Freitag, Juni 16, 2017

Where To Invade Next: Michael Moore is back

The famous American filmaker on his new One Man Invasion Force

Who does not know Bowling for Columbine or Fahrenheit 9/11. Now Michael Moore is back with his Satire on American Foreigne Policy, which, as he stated, has more wars started than actually ended. So he sets out to invade all on  his own other countries checking out what he can "steal" from them. "Framed as a wry travelogue, the film satirizes U.S. foreign policy with visits to several countries, including France, Finland, and Italy, examining how they deal with economic and social ills experienced Stateside. In other words, instead of waging wars over resources like oil, why not wage them over decent health care and so on."[Deadline Hollywood, Dec 2015]. 

So learns from the Italians that employees enjoy about 8 weeks paid holidays, or from the Portugese, that Labor Day is a Bank Holiday in Europe, the police does not arrest anybody having and/or using drugs, and that it is wrong and against human dignity to support capital punishment. Slovenia amazes him that the state offers free university education, or that the Finish Education System does entirely without homework, while the French offers their children the best meals for school lunches.


Although it is a bit funny that employees of  small businesses of all things - he visits the company Faber-Castell, which produces pencils (sic!)  - have only one job, he does seem to be surprised about how we're dealing with our past, an aspect which reminded me of Adorno foremost principle of education, "Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allersterste Erziehung." [Th. Adorno, Erziehung nach Auschwitz).

At the end visiting the remnants of the Berlin Wall he remembers that most of the ideas he wanted to bring back to America were orginally American ideas. Unfortunately the country seem to have forgotten its own ideals. And the highlight a CEO from Iceland says why she does not want to live in the US.

Sonntag, April 30, 2017

Grüss Göttin - oder warum Gott meist nur männlich dargestellt wird


 Mit diesem Bild wirbt das jüdische Museum Hohenems für die aktuelle Ausstellung "Die Weibliche Seite Gottes" vom 30. April bis 8 Oktober 2017. Die Ausstellung möchte der
zentralen Frage nachgehen, ob Gott nach der Tradition der drei abrahamitischen Tradition nach auch anders als männlich verstanden werden kann.  Die Ausstellung werfe"....einen kritischen Blick zurück auf die Quellen aus der sich die Idee des „einen Gottes“ speiste, und auf traditionelle Bilder des Weiblichen in der religiösen Tradition. Sie entdeckt verborgene und verdrängte Überlieferungen alternativer Vorstellungen des Göttlichen. Die Möglichkeit einer – mal mehr mal weniger – sexuell weiblich definierten Dimension Gottes blitzt in der hebräischen Bibel, in außerkanonischen Schriften und in der rabbinischen Literatur auf." Ausgangspunkt der Ausstellung sei die Schöpfungserzählung in Gen 1,17, in der berichtet wird, dass Gott den Menschen als sein Abbild und als Mann und Frau geschaffen habe, so Joachim Riedel in seinem Artikel in Christ & Welt Nr 17, 20 20 April 2017, 3. Wenn aber Gott Mann UND Frau und damit als sein "Ebenbild" geschaffen hat, wenn Mann UND Frau "gemeinsam den Menschen abgeben, kann auch das Göttliche nur aus einer polaren Einheit von Männlichem und Weiblichem bestehen." schrieb Christa Mulack bereits 1998. (Mulack, 1989, 9)

Laut Gen 2 sei der Mann, Adam, jedoch vor der Frau, Eva erschaffen worden, schreibt Riedel weiter. Eva hätte sich jedoch geweigert sich um unterzuordnen. "Im Rahmen dieser paradiesischen Beziehungskiste habe Eva prima den denkbar schlimmsten Frevel begangen: Sie habe den Gottesnamen ausgesprochen und damit das ultimative Verbot gebrochen." (Ebd.) Das habe dann dazu geführt, dass Eva dämonisiert und so aus den Paradiesgarten geflogen sei. Manchen Kommentatoren sahen sie als Verkörperung einer sumerischen Gottheit namens Lilith. (Vgl. ebd.)

Allerdings wird dabei verkannt, dass es sich bei diesem Mythos um ein Geschichte handelt, die erklären will, was der Mensch sei, nämlich angewiesen auf ein Gegenüber, dass ihm entspreche, im Gegensatz zu den Tieren, die die Bibel als "stumm" bezeichnet. Damit sei ursprünglich keinesfalls die Unterordnung der Frau unter den Mann gemeinst gewesen.

Darüber hinaus meinen einige feministischen Theologinnen, etwas - vgl. Christa Mulack in ihrem Buch "Die Weiblichkeit Gottes" (1998) oder Dies.: Im Anfang war die Weisheit, 2004 - die Sündenfallgeschichte dahin zu interpretieren, dass Eva in der Tat die letzte Vertreterin einer weiblichen Priesterschaft sei, die sich dem  Dienst an der Göttin verpflichtet fühlte. Schließlich sei sie es, die sich theologisch mit dem Schöpfer um den Verzehr der verbotenen Frucht auseinandersetzt, während sich Adam als Mann eher passiv verhalte.  Insofern enthalte die Schöpfungsgeschichte Restspuren einer matriarchal geprägten Göttinnenreligion.

Unbestritten scheint es jedoch zu sein, dass Israel bis in die Zeit der Reform des Königs Joschija Aschera als weibliche Gottheit im Tempel verehrt hat. Sie ist nach Aschera die zweite weibliche Partnerin Jahwes (vgl. Otthmar Keel, 2008, 15). Vermutlich wurde sie noch als Baumgöttin im Tempel Salomons verehrt, bevor die Weisheit sie ersetzte (vgl. ebd. 15; 36). Sie ist das Prinzip der Schöpfung (vgl. Othmar Keel, 2008, 16)

Für die feministische Theologin Elizabeth A. Johnson ist es der GEIST=SIE, wie sie das weibliche Prinzip Gottes nennt, welcher aus Wüste einen Garten macht (vgl. Jes 32, 15; vgl. Johnson, 1994, 188). Sie schreibt: "Der GEIST=SIE ist mehr als das klischeehafte, partriarchale Weibliche; sie ist .....ein Verstandeswesen, unendlich hinsichtlich der Kraft, unbemessen hinsichtlich Größe, mit Zeiten und Ewigkeiten nicht zu messen, mit seinen Gütern freigiebig (Basilea von Caesarea). Wenn mit Geist-Sophia vor Augen der Frauen als imago Dei gesehen werden, kommt Möglichkeit für die Integrität von Frauen jenseits der Dichotomisierung ins Blickfeld. (ebd. 207). Elizabeth Johnson sieht diesen GEIST=SIE im besonderem Maß in Jesus Christus wirken und bezeichnet ihn als Jesus-Sophia (vgl. ebd Kap. 8, S. 209ff;)

Das Diözesanmuseum in Rottenburg behandelte bereits im Jahre 2008 in der Ausstellung mit dem Titel "Gott weiblich",  dass die ausschließlich männliche Gestalt des Göttlichen von den biblischen Schriften her betrachtet nicht gerechtfertigt ist." (Othmar Keel, 2008, 9)

 In Jahwe versteckten sich zahlreiche weibliche Aspekte (vgl. ebd. 13). Siehe hierzu auch:"Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich Euch." (Jes 66, 13) Über die weiblich-mütterliche Seite Gottes

Zum letzten Mal: Terror in der Oper - Richard Strauss' Salomé in Stuttgart April 2017

Terror in der Oper - Richard Strauss' Salomé in Stuttgart

 So betitelte ihre Premierenkritik in den Stuttgarter Nachrichten vom  Salomé eigentlich wisse, was sie tue, wenn sie den Kopf des Propheten Johannes des Täufers fordert. Am Freitag, den 28 April 2017 wurde die Oper nun zum letzten aufgeführt. Ein beeindruckendes Erlebnis, und zugleich meine erste Strauss-Oper.

Richard Strauss‘ Oper Salomé basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Oscar Wilde aus dem Jahre 1882. Im Gegensatz zur biblischen Vorlage (vgl. Mt 14,3-11 , Mk 6,17-28) – Herodes lässt Johannes der Täufer köpfen, weil seine Stieftochter Salomé, angestachelt durch ihre Mutter Herodias, für einen Tanz ihm abringt, ihr jeden Wunsch zu erfüllen -  steht im Zentrum von Wildes Adaption des Stoffes die Rache einer unglücklichen Verliebten, die vom Propheten zurückgewiesen wird, in den sie sich verliebt hat. Es ist ein Tod aus Liebe. (Zu den Hintergründen und Vorlagen zu Wildes Stück, etwa die Erzählung „Herodias 18177“ von Gustave Flaubert, siehe: Wilde and the legend of Salomé in the Nineteenth Century. Siehe auch: Oscar Wilde and the French Decadents, 2014)

Salomé: „Jochanaan! Ich bin verliebt in deinen Leib, Jochanaan! Dein Leib ist weiß wie die Lilien auf einem Felde, von der Sichel nie berührt. Dein Leib ist weiß wie der Schnee auf den Bergen Judäas. Die Rosen im Garten von Arabiens Königin sind nicht so weiß wie dein Leib, nicht die Rosen im Garten der Königin, nicht die Füße der Dämmerung auf den Blättern, nicht die Brüste des Mondes auf dem Meere, nichts in der Welt ist so weiß wie dein Leib. Laß mich ihn berühren, deinen Leib!“ Aber Jochanaan entgegnet: „Zurück, Tochter Sodoms! Berühre mich nicht! Entweihe nicht den Tempel des Herrn, meines Gottes!“  (Wilde, Salomé)  Als die Soldaten Salomé den Kopf des Jochanaan bringen, sagt sie: „Ah! Du wolltest mich nicht deinen Mund küssen lassen, Jochanaan! Wohl, ich werde ihn jetzt küssen! Ich will mit meinen Zähnen hineinbeißen, wie man in eine reife Frucht beißen mag. Ja, ich will ihn jetzt küssen, deinen Mund, Jochanaan. Ich hab' es gesagt. Hab' ich's nicht gesagt? Ja, ich hab' es gesagt. Ah! Ah! Ich will ihn jetzt küssen... Aber warum siehst du mich nicht an, Jochanaan?“ Dazu schreibt Hans-Jürgen Benedict: „Eine abstoßende und zugleich berührende Szene. Eine junge Frau im Dialog mit einem Toten, für dessen Tod sie verantwortlich ist. Und den sie aus Liebe hat töten lassen.“

Richard Strauss kam durch eine Bitte des Wiener Dichters Anton Lindner mit dem Stück in Berührung. Er solle aus dem Drama ein Libretto formen. Nach Fertigstellung von Libretto und Partitur wurde die Oper Salomé  am 9. Dezember in Dresden uraufgeführt. (Vgl. Salomé_Oper). Durchkomponiert und auf Leitmotiven beruhend gelang es Strauss mit seiner Musik „…Wagners Sehnsucht nach Schönklang einerseits, von dessen romantischer Weltsicht andererseits“ zu überwinden. (ebd.) Die auftretenden Figuren seien laut Strauss selbst „lauter perverse Leute, und, nach meinem Geschmack, der perverseste der ganzen Gesellschaft ist – der Jochanaan.“ Oder sie sind – wie der Narraboth als Ausnahme – hoffnungslos naiv. Im Laufe des 95-minütigen Einakters sterben drei – Narraboth durch Suizid auf offener Bühne, Jochanaan und Salome durch illegitime Todesurteile. Die Musik dazu ist entsprechend wild: „Das Ausmaß an Dissonanzen, an Orchestervolumen, an schierer musikalischer Kakophonie wie in der Salome hatte es bislang noch nicht gegeben.“ (ebd.).  

Die Inszenierung von  Kirill Serebrennikov am Opernhaus in Stuttgart - Premiere war November 2017 – überträgt dies in die heutige Zeit auf dem Hintergrund von Terror und Islamismus. Er erzählt die Version die Geschichte einer kaputten Familie in einer kaputten Welt. "Er tut dies ohne zu werten und ohne ideologische Schwarz-Weiß-Malerei. In sein hochmusikalisches Gesamtkunstwerk sind dabei auch Zitate von Terroristen-Videos verwoben…. Als sein zentrales Anliegen bezeichnet der Regisseur, in der Möglichkeit der Liebe einen Ausweg zu weisen aus dem Teufelskreis der Gewalt, in dem unsere heutige Welt gefangen ist.", so lautet die Ankündigung der Inszenierung von Kirill Serebrennikov.

Kirill Serebrennikovs Salomé  "ein keine verführerische, laszive Schönheit, sondern ein trotziger, trampeliger Teenager in Dr.-Martens-Stiefeln und schwarzem Kapuzenpulli: verloren, verwirrt, allein gelassen.", schreibt Verena Grosskreutz. 

Desweiteren doppelt der Regisseur die Figur des Jochanaan. Ian Patterson singt die Gesangspartien, während der geschundene und oft misshandelte Körper des Propheten von einem jungen Araber dargestellt wird, dessen Leid und Schicksal auch an die unsäglichen Misshandhandlungen und Folterungenvon muslimischen Gefangenen im Gefägnis Abu Ghraib erinnern. 

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Sonntag, April 02, 2017

Abi Light oder die Zukuft des Abiturs

Abi Light - oder die Zukuft des Abiturs

 Eigentlich hatte ich es schon immer geahnt. Die Qualität des Abiturs nimmt immer mehr ab. Andererseits gibt es aber immer mehr Schüler*innen, die Abitur machen wollen. Gleichzeitig werden die Noten aber auch immer besser. Sind die heutigen Abiturienten besser, sprich intelligenter oder ist das Niveau der allgemeinen Hochschulreife gesunken?
Dieser Frage geht Anant Agarwala in dem Artikel Abi für Alle! in DIE ZEIT (Printausgabe vom 30. März 2017, 13) nach. Ausgangpunkt war das katastrophale Abschneiden in der ersten Pisa-Studie von 2001. Deutschland brauche mehr Hochschulabgänger (S. 13). Ziel sei, dass ca 40% eines Jahrgangsgangs die Hochschulreife absolviere. So wurde auch der Zugang zum Abitur und die Lehrpläne gändert (14). Zusätzlich setzte man auf einen kompetenzorientierten Unterricht, was dann auch zu besserem Abschneiden ist in späteren Tests führte. 
Allerdings sei das Gymnasium zur einer Art "Hauptschule" werde, die die Angst vieler Eltern vor dem Abstieg zu kompensieren scheint. (14). Der emeritierte Bildungsforscher Heinz-Elmar Tenorth von der Humbold-Universität ist sich sicher, dass die Politik die Entwicklung zu mehr Abiturienten gefördert habe, was bedeutet,  dass "die Anforderungen ....auch geringerer geworden seien. (14). Allerdings müsse man auch beachten, dass mehr Abiturienten nicht gleichzeitig auch zu mehr Wohlstand führe (15). Die negative Seite sei zudem, dass immer mehr Facharbeiter und Handwerker fehlten.

Sonntag, März 19, 2017

Two English Literary Gentlemen: On Ian McEwan and Julian Barnes

 Two English Literary Gentlemen: On Ian McEwan and Julian Barnes

Julian Barnes and Ian McEwan are both one of the most popular English writers today. THE ZEIT published an interview with both writers, which made me become more interested in Barnes's work. Peter Kümmel wrote, "Ian McEwan und Julian Barnes gehören zu den bedeutendsten Erzählern der Gegenwart. Nie zuvor haben die beiden Engländer ein gemeinsames Interview gegeben. Ein Werkstattgespräch unter Schriftstellern, aber auch der Dialog zweier Männer über die Frage: Wie lebt man richtig? [Freunde und Spione, in:  Die ZEIT vom 17. Oktober 2016 DIE ZEIT Nr. 41/2016, 29. September 2016.  [See also http://ianmcewan.com/ and http://www.julianbarnes.com/ ]

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Back in 1980 I had the chance to attend a reading by Ian McEwan from some his two collections of short stories from hist books In Between the Sheets (1978) and First Love, Rast Rites (1979) at the University of Exeter, where I studied English Literature. I saw him again in 1999 at the Literary Festival in Cheltenham. He read from his book Atonement, which was not published back then. In 2007 the  film version was released. [see ImDb)  Since then I have bought almost all of his books.

 
His most recent book  In a Nutshell came out in September 2016.
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Books by Julian Barnes have stood on my book shelves for years. Yet since the German weekly

His latest book, published in 2016 about the Russian Composer Dmitri Shostakovich. Interestingly enough I also attended a symphony concert in Exeter performing Shostakovich's 5th Symphony.
The novels narrates the life and difficulties of the composer, especially after 1936, when he saw Stalin attending the performance of his opera "Lady Macbeth of Mensk". Shortly after that Communist Paper Prawda published an article characterizing the opera as muddle instead of  music.(see review Starker Roman über Schostakwotisch by Jürgen Kanold].  

"Julian Barnes erzählt in seinem neuen Roman mit einer Fülle funkelnder Details das Leben Schostakowitschs, der seit diesem 28. Januar zu feige war, gegen die Macht zu opponieren. Das Buch dient dem Zweck, genau diesen Satz, für den die äußeren Tatsachen sprechen, zu widerlegen. Was ist Feigheit? Wer kann sich erlauben, darüber zu urteilen?", schreibt Michael Maar in seiner Rezension (M.Maar,  Bloß die Musik fehlt, in Die Zeit v. 16. Februar 2017, 49.) And he finishes, that it  be too easy to judge artists, ".... die sich mit der Macht arrangieren müssen. Dass der Vorwurf der Feigheit zu gedankenlos verwendet wird. Dass niemand sich vorstellen kann, wie der Terror die Seele zersetzt. Dass am Ende nur die Kunst, das Flüstern der Geschichte, durch den Lärm der Zeit zu hören ist.". So here you can listen to some of his music on youtube.


News Reviews - Literature

News Reviews - Literature - Book Tips

A list of current books worhwhile reading. 

Imbolo  Mbue, BEHOLD THE DREAMERS,  2017
Press reviews: 'There are no heroes in this marvellous debut, only nuanced human beings. A classic tale with a surprise ending, as deeply insightful as it is delightfully entertaining' Taiye Selasi 'Imbolo Mbue would be a formidable storyteller anywhere, in any language. It's our good luck that she and her stories are American' Jonathan Franzen 'Eerily timely ... bittersweet and buoyant' Jessie Burton, Observer Books of the Year 'As a dissection of the American Dream, Imbolo Mbue's first novel is savage and compassionate in all the right places' New York Times 'There's an innovative focus to this warm-hearted and timely debut. Cleverly created by fielding more than once class of New York dreamer' The Sunday Times 'Mbue crafts a satire of unusual subtlety.' Observer The cultural and racial observations are fresh, interesting and never laboured' Irish Times 'There are a lot of spinning plates and Mbue balances them skilfully, keeping everything in motion. Even more impressive is the vitality that gleams through the film of gloom as the story becomes less about the Jonga family from day to day than about their efforts to make peace with their fate, whatever and wherever that might be' Scotland on Sunday 'A debut novel that illuminates the immigrant experience in America with the tender-hearted wisdom so lacking in our political discourse ... Mbue is a bright and captivating storyteller' Washington Post 'Mbue writes with great confidence and warmth ... A capacious, big-hearted novel' New York Times Book Review


 

News Reviews - Bildung und Schule

News Reviews - Bildung und Schule

Eine Liste aktueller Artikel und Links zum Thema Schule und Bildung.

2. März 2017: Einsen für alle, in:  DIE ZEIT Nr. 10, 2017, 67

Die Bildungsexperten Peter Klein und Petra Spanat diskutierten über Bildung kontra Wissen und dem damit verbundenen Kompetenzbegriff. Klein kritisiert u.a. den Kompetenzbegriff, weil Fakten nicht mehr wichtig seien, "....Schüler sollen das Lernen lernen, Lehrer sind nur noch Coaches." . Petra Stanat führt als Gegenbeispiel den Englischunterricht an, der sich sehr veändert habe. "Heute legen Lehrkräfte mehr Wert darauf, dass Schüler sich in der Fremdsprache tatsächlich ausdrücken können. Denn was nützt es, wenn sie zwar die Formen des past perfect beherrschen, sich aber nicht unterhalten können." Klein bezweifelt jedoch, dass das auf die Kompetenzorientierung zurückzuführen sei. Ich erinnere mich an einen Vortrag des Schulpädagogen Peter Fauser aus Jena, der dem Kompetenzgbegriff ebenfalls sehr kritisch gegenübersteht.
Siehe dazu auch einen Kommentar von Harald Lesch.
 

News Reviews - Theologie, Religion und Kirche.

News Reviews - Theologie, Religion und Kirche

9. März 2017: "Ich bin Sünder und fehlbar, von Giovanni die Lorenzo - Zeit Nr 11/2017

Zum ersten Mal gibt Papst Franziskus einem deutschen Journalisten eine Interview. In diesem Gespräch geht u. a. auch darum was Glaube bedeutet. Sehr lesenswert.

Montag, März 13, 2017

Science Fiction, Philosophy and Theology - Doctor Who

Science and/or Fiction have always  been a creative combination merging fantastic ideas of the future with current issues and therefore can be read as critical comments on the present. As an example I just want to mention the 4th Star Trek movie The Voyage Home (Ecology and the Environment) and 6th Star Trek movie The Undiscovered Country, the first movie after the Fall of the Berlin Wall. [more on Star Trek Film Episodes]
 
This holds also true for other famous science fiction series like Stargate SG 1 or Stargate Atlantis. The fight of the SG Team against false gods and the evils of perverted Religion could thus be read the series against the Goa'ulds (pronounced "Go-wah-oold" or sometimes "Goold"; see Stargate Wiki) as religious criticism at its best and therefore serving as a good example of positive enlightenment. "We have no right to play God, but neither do the Goa'uld. Now I know none of this seems real to you on paper, but trust me, they're pure evil." (Daniel Jackson, see Stargate Wiki)
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In the Stargate Atlantis Episode  Childhood's End  (Series 1, Episode 6)  Major Shepard and his Crews discovers a planet where its inhabitants are not older than 25. They believe in a ritual of self-sacrifice when the oldest member committing suicide on the eve of his 25th birthday therefore guaranting the survival of the tribe. Actually it is technology, discovered by Dr McKay, which protects them against the Wraith. Again the role of Religion is deconstructed.    

The Doctor Series by the BBC, which has been running with intervals since 1963, is also an excellent example of a worldwide famous and acclaimed science fiction series.

I have been a fan of The Doctor since 1985 when I became acquainted with the series during my stay in St. Paul, MN. I watched all episodes of the forth and fifth Doctor (Tom Baker and Peter Davison). At the moment the German channel OneHD shows episodes of the 9th Doctor with Christopher Ecclestone.

I have found an interesting Website and would like to recommend it - whoviantheology.

Montag, März 06, 2017

Wer bin ich? Die Frage nach der Selbsterkenntnis - Film Tipps

TK 1: Ich - ein eigener Mensch werden. 

Auf die Frage Wer bin ich und wie will ich sein bzw. werden? und der damit zusammenhängenden Frage der Persönlichkeitsentwicklung gibt es einige spannende Spielfilme. Hier eine Liste interessanter und guter Filme zu diesem Thema.

Wer bin ich ? Die Frage nach der Selbsterkenntnis

TK 1 ICH SELBST

Der Titel der ersten Unterrichtseinheit im Lehrplan für den katholischen Religionsunterricht lautet Ich - ein eigener Mensch werden. Das Ziel der Einheit lautet:  "Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre eigene Lebensgeschichte und nehmen ihr eigenes Ich wahr. Sie erleben sich sowohl als Individuum als auch als Sozialwesen und erkennen denmaßgebenden Beitrag von Gemeinschaften zum eigenen Entwicklungsprozess. Sie kennen wissenschaftliche Modelle der Persönlichkeitsentwicklung und setzen sich mit der christlichen Sichtdes Menschen auseinander. Auf dieser Grundlage entwerfen die Schülerinnen und Schüler Wege zu einem gelingenden Leben"  [Quelle: Kath. Lehrplan, S.  14]

“Erkenne dich selbst” - so lautet der Spruch des griechischen Orakels in Delphi. Bin ich ICH? Bin ich ICH, wenn ich ICH sage? Oder sage ich ICH BIN? Richard David Precht hat als Einführung ins philosophische Denken den Titel: “Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?” gewählt, ein sehr passender Titel, wie ich finde. Hier ist eine kleine Bibliographie interessanter Artikel zum diesem Thema.

Ursula Nuber, Das bin ich, in: PH 10, 2008, 28ff.
Basis für die Ich-Entwicklung und Individualität und Selbstbestimmung wird früh in der Kindheit gelegt. Erkennen der eigenen Bestimmung führt zum Leben; verkümmern lassen riskiere vom Leben ferngehalten zu werden. Grundfrage :wer bin ich? - Körperliche Beschwerden wie Migräne, Rückenprobleme etc. sowie seelische Probleme Langeweile depressive Phasen usw. zeigten Züge der Selbstverleugnung. (29f). Wichtig sei: Recht auf Rebellion, Auflehnung, sonst kein eigenes Selbst möglich (Arno Gruen). (30) Drei wichtige Bereiche: a) Beruf;  b) Privatleben; c) eigene Bedürfnisse. Authentisch leben zeigt sich u.a daran, dass man unabhängig ist von Meinung anderer ist, ein eigenständiges Ich besitzt; dass man sich nicht vergleichen muss; dass man sicher und wertvoll fühlt, man kann Ambivalenz und Unsicherheit aushalten. (29ff)
Heiko Ernst, Wie bin ich? - Selbsterkenntnis - die schwierigste alles Künste, in: PH 04, 2006, 20ff.
Wir scheinen immer zu allgemeinen Überschätzung unseres Selbstbildnis zu neigen. Um ein genaues Bild von sich zu bekomme, sollte man die richtigen, relevanten, aussagekräftigen Vergleichsmaßstäbe suche. (25) Und man soll sich immer wieder feedback suchen und auswerten. (Siehe auch: Rainer Kellers, Was wir über uns wissen, wissen wir durch Vergleiche, in: ebd. 27ff.

Ursula Nuber, Ein starkes Selbst: Die Quelle unserer Kraft, in: PH 04, 2005, 20ff.
Frage nach der Identität und dem Selbstwertgefühl
Heiko Ernst, Ganz bei sich sein, Warum wir so dringend Alleinzeit brauchen, in: PH 09, 2003. 
Ohne Alleinzeit keine Identität und Entwicklung von Selbst. Alleinsein ist ebenso wichtig wie Kontakt. Rehabilitation des Alleinseins ist wichtig, um Defizite der Persönlichkeitsentwicklung auszugleichen (z.B. Anfälligkeit für Sekten etc.). Balance zwischen Nähe und Distanz ist wichtig. 
Birgit Weidt, Schöpferische Selbstbeherrschung, in: PH 07, 2006, 64ff.
Durch Schreiben kann man mit Belastungen besser umgehen. Es hat was Heilsames. Schreibend drücken wir uns selber aus. Das hat auch schon Freud entdeckt. Es habe etwas mit dem Wunsch nach Glück zu tun. (64) Beim Schreiben steigt man aus dem Alltag aus und schafft Möglichkeiten die eigenen Ressourcen zu fördern. Creative Writing - Weg zur Selbsterkenntnis.

Ulfried Geuter, “Die Psychoanalyse ist eine einzigartige Methode der Erkenntnisgewinnung” Gespräch mit Helmut Thomä., in. PH 08, 2006, 40.
Birgit Schreiber, Schreiben entlastet die Seele, in: PH 07, 2014, 38ff. 
Schreiben helfe beim Lösen von Problemen und entlaste die Seele.        

Weitere Links

Sonntag, März 05, 2017

News Reviews Politics

News Reviews Politics

Eine Sammlung aktueller und interessanter Artikel, Kommentar und sonstigen Veröffentlichungen zu Politk und Gesellschaft.  Die jeweils aktuellsten Posts stehen an oberster Stelle.

2. On Barak Obama's Presidency

Manfred Berg writes about the expectations and hope Obama has been confronted with during his 8 years in office, and what he could really achieve as the first Black President. "Mit Barack Obama verbanden die Afroamerikaner große Erwartungen: Er sollte sein Land aus dem Rassismus herausführen. Doch das historische Erbe war stärker." Manfred Berg, No, he couldn't, Die Zeit v. 14. August 2016 Nr. 3.

1. Politiker contra Wissenschaft. 

Am 20. Januar 2017 wurde er offziell in sein Amt eingeführt. Mit seinem Wahlerfolg und seiner Strategie jeglichen Fakten und wissenschaftlichen Theorien zu trotzen  ist seine Haltung auch in Europa immer populärer, auch in Deutschland bezüglich der Flüchtlingefrage. So leugnen nach wie vor eine Vielzahl von amerikanischen Politikern und ein großer Prozentsatz der amerikanischen Bevölkerung den Klimawandel, an dem kein vernünftiger Wissenschaftler mehr zweifelt. (vgl. hierzu das Buch von Lesch, H./Kamphausen, K., Die Menschheit schafft sich ab, 2. Auflage 2017)

In Amerika scheinen nun die Wissenschaftlicher aufgewacht zu sein, wie Christoph Grösser in seinem Artikel Amerikas Wissenschaftler machen mobil - ein Aufstand für die Vernunft ( ) zeigt. Allerdings ist dies nicht nur seit  Donald Trump so. Schon seit langem hat die Wissenschaft einen schweren Stand. Er schreibt: "Zwei Drittel der Amerikaner, das hat eine Umfrage 2011 gezeigt, können keinen lebenden Wissenschaftler namentlich benennen. Das Vertrauen in die Wissenschaft scheidet sich nicht entlang der Parteilinien, wie eine oberflächliche Betrachtung vielleicht nahelegt, sondern eher entlang des sozialen Grabens, der durchs Land läuft: Unter den reichsten 25 Prozent der Menschen, das ergab eine Untersuchung der National Science Foundation, hat immerhin die Hälfte Vertrauen in Wissenschaftler, bei der niedrigsten Einkommensgruppe sind es nur 33 Prozent. Aus diesem Wählerreservoir hat Donald Trump geschöpft." (ebd.) 

Seminarkurs Kino Kino

TITEL:  "KINO KINO" Einführung in die Filmwissenschaft - Schuljahr 2015/16.  


Ziel dieses Seminarkurses wird es sein, neben der Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten mit der Erstellung einer kleinen wissenschaftlichen Arbeit, sich grundsätzlich mit filmwissenschaftlichen Aspekten und der Besonderheit der Kunstform Films zu beschäftigen. Dabei kommen auch die Geschichte des Filmes, Filmanalyse und Rezeption mit den Bereichen Montage, Kamera, Bildgestaltung, Filmmusik, Dramaturgie, Schnitt etc. zur Sprache. Die Inhalte sollen dann in einem eigenen kleiner Filmprojekt dargestellt und angewandt werden. Ein weiteres Highlight wird sein, dass wir im Februar zu Berlinale gehen werden.

Das Highlight des KINO KINO war mit Sicherheit der Besuch der Berlinale vom 20.-21. Februar 2016 in Berlin, was für alle Seminarkursteilnehmen ein erstes Highlight des Kurses war. Wir haben uns insgesamt fünf Filme aus der Rubrik Generation14+ rausgesucht. Spannend war dabei besonders das Gespräch mit den Regiseur*innen und Schauspieler und anwesenden Filmteammitgliedern. Diese Filme haben wir gesehen. 

Film Nummer 1: Ma Revolution

Ein Fim von Ramsi Ben Sliman.Frankreich 205.  Eine witzige Kömodie auf dem Hintergrund der Revolution in Tunesien.


Film Nummer 2: Avant Les Rues - Before the streets
Ein Film von Chloé Leriche. Kanada 2016.
Shawnouk, a young Atikamekw, commits a crime. After escaping into the forest, he returns to his community, where he tries healing by investing the native traditionalism. "Before the streets" is cast almost entirely by non-professional Atikamekw actors performing in their own language, and in the authenticity of their native village.]Neben der Geschichte und die Leistung der Hauptdarsteller hat mich am meisten die Darstellung des Lebens der Atikamekw, einer der First Nations in Kanada, beeindruckt. Grandios auch die Musik.


Film Nr. 3: Zhaleika
Ein Film von Eliza Petkov. Deutschland 2016). Er erzählt das Leben der junges Zhaleika in einem kleinen Dorf in Bulgarien. "Mit unsentimalen Blick auf eine atemberaubende Kulisse und präziser Schilderung von Bräuchen und Traditionen bulgarsichen Landlebens erzählt ZHALEIKA die stille Geschichte einer Emanzipation. " (aus: Programmheft Berline 2016]

 

Film Nr. 4: Valederama
Ein Film von Abbas Amini (Irran). Aussehend wie sein großes Fussballidol Carlos Valderama erzält der Film die geschichte eines Außenseiters. Gezwungen, sich in der Großstadt Teheran durchzuschlagen, entdeckt er am Ende seine Menschlichkeit in einer Umgenung Kriminalität am Rande der Gesellschaft.





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Film Nummer 5: Girl Asleep
The world is closing in on Greta Driscoll. On the cusp of turning fifteen she can't bear to leave her childhood, it contains all the things that give her comfort in this incomprehensible new world. Girl Asleep ist ein sehr witziger Coming-of-Age Film, der in den 70iger Jahren angesiedelt ist. Es es geht im wesentlichen darum, wie die Hauptperson Greta ihren eigenen Weg findet durch das Labyrinth ihrer Träume, Ängste und Herausforderung. Spannend fand ich die Szene, in der Greta ihrem eigenen jüngerem Selbst begegnet - sich selbst als Kind. Regie führte , Drehbuch stammt von . 

  

Samstag, März 04, 2017

Menschsein heißt: Utopie(n) haben

TK 10 Zukunft - Vom Traum zur Utopie. Die Bedeutung individueller und kollektiver Träume 

Ziel dieser Unterrichtseinheit besteht darin sich sowohl über die eigene Zunkunft als auch über die Zukunft der Welt Gedanken zu machen. Es geht vor allem auch um das Thema Träume und den Entwurf einer idealen Gesellschaft, also um die Frage welche Funktion das utopischen Denken in diesem Zusammenhang inne halt. Letztendlich sollen sich die Schüler auch über die Bedeutung des Reich Gottes Botschaft Gedanken machen und Verbindungen zu ihrem eigenen Leben herstellen. [siehe hierzu Mohamed Amjahid und Geror von Randow, 2016, Sehnsucht Ort? Von wegen! ; Thomas Assheuer (2016) Irgendwo im Nirgendwo. 

Anbei ein kleiner Text über die Geschichte des utopischen Denkens.

a) Die Bedeutung des Träumens
Die Frage nach der Wohin ist so alt wie die Menschen selbst. Schon immer hat der Mensch versucht, seine Gegenwart zu überhöhen. Diese Tätigkeit ist eng verbunden mit der Fähigkeit zum Träumen. Stellt sich die Frage, ob Träume und Visionen, Versuche, die Zukunft zu entwerfen, Antworten geben können auf die Fragen und Probleme der Gegenwart. Menschen, die träumen, wurden lange als "Träumer", als Spinner verurteilt, denen jeglicher Sinn für die Realität verloren gegangen zu sein schien. Träume wurden immer als Flucht vor der Realität interpretiert. Immanuel Kant bezeichnete das Träumen als eine Gemütskrankheit. Und Sigmund Freud behauptete, dass glückliche Menschen überhaupt nicht tagträumten.1

Heutzutage wurde diese Sicht weitgehend revidiert. Vor allem die Psychologie sieht Träume heute wesentlich positiver. So sind Tagträumer nach Christiane Gohl ausgeglichenere und phantasievollere Menschen, die jedoch nicht der Realität entfremdet sind.2 Marilyn Ferguson sieht vor allem, dass es Menschen mit Visionen und Träumen waren, die die Gegenwart verändert haben. Als herausragende Persönlichkeiten nennt sie Mutter Theresa, Virginia Woolf, Charles Darwin u.a. Völker, die sogar eine ausgewiesene Traumkultur besitzen wie die Senoi, sind friedfertiger und geistig gesünder als abendländische Volker.3 Sind Träumer und Visionäre die besseren Menschen?

Träume sind für die psychische und biologische Gesundheit des Menschen wichtig, wie die neuere Traumforschung zeigt.4 Man kann sogar sagen, dass Träume-Haben existentiell zum Wesen des Menschen gehört, der schon immer versucht hat, die Gegenwart zu überhöhen, um den Realitätsdruck auszulösen und eine neue Wirklichkeit zu schaffen. Für viele sammelt sich in der Utopie das, was den Menschen über sich hinauswachsen lässt, was ihn zu einem emanzipatorischen freien Handeln befähigt. Meineserachtens hat das Träumen, eine individuelle Utopie haben, viel mit der kreativen und phantasievollen Aktivität des Menschen zu tun, der damit spielerisch individuelle oder kollektive Zukunft entwirft. Nach Eugen Fink ist das "Spiel" eine der fünf fundamental-anthropologischen Bedingungen menschlicher Existenz, neben Arbeit, Herrschaft, Eros und Tod. Es ist jener Horizont menschlicher Spontaneität, wo sich der Mensch zweckfrei ohne äußere Zwänge entfalten kann.

b) Verschiedene Antworten auf die Sinnfrage
In Bezug auf die kollektive Dimension des Träumens der Zukunft, der Sehnsucht nach Veränderung haben Denker und Philosophen schon früh begonnen, Antworten zu finden. So nahm man an, dass der Natur und dem menschlichen Handeln eine objektiv erkennbare Zweckmäßigkeit innewohnt, die in der "Idee der Ideen" begründet ist, nämlich Gott (Aristoteles). Oder man nahm an, in der allgemeinen Weltvernunft sei ein Zielzustand (= Telos) vorgegeben, an dem alle vernünftigen Wesen teilhaben (Stoa). Oder man orientierte sich an der Verborgenheit Gottes, sichtbar geworden im Mensch gewordenen Gott Jesus (Christentum). Goethe, Darwin, Teilhard de Chardin) nahmen an, es gebe einen natürlich-organischen Prozessablauf, ja vielleicht sogar einen universalen Prozess der Evolution, der in sich Ziel gerichtet ist. Karl Marx hingegen erkannte in der gesellschaftlichen Entwicklung einen Ziel gerichteten Prozess hin zu der "freien Entwicklung eines Jeden als Bedingung für die freie Entwicklung aller". Hegel auf der anderen Seite spricht von einem Prozess des "Werdens zum Geist", während Herbert Marcuse die Utopie einer "befreiten Gesellschaft" verkündete.5

c) Zur Geschichte der Utopie
Der Begriff Utopie stammt von dem englischen Humanisten Thomas Morus, der den Begriff als Titel seines Werkes über dem idealen Staat einführte. Er leitet sich zum einen aus dem griechischen Wort ou-topos ab, was so viel wie Nicht-Ort der Nirgendsland bedeutet. Zum anderen handelt es sich um ein Wortspiel des griechischen Wortes eu-topia, was so viel wie guter Ort bedeutet im Englischen werden beide Wörter gleich ausgesprochen). Unter Utopie versteht man demnach die Darstellung einer unwirklichen Lebensordnung, meist auch einer gerechteren, als sie die Gegenwart bietet. Dieses Ziel soll nach entsprechender Änderung der bestehenden Verhältnisse in der Zukunft verwirklicht werden. Die Utopie übersteigt die Gegenwart auf die Zukunft hin.

Zusammenfassend kann man Utopie definieren als eine ideale Gesellschaft, fern ab jeglicher Zivilisation und total isoliert, vor allem von der Geschichte. Ihre Unabhängigkeit von der realen Geschichte macht sie unverbindlich.6

Im 19. Jahrhundert wandelte sich der Typus der Utopie grundlegend. Das Inselreich7 wird zunächst in das Erdinnere verlagert (Jules Verne) und dann in die Zukunft projiziert (H.G.Wells). Mit Wells ging die utopische Literatur, die weitgehend der Reiseliteratur entstammte, in die neue Gattung Science Fiction über, die fortan ihre Funktion mit übernahm. Wells ist es zudem zu verdanken, dass die Utopie sich stärker an die technischen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts anpasste. Wells sah die menschlichen Beschränktheiten, verabscheute sie sogar, glaubte aber, die Menschen seien formbar. Es setzte seine Hoffnungen auf eine bessere Welt, wie sie die Wissenschaft bot.8
Seit seiner Zeit haben die Nachfolger Wells Furcht vor einer totalen biologischen Kontrolle lebendiger Organismen geteilt, seine Hoffnung auf eine bessere Welt durch die Technologie

Aufgrund Erfahrungen mit totalitären Systemen und der beiden Kriege kam es zur Entstehung der so genannten Anti-Utopie, repräsentiert vor allem durch Autoren, wie Aldous Huxley, George Orwell, Ray Bradbury und Anthony Burgess. Sie versuchten jedoch nicht allein die gegenwärtigen Zustände zu kritisieren und vor möglichen Folgen des Totalitarismus zu warnen, sonder sie arbeitet ebenfalls an einem Entwurf, wie der Mensch sich angesichts der schrecklichen Erkenntnisse, die uns das 20. Jahrhundert gebracht hat, bestehen kann.

d) Utopie heute
Utopie ist in den letzten Jahren für viele ein Reizwort geworden. Kontroversen zwischen konservativen und Progressiven, zwischen Christen und Marxisten, Theologen und Soziologen bewegten sich um die Möglichkeit eines utopischen Verhaltens. Utopie bedeutet für viele  chwärmerei und Wunschtraum. Daher stößt sie auch vielfach auf Ablehnung. Nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus ist der Gedanke der Utopie erneut einer scharfen Kritik unterworfen worden. Joachim Fest sieht folglich die Utopie am Ende, wie sein Buch "Der zerstörte Traum", vom Ende des utopischen Zeitalters" deutlich zu machen versucht. Für ihn bietet die Utopie keine politische Lösungskapazität mehr. Darüber hinaus führte sie nur zu Knechtschaft und Unwahrheit.10

Dem ist entgegen zuhalten, dass man in der heutigen Philosophie und Theologie die Utopie positiv als etwas real Mögliches und Entworfenes versteht, welches das bestehende überholt; negativ das als Folge eines extremen Missbrauchs menschlicher Möglichkeiten (z.B. Technik) befürchtete. Da menschliche Selbstwerdung ein Prozess ist, gibt es somit kein Menschsein ohne Utopie: Von daher kann man den Menschen als utopischen Wesen bezeichnen, der die Provokation der Utopie braucht. Sie kann die Gegenwart der Zukunft zuführen. Durch ein völlig utopieloses Menschsein käme es zu einer Verkümmerung der Gegenwart; der Mensch kann nicht mehr handeln, da er keine Fernziele mehr hätte.

Für den Dogmatiker Helmut Riedlinger waren neben den großen Vertretern der Utopie Morus, Campanella, Bacon vor allem Jesaja und Jesus Utopisten, wenn sie von eine zukünftigen Friedensreich (vgl. Jes 2,11) oder dem Reich Gottes (vgl. Lk 6,21f) sprachen. Die theologisch umstrittene Frage besteht aber darin, ob sich der Mensch und die Menschheit ihre Vollendung utopisch vorstellen und Zug um Zug selbst herbei führen können, oder ob die Vollendung außerhalb menschlicher Macht steht und allein Gott vorbehalten bleibt.11 [© Griesshaber, 2010]

Anmerkungen:
1 Gohl, C., 1991, Tagträume: Liebe, Lust und Abenteuer, in: Psychologie Heute 4, 1991, 30.
2 ebd., 34.
3 Ferguson, M, 1981, Geist und Evolution, 168. Diese Vorstellung wurde mittlerweile als
Mythos entlarvt, widerspricht allerdings nicht unbedingt der Bedeutung der Träume.
4 Vgl. Ernst, H., 1991, Das Geheimnis der Träume, in: Psychologie Heute 3, 1991, 21-29.
Eine gute Darstellung der neueren Forschung findet sich in: Mechsner, F., 1994, Geschichten aus
der Nacht, in: Geo 2, 1994, 12-30.
5 Vgl. Marsch, W.-D., MS.
6 Vgl. Suerbaum, 1981, Science Fiction, 41.
7 Vgl. hierzu Defoes "Robinson Crusoe" sowie den Gegenentwurf von William Golding "Lord of the Flies".
8 Als Beispiel sei hier nur "Time Machine" erwähnt.
9 Vgl. Aldiss, 1980,, Der Millionen-Jahre Traum, 263. (Neuauflage 1987).
10 Vgl. Münkler, Ist die Utopie am Ende?, in: Die Zeit Nr. 18, v. 26.4.91.
11 Vgl. Vorgrimler, Christliche Hoffnung, in. FKR 19, 13.

Gerechtigkeit

TK 4 Soziale Gerechtigkeit

Unterrichtseinheit über die Bedeutung der sozialen Gerechtigkeit. Schwerpunkt ist dabei eine Einführung in die Christliche Soziallehre basierend auf den Gerechtigkeitsvorstellungen im Alten Testament und bei Jesus. 

"Wer bin ich, und wenn ja wie viele! (R.D. Precht)

TK 1: Ich Selbst

In dieser Unterrichtseinheit geht es im wesentlichen um die Frage des Selbst Werdens und des Selbst Sein. es wird der Frage nach gegangen, wie wie zu der oder dem geworden sind, die wir sind. Dabei werden wir auch auf diverse entwicklungspsychologische Theorien, z.B. von Erik Erikson eingehen. Motto ist der Titel von Richard David Prechts Buch "Wer bin ich, und wenn ja wie viele?  

Ursula Nuber, Das bin ich, in: PH 10, 2008, 28ff. Basis für die Ich-Entwicklung und Individualität und Selbstbestimmung wird früh in der Kindheit gelegt. Erkennen der eigenen Bestimmung führt zum Leben; verkümmern lassen riskiere vom Leben ferngehalten zu werden. Grundfrage :wer bin ich? - Körperliche Beschwerden wie Migräne, Rückenprobleme etc. sowie seelische Probleme Langeweile depressive Phasen usw. zeigten Züge der Selbstverleugnung. (29f). Wichtig sei: Recht auf Rebellion, Auflehnung, sonst kein eigenes Selbst möglich (Arno Gruen). (30) Drei wichtige Bereiche: a) Beruf; b) Privatleben; c) eigene Bedürfnisse. Authentisch leben zeigt sich u.a daran, dass man unabhängig ist von Meinung anderer ist, ein eigenständiges Ich besitzt; dass man sich nicht vergleichen muss; dass man sicher und wertvoll fühlt, man kann Ambivalenz und Unsicherheit aushalten. (29ff)

Heiko Ernst, Wie bin ich? - Selbsterkenntnis - die schwierigste alles Künste, in: PH 04, 2006, 20ff. Wir scheinen immer zu allgemeinen Überschätzung unseres Selbstbildnis zu neigen. Um ein genaues Bild von sich zu bekomme, sollte man die richtigen, relevanten, aussagekräftigen Vergleichsmaßstäbe suche. (25) Und man soll sich immer wieder feedback suchen und auswerten. (Siehe auch: Rainer Kellers, Was wir über uns wissen, wissen wir durch Vergleiche, in: ebd. 27ff.
Parfen Laszig, Eine postmoderne Männergeschichte, in: Fight Club - vaterlose Männer auf der Suche nach ihrer Identität.

Ursula Nuber, Ein starkes Selbst: Die Quelle unserer Kraft, in: PH 04, 2005, 20ff. Frage nach der Identität und dem Selbstwertgefühl

Heiko Ernst, Ganz bei sich sein, Warum wir so dringend Alleinzeit brauchen, in: PH 09, 2003. Ohne Alleinzeit keine Identität und Entwicklung von Selbst. Alleinsein ist ebenso wichtig wie Kontakt. Rehabilitation des Alleinseins ist wichtig, um Defizite der Persönlichkeitsentwicklung auszugleichen (z.B. Anfälligkeit für Sekten etc.). Balance zwischen Nähe und Distanz ist wichtig.
Birgit Weidt, Schöpferische Selbstbeherrschung, in: PH 07, 2006, 64ff. Durch Schreiben kann man mit Belastungen besser umgehen. Es hat was Heilsames. Schreibend drücken wir uns selber aus. Das hat auch schon Freud entdeckt. Es habe etwas mit dem Wunsch nach Glück zu tun. (64) Beim Schreiben steigt man aus dem Alltag aus und schafft Möglichkeiten die eigenen Ressourcen zu fördern. Creative Writing - Weg zur Selbsterkenntnis.

Ulfried Geuter, “Die Psychoanalyse ist eine einzigartige Methode der Erkenntnisgewinnung” Gespräch mit Helmut Thomä., in. PH 08, 2006, 40.
Birgit Schreiber, Schreiben entlastet die Seele, in: PH 07, 2014, 38ff. Schreiben helfe beim Lösen von Problemen und entlaste die Seele.

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