Freitag, April 07, 2006

Übe Kwick und andere Chat Communities

Habe einen Post über Kwick und andere Chat Communities eschrieben, der in unserem Kulturforum veröffentlicht ist. [mehr....]

Mittwoch, März 29, 2006

Wer bin ich? Jesu Gleichnis von den Talenten (Mt 25, 14ff)

Wer bin ich? Was bin ich? Bin ich ich? Bin ich was ich bin? Diesen und anderen Fragen gehen wir in unserem Relikurs der Klasse EG 1/1 & 1/2 in der Unterrichtseinheit "Ich-Selbst" nach. In diesem Zusammenhang behandelten wir auch das Gleichnis Jesu von den Talenten, oder dem anvertrauten Geld, wie es hier heisst. Dazu der heutige Text aus der Reihe Anstöße des SWR 1 vom Mittwoch, dem 29. März 2006. Dieser Text hat mich sehr bewegt, so dass ich ihn an dieser Stelle zitieren möchte. [mehr.....]

Gabriele Landler spricht von einem Grafiti an einer Bushaltstelle. Da stehe in großen Buchstaben "ICH". Sie schreibt dazu: "Hätte ich auch mal Lust irgendwo ganz groß ICH hinzuschreiben? Oder es laut hinauszuschreien? – Ich weiß nicht. Aber dieses protzige ICH erinnert mich an Gefühle, wenn mir selbst die Anerkennung verweigert wird, wenn mir jemand – auch ohne Worte – sagt: „Du bist für mich eine Null.“ Unter all den Wandbemalungen gibt es eine besondere. Da steht eine Frage: Was ist Kunst? - Antwort: ICH." Und sie fährt fort: "Dieses ICH, das für mich immer noch keinen Namen hat, ist Kunst. Nicht der Schriftzug, der sicher nicht. Der Mensch, der dahinter steckt, der ist Kunst." Der Mensch als Kunstwerk Gottes. Gabriele Landler verweist auf dem Psalm 139, 14-16, wo es heisst: "Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, daß du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke. Als ich geformt wurde im Dunkeln, / kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen. Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war."

Das also ist es, was wir glauben und auf was wir vertrauen dürfen. Was aber heisst das? Was macht mich denn zum Kunstwerk? Was zeichnet mich aus? Was ist schön an mir? Was sind meine Fähigkeiten und Talente, die Gott mir geschenkthat? In diesem Zusammenhang haben wir auch gemeinsam das Gleichnis vom vom anvertrauten Geld gelesen. (Mt 25,14-30)

Es ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Sofor begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen. Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder. Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

Wir waren uns sehr schnell einig, dass Jesus hier nicht als Vertreter eines an der Profitmaximierung interessierten Kapitalismuss verstanden werden darf. Im Gegenteil. Jesus fordert uns auf, mit unseren von Gott jeweils zugeschrieben Talenten zu wuchern und sie eben nicht zu vergraben, denn wir werden eines Tages zu Rechenschaft gezogen werden, was wir aus unseren Talenten und Begabungen gemacht haben.

Dennoch haben wir uns auch die Frage gestellt, was wir wohl mit dem Talent in finanzieller Hinsicht machen könnten, um es zu vermehren. So verabredeten wir, dass jede Schülerin und jeder Schüler in der Klasse eine Euro als Einsatz stiftet und diesen Euro so gewinnbringend wie möglich einsetzt. Dieses Gewinn möchten wir anschließend spenden. Ich wünsche mir, dass meine Schülerinnnen und Schüler ihr jeweilige Prinzip der Gewinnmaximierung hier veröffentlicht.

Sonntag, März 19, 2006

"Klo-Wände im Internet?!" - Über die Bedeutung von Weblogs

Wie ihr seht, führe auch ich mittlerweile Blogs. Solche Online-Tagebücher werden immer beliebter. Zunehmend werden Artikel zu diesem diesem Thema veröffentlicht. Siehe dazu "Es bloggen die Blogger im rauschenden Netz" von Gero von Randow in Die Zeit vom 9. März 2006. Entgegen langläufiger Meinung werden die Inhalte einiger Weblogs jedoch geschätzt, vor allem die von Dissidenten, kritische Bürger und poltische Aktivisten. Götz Hamann zitiert in seinem Artikel "Die Eingeborenen des Internet" u.a. auch den Online-Journalisten David Gilmore, der in den Blogs ein "Aufstand der Leser und Zuschauer gegen die amerikanischen Medien" sieht. In Deutschland jedoch würden die Blogs bisher noch kaum wahrgenommen werden. Ich persönlich sehe Weblogs auch als gutes Beispiel für Vernetzungsmöglichkeiten in einer zunehmend globaleren Welt hinsichtlich der Demokratisierungstendenzen als Chance der Globalisierung (Friedman). Und es macht Spaß. [Siehe Fagi's Kulturcafe....]

Sonntag, März 05, 2006

McDonald's sichert den Frieden?!

Momentan lese ich immer noch das Buch von Thomas L. Friedman (Globalsierung verstehen, Berlin 1999) zu lesen [mehr...]. Im Kapitel über "Die Theorie der Konfliktvermeidung durch den Goldenen Doppelbogen" findet sich eine interessante Theorie. Seine These: "Kein Land, in dem es McDonald's-Restaurants gibt, hat jemals gegen ein anderes Land Krieg geführt, in dem es McDonald's-Restaurant gibt." (244). Er meint, dass ein Land sich wirtschaftlich so weit entwickeln soll, dass es eine Mittelschicht habe, damit es zu einem McDonald's-Land werden könne. (245). Eine Ausnahme gebe es jedoch, nämlich als 19 McDonald's-Länder Ex-Jugoslawien mit seinen 14 McDonald's-Restaurants überfielen. Frage: Wieviele McDonald's-Restaurants gibt es im Iran und Irak? Könnte man doch mal überprüfen?

Donnerstag, März 02, 2006

Was heisst Christsein? Zwanzig Thesen von Hans Küng

Der Tübinger Theologe Hans Küng hat 20 Thesen zum Thema Christsein veröffentlicht auf der Webseite von Publik-Forum können diese These diskutiert und kommentiert werden. Schaut doch mal rein. [mehr dazu unter....]

Montag, Februar 20, 2006

Evolution oder Intelligent Design? Der Streit um die Schöpfung

Hat Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen? Das glauben zumindest viele Kreationisten in Amerika. Aber auch in Deutschland erfreut sich diese Ansicht immer größerer Beliebheit, allerdings mit einer veränderten Idee des Intelligent Design, nämlich der Vorstellung eines intelligenten Schöpfers, der immer wieder in die Welt eingreife und ihr neue Impulse verleihe (Thomas Wilke, Und die Erde ist eine Scheibe!, in Bild der Wissenschaft, Heft 3, 2005, 30f.) Interessant ist dabei, das versucht wird, diese abstruse Idee als Wissenschaft zu verkaufen. Ich persönlich glaube, dass Gott die Welt erschaffen hat (creatio prima) und dass es auch eine weiterführende Schöpfung gibt (creation continua), was aber nicht nicht heisst, dass wir die biblischen Schöpfunsgberichte wörtlich nehmen müssen. Wie mein Lehrer an der Uni (Professor Deissler) immer betont hat: "Diese Geschichten sind eine Wesens- und keine Werdeerzählung". Weitere Informationen zur Diskussion unter: www.talkorigins.org; www.evolutionsbiologen.de. Der Vertreter des Kreationsismus in Deutschland ist die Studiengemeinsschaft Wort und Wissen.

Samstag, Februar 18, 2006

Seminarkurs "Blut": Gen-Doping und Transhumanismus

Laut einigen Wissenschaftler muss der Mensch optimiert werden. Gregory Stock nennt dies "germline engineering". Zu diesem Thema habe ich einen Artikel Franz Muggenthaler mit dem Titel Tiefkühl-Religion in "Die Zeit" gefunden.

"Transhumanisten verstehen sich als die Avantgarde der technisierten Gesellschaft. Sie glauben, dass sich der Mensch mit Hirnimplantaten und Gendoping optimieren ließe, und freuen sich auf ihr Leben nach dem Tod". [mehr.....]

Erziehung zum Duckmäusertum oder Erziehung zur Mündigkeit? Über die Super-Nanny bei RTL

Die Medien haben die Erziehung entdeckt. So läuft die RTL-Serie "Die Super Nanny" mit zunehmendem Erfolg. Aber das pädaggische Konzept ist nicht unumstritten. In dieser Serie wird meineserachtens die Würde des Kindes verletzt und ein Erziehungskonzept propagiert, dass zur Anpassung führt anstatt zur Entfaltung der freien Persönlichkeit des Kindes mit einem eigenen Willen und Selbstbewusstsein. Wer hat die Serie schon mal gesegen? Was haltet Ihr davon?

Hier sind ein paar Links zur Serie: 1. Stellungnahme des Kinderschutzbundes; ein Kommentar von von Regina Schilling; weitere Stellungnahmen.

Freitag, Februar 17, 2006

Projekt Heilige Schrift: Meine Lieblingsstelle in der Bibel

Liebe Schülerinnen und Schüler!
Die Bibel ist das Buch der Bücher schlechthin. Die heilige Schrift ist schlichtweg das "klassische Buch des Abendlandes". Für Jan Ross ist sie "die Mutter aller Entwicklunsgromane", wie er in DIE ZEIT Nr. 14 vom 27.3.02 schreibt. [mehr dazu.....] Das biblische Gottes-und Menschenbild hat Europa und die Welt bis heute geprägt. Darüber hinaus bietet sie auch Geschichten, in denen wir uns mit unseren Sorgen, Ängsten, Hoffnungen und Sehnsüchten wieder finden und Trost und Lebenshilfe finden können. Ich möchte Euch einladen, Eure liebste Bibel-Stelle hier als Kommentar zu veröffentlichen und zu beschreiben, was diese Stelle für Euch bedeutet.

Hier sind noch ein paar Surf-Tipps:
Das ist eine interessante Seite zum Jahr der Bibel. Wenn Ihr eine Bibelstelle sucht, so könnt Ihr unter Bibel-online den gesamten Text finden. Die Online-Konkordanz
hilft Euch bestimmte Textstelle und/oder Themen zu finden. Eine Einführung von Jörg Sieger findet ihr unter Eine Einführung in die Heilige Schrift.

Viel Spaß!

Mittwoch, Februar 15, 2006

Credo-Projekt: Woran ich glaube - Schuljahr 2005/06

Aufgabenstellung zum Glaubensbekenntnis:

Formuliert Euer eigenes Glaubensbekenntnis: " Ich glaube .....; Ich glaube an ...."

Hier ist das Original.

Das Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel
Ich glaube (oder: Wir glauben [1]) an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat, Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott, Licht von Licht,wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tag auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Und an den Heiligen Geist,
der Herr ist und uns lebendig macht,
der aus dem Vater (und dem Sohn [2]) hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten.

Und an die eine, heilige, katholische (oder: christliche [3]) und apostolische Kirche.
Ich bekenne eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Ende der kommenden Welt.
Amen. (mehr....)

Weitere Surftipps bei Wikepedia: Glaubensbekenntnis; Credo; Hier ist noch ein interessanter Link mit Bilder zum Credo. [mehr....]

Samstag, Februar 11, 2006

Deus caritas est.

Deus caritas est ist die erste Enzyklika von Benedikt XVI. Er schreibt über die Liebe. Siehe hierzu auch den Artikel von Jan Ross in DIE ZEIT 26.01.2006 Nr.5. Der Text ist echt lesenswert.

Eros und Gott
In diesem Jahr muss sich zeigen, was für ein Papst Benedikt XVI. sein will. Seine erste Enzyklika handelt von der Liebe Von Jan Ross Nein, von der Pille ist nicht die Rede in der Enzyklika über die christliche Liebe, die Papst Benedikt XVI. jetzt als erstes großes Lehrdokument seiner Amtszeit veröffentlicht hat. Auch die Schwulenehe, gegen die die katholische Hierarchie (den Papst eingeschlossen) bisweilen seltsam besessen anrennt, kommt nicht vor. Eine kurze Polemik gegen den Sex als Ware ist schon fast alles, was an Kulturkritik geboten wird. Joseph Ratzinger ist konservativ, aber eigentlich kein Moralprediger; ihn interessiert das Große und Ganze, der Wesenskern des Christentums. Mehr.....

Und der Papst schliesst mit einem Gebet:

Heilige Maria, Mutter Gottes,
du hast der Welt
das wahre Licht geschenkt,
Jesus, deinen Sohn — Gottes Sohn.
Du hast dich ganz
dem Ruf Gottes überantwortet
und bist so zum Quell der Güte geworden,
die aus ihm strömt.
Zeige uns Jesus. Führe uns zu ihm.
Lehre uns ihn kennen und ihn lieben,
damit auch wir selbst
wahrhaft Liebende
und Quelle lebendigen Wassers
werden können
inmitten einer dürstenden Welt.

Wer bin ich?

Wer bin ich? Bin ich ich? Bin ich der ich bin? Was ist das Selbst? Oder Bewusstsein? Einen interessanten Artikel mit dem Titel Die Suche nach dem Ich von Christian Weber dazu steht im Focus.

Es war nur eine kleine Blutung im Gehirn des 51-jährigen britischen Bauarbeiters, Ex-Sträflings und Heroinsüchtigen Tommy McHugh, aber eine Revolution für sein Ich, eine Herausforderung für die Wissenschaft – und überhaupt eine große Seltsamkeit.

Wirklichkeiten

Was ist Wahrheit? Wie funktioniert Wahrnehumg? Kann ich überhautp die Wirklichkeit erkennen? Und wie? Das sind Fragen, mit denen sich die Erkenntnistheorie beschäftigt. Dazu gibt offensichtlich einen tollen Film: "What the bleep do we (k)now?".
www.bleep.de

Freitag, Februar 10, 2006

Streit um die Karikaturen

Meinungsfreiheit oder Ehrfurcht vor religiösen Gefühlen? Hier ist ein Kommentar zu diesem Thema von einer muslimischen Journalistin in Die Zeit.

Das Recht zu kränken

Die Muslime müssen Karikaturen aushalten, findet die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali Von Katharina Schuler »

Dienstag, September 20, 2005

Vom Siegen und Verlieren

Rundschreiben zum Schuljahresbeginn 2004/2005

Leider waren die Ferien mal wieder viel zu kurz, wie wir Lehrer zu sagen pflegen. Schüler sehen das sicherlich auch so, oder? Und für manche werden das die letzen Schulferien gewesen sein.

Manche von Euch haben sich sicherlich einen schönen Urlaub gegönnt. Andere wollten arbeiten, um das Taschengeldkonto aufzubessern. Vielleicht hat der ein oder andere auch wie ich Stunden vor dem Fernseher verbracht, um Olympia zu schauen. Und jeden morgen der Blick auf den Medaillenspiegel: wie viel Goldmedaillen sind es den heute. Habt Ihr auch mal davon geträumt wie ich Siegerpodest zu stehen und eine Goldmedaille in den Händen zu halten? Einmal im Leben ein Held sein, das wär’s doch, oder?

Und dann diese Enttäuschung. Das Versagen der von Almsicks, den Ullrichs & Co.. Keine Goldmedaille. Wie haben die Medien auf denen herum gehackt, vor allem in der ersten Woche. Es zählt halt in unserer Gesellschaft nur der Gewinner. Leider! Zweite Plätze sind uninteressant sind uninteressant geworden.

Aber wollen wir das denn? Zählen denn wirklich nur noch diese Siegertypen. Darf man gar nicht mehr verlieren? Was ist mit den vielen Athleten, die ihre persönliche Bestleistung übertroffen haben? Oder mit dem palästinensischen Schwimmer, der heimlich in einem illegal gebauten und geheimen kleinen Schwimmbad trainieren muss, aus Angst, die Israelies könnten es zerstören, wenn sie es fänden? Das alles nur, um sich den Traum von Olympia zu ermöglichen. Sind das nicht die wahren Gewinner?

In der Schule ist es doch auch so. Wir Lehrer verlangen Höchstleistungen von Euch, oder?! Auch da gibt es Siege und Niederlagen, z.B. in Klassenarbeiten, wenn man eine Note versiebt hat. Ist man dann ein Loser? Es zählen doch nur die Noten. Kein Wort über die Anstrengung, die persönliche Höchstleistung, vorausgesetzt natürlich, man “belastet sich aus bis an die Grenze”, wie Jan Ullrich bei der Tour de France gesagt. “Ohne Fleiss kein Preis”, sagt das Sprichwort.

Was aber ist, wenn sich bemüht, gelernt und sich angestrengt hat? Und dann doch keine 13 Punkte? Wie gehen wir mit unseren großen und kleinen Niederlagen um? Siegen kann jeder, aber in der Niederlage zeigt sich die Größe. Dazu fällt mir, was der große englische Theologe John Henry Kardinal Newman seinen Eltern geschrieben hat, als er überaus enttäuscht war, als er seine College-Prüfung ohne Auszeichnung bestanden hat.


“Es ist vorbei, und ich habe kein Glück gehabt. Welchen Schmerz es mir bereitet, Dir und Mutter dies mitteilen zu müssen, vermag ich nicht zu sagen. Was ich selber leide, ist in der Tat gar nichts im Vergleich zu dem Gedanken, daß ich Euch enttäuscht habe. Mit Freuden würde ich das Hundertfache an Traurigkeit ertragen ... wenn ich dadurch Mutter und Dir den Schmerz ersparen könnte ... Die Prüfer waren so freundlich wie nur möglich zu mir, aber meine Nerven ließen mich ganz im Stich, und so ging es daneben. Ich habe alles getan, was in meiner Macht steht, um mein Ziel zu erreichen; ich habe keine Mühe gescheut und mein Ruf in meinem College ist so solid wie vorher, wenn auch nicht so glänzend.”

Und dann kommt’s!

“Wenn einer auf dem Schlachtfeld nach mutiger Tat fällt, wird er als Held geehrt - sollte nicht dieselbe Ehre dem zukommen, der auf dem Feld des wissenschaftlichen Kampfes fällt?” (Aus: Günter Biemer, John Henry Newman, Main 1989, 19)

Liebe Schülerinnen und Schüler, mit diesem Zitat wünsche ich Euch für das kommende Schuljahr natürlich viel Erfolg, Motivation und gute Nerven bei all den Herausforderungen, die auf Euch zu kommen werden, aber auch die nötige Gelassenheit den Opfern, die gebracht werden müssen, bei verlorenen Schlachten und Enttäuschungen, die Ihr weg stecken müsst. Aber wie Captain Picard auf de Enterprise habt auch Ihr eine “innere” und äußere Crew, die Euch mit Rat und Tat zu Seite stehen, selbst wenn Ihr das nicht immer spürt oder glaubt.

Also, es kommt nicht immer gewinnen, man muss einen “guten Kampf geben”. Das ist man sich einfach selbst schuldig.

Good luck and God’s blessings to all of you,
Your
C.Grießhaber.