohne das Schutzziel aus den Augen zu verlieren. Alle Maßnahmen müssten verhältnismäßig sein. Das betreffe ganz besonders die Schulen. Sie sollten langsam wieder geöffnet werden. (Der lange Weg zurück, F.A.Z v. 14. April 2020).

   
Weitere interessante Artikel der heutigen Ausgabe der F.A.Z. .
"Wir geben in keiner Weise Entwarnung",   eine Interview mit dem Präsidenten der Leopoldina Georg Haug. Er empfiehlt eine schrittweise Lockerung, aber ohne auf Schutzmaßnahmen zu verzichten - Masken, Abstand-Halten, Mund-Nasen-Schutz. Kleinere Veranstaltungen und das Öffnen von Gastronomie könne man sich vorstellen. In dem Artikel   

In seinem Artikel "Es ist die Hölle" berichtet Majid Sattar, nach New York sei Chicago der nächste Hotspot in den USA.

Danone Chef warnt vor Hungernöten. Der Mangel an Lebensmittel vor allem in den Entwicklungsländern werde verheerende Folgen haben. Man müsse sich mehr um nachhaltige Ziele kümmern.

Interessant auch das Interview mit Oliver Steil, Vorstandschef von Teamviewer. Teamviewer scheint von der Krise zu profitieren.