Dienstag, April 28, 2020

Literatur: James Baldwin- The Bible of the Gun?

"All Men are created equal and endowed with alienated right of life liberty and happiness" 

Über James Baldwin

So steht in der amerikanischen "Declaration of Independence" von 1776. Allerdings galt die Gleichberechtigung nicht für Frauen und der schwarzen Bevölkerung, die vor allem in den Südstaaten als Sklaven gehalten wurden. Seit dem Ende des 17. Jahrhundert ist die Geschichte der Schwarzen in Amerika eine Geschichte von Unterdrückung, Diskriminierung und Rassismus, leider bis heute, trotz den Führer der Bürgerrechtsbewegung von Booker T. Washington, W.H.B Dubois, Martin Luther King, Malcom X und vielen anderen. Werden Schwarze häufiger von der Polizei der Polizei kontrolliert, müssen eher mit der Todesstrafe rechnen und sind insgesamt immer noch benachteiligt in vielen Bereichen der amerikanischen Gesellschaft. Das zeigt sich aktuell auch an der Zahl der mit Covid-19 infizierten unter der der schwarzen Bevölkerung (auch anderer Minderheiten wie der spanisch sprechenden Bevölkerung), im Vergleich zur vorwiegend weißen Mehrheit. (siehe Dazu meinen Beitrag vom  9. April 2020)

Aber gleichzeitig entstand auch schon sehr früh eine kulturelle und bis heute lebendige Tradition unterschiedlicher kultureller Beitrage, die die American Mainstream Culture immens bereichert hat. Auf der einen Seite waren es die  durch die Spirituals, die Gospelmusik und der Blues, bis hin zur modernen Jazz Musik. Afroamerikanische Musiker bezeichnen den Jazz als die eigentliche "Classic American Music", auf der anderen war und ist es die Literatur, die das Lebensgefühl, das Leid, aber auch die Freude und Hoffnung der Menschen Ausdruck verliehen, allen voran die Autoren und Dichter der Harlem Renaissance, wie Langston Hughes in seinem Gedicht. DreamsHold fast to dreams/For if dreams die/Life is a broken-winged bird/That cannot fly./Hold fast to dreams/For when dreams go/Life is a barren field/Frozen with snow. Oder: The Negro speaks of the River.  Oder die Roamen und Gedichte Claude McKay und Countee Cullen. Vor allem sein Gedicht Incident, welche die Erfahrung eine achtjährigen Jungen beschreibt, der zum ersten damit konfrontiert wird, dass er schwarz ist.     

In Zeit nach der Harlem Renaissance waren es die drei großen Autoren Richard Wright, [zu R.Wright siehe dazu. Deutschlandfunk vom 4.9.2008] mit seinem Roman mit seinem Roman "Native Son", Ralph Ellison mit Invisible Man und James Baldwin. Vor allem und Baldwin beschreiben das Empfinden und Erleben der Schwarzen in einer von Diskriminierung und Rassismus geprägten  Gesellschaft mit den Begriffen unsichtbar - being invisble (Ellison) und namenlos - no name in the Street (bezieht sich auf eines von Baldwins Prosawerken) beschrieb.


Richard Wright



Ralph Ellison

Den ersten der drei Klassiker , den ich entdeckte und mich veranlasste meinen Schwerpunkt für mein Staatsexamen zu machen, was James Baldwin, insbesondere seine Kurzgeschichte Sonny's Blues. Thematisch ging es um die Identität der "Negroes" im Amerika der 60iger Jahre. Dem Protagonisten gelang mit Hilfe dem Blues seinem von den eigenen Wurzeln und kulturellen Identität  entfremdeten Bruder aus der Mittelschicht in Kontakt zu bringen so mit seiner ewigen Herkunft als auch mit der Geschichte seinen Volkes.

Zeitsprung ins 21. Jahrhundert, genauer ins Jahre 2007. Barak Obama wurde zum ersten Präsidenten Amerikas gewählt. Mit dieser Wahl erfüllte sich sich die langersehnte Hoffnung der Schwarzen einen Präsidenten zu haben, der sie vertritt und eine Ende machte mit alltäglichen Rassismus und Diskriminierung. [NB: Ich erinnere mich an die Tränen, die Senator Jesse Jackson, der erste schwarze Präsidentschaftskandidat,vergoss.]

Kurz vor der Wahl erschien ein Artikel des irischen Schriftstellers Colm Toibin mit dem Titel  "Wir alle haben diesen Zorn".  (F.A.Z vom 25. 10.2008) Er vergleicht darin Barak Obama mit einem der bedeutendsten afro-amerikanischen Schriftsteller, James Baldwin, der mit seinem Roman "Go Tell It On The Mountain" berühmt wurde. Gemeinsam haben beide die Religion. In Go tell it on Mountain schreibe Baldwin  "über die Kraft von Gebet und Predigt für eine ansonsten ohnmächtige Gemeinschaft, die den Gottesdienst, im Kontrast zu der harten Außenwelt, als eine Zeit grenzenloser Möglichkeiten empfand. Obama beschreibe in Dreams of my Father. wie er "....wie er in Chicago den Zugang zur Religion fand, wie er von der Geschichte der Kirche der Schwarzen hörte, „der Religion der Sklaven. 

Das Drama "Blues for Mr Charlie", eines meiner Lieblingsbücher,  spielt in den Sechziger Jahren, in der er der Frage nach geht, ob Amerika den Schwarzen die Anerkennung und Würde zuerkennt, die Ihnen zusteht, kulminiert in der Antwort des schwarzen Predigers Meridian, dessen Sohn von einem Weißer ermordet wurde, weil er ihn angeblich beleidigt hat. „You know, for us, it all began with the Bible and the gun. Maybe it will end with Bible and the gun. In diesem Stück Hier hat sich Baldwin doch sehr von der Kraft der Religion abgewahnt. Jedenfalls zweifelt er zunehmends an der Kraft des Gebets.

Nun scheint es 40 Jahre nach der Ermordung Martin Luther Kings einen Präsidenten zu geben, der eine andere Hautfarbe hat, was Hollywood übrigens schon lange thematisiert hat, wenn man z.B.  an die Staffeln 24 und den schwarzen Präsidenten David Palmer ) denkt. Übrigens spielte auch Morgan Freeman bereits den Präsidenten gespielt.

Vor weniger Tagen erschien nun die Neuübersetzung von Baldwins Roman "Giovannis Zimmer" (eng. "Giovanni's Room). Der Roman handelt von David, dem Ich-Erzähler, der allein in Paris zurückbleibt, weil seine Freundin nach Spanien geht, um über eine Hochzeit nachzudenken. Dann trift er Giovanni, bei dem er einzieht. Dann kehrt Hella, seine Freundin, zurück: er muss ich von Giovanni trennen, und lässt sich auf eine neue Beziehung mit Jacques ein. Dann erfährt er, dass Giovanni von Guilllaume, in dessen Bar arbeitet und in beide sich kennengelernt haben, gefeuert wurde. Am Ende ermordert Gionanni den Barbesitzer Gulliaume und wird am Ende exekutiert. David bleibt mit der Erinnerung und seiner Schuld zurück. "Verstörend und betörend" bezeichnet Andreas Platthaus den Roman, ist aber nicht vollständig mit der Übersetzung einverstanden. (in der F.A.Z. v. April 2020)

Im Jahre 2018 erschien die Verfilmung von Baldwins Roman "If Beale Street could talk". Er spielt in New York, aber Baldwin stammt aus dem Song von W.C Handy. Beale Street in Memphis sei damals zu einer Metapher "...für das harte Los der Afroamerikaner geworden. "Jeder in Amerika geborene Schwarze ist in der Beale Street, ist im Schwarzenviertel irgendeiner amerikanischen Stadt geboren, ob in Jackson, Mississippi, oder in Harlem in New York", so Marietta Steinhart in der F.A.Z v. 6 März 2019.



Hier noch ein paar Clips zum Werk von James Baldwin.


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