Der erste ist ein Vampirfilm mit dem Titel "Durst".
.
Dazu schreibt Katja Nicodemus in ihrer Filmkritik Schlachtfeld der Liebe:
"Ein Kinogenre, das im Wesentlichen um den gewaltsamen Austausch von Körperflüssigkeit kreist, ist vor allem eines: eine drastische Liebesmetapher. Mit blutverschmierten Lippen, durchbohrten Arterien und gierigen Saugbewegungen erzählt der Vampirfilm von den Abgründen des Begehrens, von der Zerstörungs- und Selbstzerstörungskraft der Liebe, aber eben auch von der Sehnsucht nach dem ewigen Leben im Schutze der triebgesteuerten Nacht. Entlang der Blutspur seiner Helden erkundet er die morbide Wahrheit, die entfesselte Unterseite der Zivilisation. Seine Schattenwelten sind der schwarze Spiegel all dessen, was verdrängt und sublimiert wird."
Der zweite Filmtipp ist ein Ökothriller, der die japanische Fischindustrie mit ihren obskuren Fangmethoden an den Pranger stellt - "Die Bucht"
Dazu Kai Müller in seinem Artikel Flippers Fluch "Psihoyos kommt mit O'Barrys Hilfe einem Lebensmittelskandal auf die Spur. Obwohl Delfinfleisch wegen seines hohen Quecksilberanteils für den Menschen pures Gift ist, gelangt es – als Walfleisch deklariert – in die Tiefkühltruhen der Supermärkte. An diesem Verbrechen werden sich Japaner verschlucken."
Hinweise, Tipps, Kommentare zu allen möglichen Themen rund um Schule, Unterricht, Gesellschaft und darüber hinaus. Bitte keine anonymen Kommentare, damit jeder kommentieren kann! Danke.
Donnerstag, November 05, 2009
Samstag, September 12, 2009
SEM: Das Mahl: Kochen mit Meryl Streep: "Julie & Julia"
Seit letzter Woche ist der Film "Julie & Julia" in den Kinos angelaufen. Er handelt von der amerikaischen Spitzenköchin Julia Child. Hier ist der Trailer:
"Hier geht es nicht um den Zwang zum Essen als tägliche Begierde, sondern um eine wahrhaft meditative Angelegenheit, die den Zuschauer, in diesem Fall mich, dazu verführt, nicht immer an Perfektion im Detail, an Punkte, Sterne und Ruhm zu denken, sondern an die Lust am Handwerk. Tatsächlich ist dieser Film in mancher Hinsicht therapeutisch, nicht nur für einen Sternekoch, " schreibt der Spitzenkoch Tim Raue in Die Zeit. [mehr....] Eigentlich ein Muss für unseren Seminarkurs
"Hier geht es nicht um den Zwang zum Essen als tägliche Begierde, sondern um eine wahrhaft meditative Angelegenheit, die den Zuschauer, in diesem Fall mich, dazu verführt, nicht immer an Perfektion im Detail, an Punkte, Sterne und Ruhm zu denken, sondern an die Lust am Handwerk. Tatsächlich ist dieser Film in mancher Hinsicht therapeutisch, nicht nur für einen Sternekoch, " schreibt der Spitzenkoch Tim Raue in Die Zeit. [mehr....] Eigentlich ein Muss für unseren Seminarkurs
Montag, August 24, 2009
Tarantino's Inglorius Basterds jetzt im Kino
Um es gleich vorweg zu sagen, ich fand den Film einfach toll, witzig, schräg und sehr spannend inszeniert. Vor allem die Schnittttechnik hatte es mir angetan.
"Als Unterhaltung bietet Inglourious Basterds schräge Fantasy und amoralisches Amüsement – also die Quintessenz von Hollywood, obwohl Tarantino gewohnt genüsslich mit einigen Faustregeln der Traumfabrik bricht: So wird in der Originalversion mehr Deutsch und Französisch gesprochen als Englisch, was viele sprachspielerische Kabinettstücke ermöglicht (die Synchronfassung ruiniert einige unweigerlich wieder, weil auch das Englische auf Deutsch übersetzt ist)", schreibt Christoph Huber. Und David Kleingers urteilt in seinem Artikel Spiel mir das Lied vom Apfelstrudel auf Spiegel-online: "Quentin Tarantino mag oft nerven mit seinem nur notdürftig als Prahlerei getarnten Gequengel, ihn doch bitte als legitimen Nachfahren seiner heißgeliebten Auteurs ernst zu nehmen. Auch in "Inglorious Basterds" findet sich die kaum ironisch gebrochene Feststellung, dass hier ein Meisterwerk zu bewundern sei - doch diesmal hat Tarantino mit dem visuellen Gedächtnis eines Elefanten, der Subtilität einer Dampfwalze und seiner aufrichtigen Leidenschaft für das Weltkino tatsächlich etwas geschaffen, von dem nach dem Abspann weit mehr als die Summe der einzelnen Teile bleibt." [mehr über Tarantiono und die Nazi von Georg Seßlen]. Mehr Szenen:
"Als Unterhaltung bietet Inglourious Basterds schräge Fantasy und amoralisches Amüsement – also die Quintessenz von Hollywood, obwohl Tarantino gewohnt genüsslich mit einigen Faustregeln der Traumfabrik bricht: So wird in der Originalversion mehr Deutsch und Französisch gesprochen als Englisch, was viele sprachspielerische Kabinettstücke ermöglicht (die Synchronfassung ruiniert einige unweigerlich wieder, weil auch das Englische auf Deutsch übersetzt ist)", schreibt Christoph Huber. Und David Kleingers urteilt in seinem Artikel Spiel mir das Lied vom Apfelstrudel auf Spiegel-online: "Quentin Tarantino mag oft nerven mit seinem nur notdürftig als Prahlerei getarnten Gequengel, ihn doch bitte als legitimen Nachfahren seiner heißgeliebten Auteurs ernst zu nehmen. Auch in "Inglorious Basterds" findet sich die kaum ironisch gebrochene Feststellung, dass hier ein Meisterwerk zu bewundern sei - doch diesmal hat Tarantino mit dem visuellen Gedächtnis eines Elefanten, der Subtilität einer Dampfwalze und seiner aufrichtigen Leidenschaft für das Weltkino tatsächlich etwas geschaffen, von dem nach dem Abspann weit mehr als die Summe der einzelnen Teile bleibt." [mehr über Tarantiono und die Nazi von Georg Seßlen]. Mehr Szenen:
1. Interrogation
2. The Restaurant Scene
Für die Behandlung im Unterricht siehe Lesetipp der Stiftung-Lesen.de
Für die Behandlung im Unterricht siehe Lesetipp der Stiftung-Lesen.de
Mittwoch, August 12, 2009
Die Zukunft der Bildung
Welche Art von Bildung brauchen wir? Einige fordern im Zeichen der Globalisierung, was dem Arbeitsprozess dient und wenden sich gegen Allgemeinbildung. Andere hingegen wollen zurück zum Humboldtschen Ideal. Welche Funktionen haben Qualifikationen und Soft Skills, Kompetenzen und Fachwissen? Laut Andreas Huber kann Howard Gardner mit seinem Konzept der Five Minds for the Future Auskunft geben, was Bildung ist (36f). 1. Diszipliniertes Denken - Konzentraionsfhigkeit, Expertentum durch Aneignung von Faktenwissen und Beherrschug de grundlegenden Disziplinen; 2. synthetisches Denken (38); 3. Kreatives Denken, 4. Respektvolles Denken, 5. ethisches Denken.(39.) „Die Zukunft der Bildung kann nur in einer umfassenden Persönlchkeitsbludng bestehene.. Fachlich hochentwickeltes, kreatives Denken und Handeln, geistige Flexiblität und breite Lernfähigkeit sind kein Selbstzweck. Sie werden getragen von einer Pesönlichkeit mit hoher Sozialkompetenz und ethisch fundierter Werthaltung“ (39). Siehe dazu auch „Wir leiden immer noch an den Folgen einer rigiden Erziehungsmoral, Gespräch mit Rolf Arnold, in: ebd. 40f. Laut Arnold sei Kompetenzbildung notwendig um Bildung genauer fassen zu können. „Bildung ist Selbststeuerungs- und Problemlösungsfähigkeit, Kritik- und Selbstreflexions- und auch Solidarisierungsfähigkeit.“ (41) [Andreas Huber, Das Wissensquintett: Fünf Intelligenzen für das 21. Jahrhundert, in PH 07, 2009, 36ff]
Das Heilige: Auf der Suche nach spirituellen Orten
Was ist uns heilig? Gibt es so etwas wie besondere Orte? "Was ist ein heiliger Ort? Für die Religionen fungiert er als wichtiges Symbol und als Stätte zur Ausübung bestimmter Rituale. Doch darüber hinaus gibt es Orte, die eine ganz besondere Wirkung auf uns haben, ohne dass wir dies näher erklären könnten. Manchmal sind es außergewöhnlich schöne Plätze in der Natur (hier zu sehen ist einer der Smaragdseen in Neuseeland, eine heilige Stätte der Maoris)." Katrin Zabel zeigt uns solche Orte in einer Bildergalerie auf Zeit-Online.
Mittwoch, Juni 24, 2009
SEM: Das Mahl: Essen und Genuß: Streicheln Sie die Currywurst!
Auf Spiegel-Online gibt es eine interessante Rubrik names Werners Essecke. Einer der Artikel handelt von des Deutschen liebsten Wurst - Die Currywurst, die es zu streicheln lohne. "Man muss sie nicht mögen: Die Currywurst, mit kruder Gewürzmischung gedopter schrumpeliger Bratling, ist der Renner in bundesdeutschen Kantinen. Ein warnendes Wort: Bloß weil etwas scharf und leicht verfügbar ist, sollte man nicht kritiklos zubeißen", schreibt Werner Theurich und gibt dann gleich auch wichtige Tipps über Verzehr und Qualität. "Wenn Sie eine hervorragende natürliche Wurst auf dem Teller haben: Streicheln Sie sie, statt sie mit Chili zu ermorden." [mehr...] Dazu passt dann auch der Song von Herbert Grönemeyer.
Wem die Wurst nicht schmeckt, der kann ja auf Frikadellen umsteigen.
Helge Schneider hat auch Tipps für Vegetarier. Wie wärs dann mit einem:
Weitere Songs übers Essen findet Ihr auf youtube.
Wem die Wurst nicht schmeckt, der kann ja auf Frikadellen umsteigen.
Helge Schneider hat auch Tipps für Vegetarier. Wie wärs dann mit einem:
Weitere Songs übers Essen findet Ihr auf youtube.
Montag, Juni 15, 2009
SEM: Das Mahl: Liebe geht durch den Magen, etwa nicht?
Nicht erst seit Eva Adam jene berühmte Frucht zum Verzehr gab, hängt Liebe, Sexualität und Nahrung eng zusammen. Die erste Nahrungsaufnahme des Kindes geschieht ja an der Mutterbrust. Und vielleicht sind ja solche Verschlingunsgphantasien wie "ich hab Dich zum Fressen gern" mit dieser Urerfahrung von Essen und Liebe grundlegende Erfahrungen. Nan Melliger spricht in Ihrer Studie "Fleisch" ebenfalls von diesem Zusammenhang, was ihre Kapitelüberschriften "Mann isst Fleisch; Frau ist Fleisch" nahe legt. Erinnert sei hier auch an den Film 9 1/2 Wochen. Hier ist ein kleine Bildergalerie zu diesem Thema Verführung und Essen mit dem Titel "Sex Food: Essen, das Lust macht" . [mehr....].
Dienstag, Juni 09, 2009
SEM: Pursuit of Happiness:
Laut neuesten Untersuchungen macht der Verzehr von Fast Food und Soft Drinks Kinder zwar dick, aber auch glücklicher, wie die neueste Studie Childhood Obesity and Unhappiness -the influence of soft drinks and fast food consumption
, Edited by
Hung-Hao Chang & Rodolfo M. Nayga Jr. des "Journal of Happiness Studies" zeigt, [mehr.....], was die Herausgeber von Zeit wissen (vgl. Ausgabe Nr. Juni/Juli 2009, 45). zur Bemerkung veranlasst, damit sei ein "neue Form von Alternativmedizin gefunden....Zur Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bei McDonald's an der Kasse." Dennoch scheint etwas dran zu sein. Gesunde Nahrung "mache Kinder unglücklicher", so die Studie [mehr....]. Wenn es also einen so deutlichen Zusammenhang gebe, so müsse man das berücksichtigen bei "Maßnahmen und Programme, die eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Kindern anstreben..., um eine Reduzierung von Gewichtsproblemen bei Kindern zu erreichen, ohne dass dies auf Kosten ihrer Zufriedenheit geht." [mehr...]
Vielleicht ist man mit einem Super Wopper noch besser drauf. Wie wärs: das nächste Seminarkurstreffen bei Burgerking?
Vielleicht ist man mit einem Super Wopper noch besser drauf. Wie wärs: das nächste Seminarkurstreffen bei Burgerking?
Mittwoch, April 15, 2009
SEM: Pursuit of Happiness:Wie werde ich glücklich?
Zu Zeit werden ja immer mehr Bücher und Artikel zum Thema "Glück" veröffentlicht (siehe Wie werde ich glücklich?). Gerade habe ich ein Diskussionsforum zu diesem Thema gefunden, das auch für uns interessant sein könnte. Vielleicht hat ja jemand auch Lust mitzudiskutieren. Hier ist der Link zur Seite der "diegesellschafte.de" mit dem Thema "Konsum & Glück". Viel Spaß!
SEM: Pursuit of Happiness: Was ist Glück?
Zu Zeit werden ja immer mehr Bücher und Artikel zum Thema "Glück" veröffentlicht (siehe Wie werde ich glücklich?). Gerade habe ich ein Diskussionsforum zu diesem Thema gefunden, das auch für uns interessant sein könnte. Vielleicht hat ja jemand auch Lust mitzudiskutieren. Hier ist der Link zur Seite der "diegesellschafte.de" mit dem Thema "Konsum & Glück". Viel Spaß!
Dienstag, März 17, 2009
Winnenden und was wir daraus lernen können
"Die Bilder gleichen einander auf fatale Weise. Wie zuvor in Emsdetten und Erfurt sehen wir in Winnenden weinende Schüler, die sich in den Armen liegen. In den Gesichtern der Erwachsenen steht Fassungslosigkeit und tiefe Trauer geschrieben. Polizeibeamte zeichnen minutiös die Blutspur nach, die Tim K. in Winnenden und Wendlingen hinterlassen hat, ringen aber nach Worten, wenn sie das Unerklärliche erklären sollen. " Mit diesen Worten beginnt der Kommentar von Stefan Dietrich in der FAZ zum Amoklauf von Winnnenden [Menschliche Zeitbomben, 13. März 200,1]. Und auch die Reaktionen sind die gleichen. Politiker fordern schärfere Waffengesetze, Polizeigewerkschaften mehr Kontrollen an den Schule [vgl. Schäuble lehnt schärferes Waffengesetzt ab, in: FAZ vom 13. März 2009, 2; Stefan Dietrich, a.a.O, 1] und natürlich fällt der Generalverdacht wieder auf Killerspiele wie Counterstrike. So fordert Medienpsychologe Helmut Lukesch eine Ächtung "aggressiver Killerspiele" [Marco Dettweiler, in: FAZ v. 13. März 2009, 2]. Es sei kein kultureller Verlust, wenn solche Spiele vom Markt genommen würden.
Was mich am meisten beschäftigt ist das Verhalten der Medien, die ja gerade von solcher Gewaltdarstellung leben. Oder wie soll man die Tatsache einschätzen, dass ein Video gezeigt wird, in der zuerst Tim K. von Polziekugeln niedergestreckt und dann sich selbst tötend gezeigt wird? Im Unterrichtswerk Challenge 21 zum Thema Medien gibt es einen Text.....
Was aber kann die Schule tun? Die Ordinariatsrätin Dr. Magalena Seeliger schreibt in ihrem Brief an die Religionslehrer: "Liebe Religionslehrerinnen und Religionslehrer, ich danke Ihnen, dass Sie nicht nur in diesen Tagen Ihren Schülerinnen und Schülern nachgehen,mit ihnen reden, ihnen zuhören und sie begleiten."
Zitate von Kottlorz.
Dienstag, März 03, 2009
Neue Medien: Lernen mit Web 2.0
Laut Andreas Huber wird das Internet zunehmend zum vielleicht wichtigsten Medium [Vom Lernen beim Surfen, Gespräch mit John Erpenbeck, in: PsychHeute Nr.11, 2o08, 42]. Seiner meiner nach ist bereits durch die Möglichkeiten des Internets eine Lernrevolution von statten gegangen, hin zu "ganzheitlichen Kompetenzentwicklung" und weg von rein fachlicher Qualifikation [ebd. 42f]. Er versteht Web 2.0 als Kompetenzsoftware. "Da diese neue Web-2.0-Instrumente (E-Portfolios, Wikis, Weblogs etc.)die Bearbeitung von Entscheidungsproblemen in sozial kontroversen, Dissonanzen erzeugenden Kommunikationsformen ermöglich, sind sie ideal geeignet, Kompetenzlernen zu ermöglichen. [ebd.44] Um Ängste und Widerstände abzubauen, bräuchte es "didaktische und methodische Formen udn ein pädagogisches Konzept, das über den bekannten behavioristischen, kognitiven oder konstruktivistischen Ansatz hinausgeht, " [ebd.45] fährt Erpenbeck fort. Damit der Einzelne nicht mehr die notwendigen Erfahrungen selbst machen muss - und auch nicht mehr kann -, müssen die Erfahrungen über Netzwerke, Organisation oder Datenbanken besorgt und den Problemen angepasst werden. Dies wird als "Learning as Network-Creation" bezeichnet [Vgl. ebd. 45. ]
Dienstag, Februar 24, 2009
SEM: Das Mahl: Einführung ins Thema
Der Seminarkurs im Schuljahr 2009/10 wird sich mit dem Thema "Das Mahl - Überlegungen zu einem Ritual zur Nahrungsaufnahme beschäftigen. Dabei werden Fragen wie "Warum essen wir? Warum nicht? Was essen wir, was nicht? Und mit wem? nachgehen.
Zur Sprache kommen dabei sowohl die geisteswissenschaftlichen Disziplinen wie die Geschichtswissenschaft - Überlegungen zur Geschichtes des Essens,. Tischsitten etc. (vgl hierzu die Ausführungen von Nan Mellinger in ihrem Buch "Fleisch. Ursprung und Wandel einer Lust", Frankfurt 2000) -, Religionswissenschaften - Opfermahl, Göttermahl, Abendmahl etc. - als auch die Naturwissenschaften, allen voran die Neurobiologie, die sich u.a mit den Auswirkungen des Essen auf unser Gehirn beschäftig (siehe die Studien von Tamas Horvath).
Literarische Annäherungen (vgl. Franz Kafka's Der Hungerkünstler) oder Aspekte des kulinarischen Kinos (siehe Berlinale 2009.) bieten vielfältige und interessante Aspekte dieses umfangreichen Themas. [mehr....]. Als der Film zum Thema bietet sich sicherlich umstrittene französische Film Das Große Fressen an.
Nicht zuletzt spielt auch der Kannibalismus, und besonders der Vampirismus in diesem komplexen Thema ein wichtige Rolle. Viele neue Bucherscheinungen, allen voran die Bücher von Stephanie Meyers und der Erfolg des Films "Twilight - Biss zum Morgengrauen" spiegeln dies wieder.
Zur Sprache kommen dabei sowohl die geisteswissenschaftlichen Disziplinen wie die Geschichtswissenschaft - Überlegungen zur Geschichtes des Essens,. Tischsitten etc. (vgl hierzu die Ausführungen von Nan Mellinger in ihrem Buch "Fleisch. Ursprung und Wandel einer Lust", Frankfurt 2000) -, Religionswissenschaften - Opfermahl, Göttermahl, Abendmahl etc. - als auch die Naturwissenschaften, allen voran die Neurobiologie, die sich u.a mit den Auswirkungen des Essen auf unser Gehirn beschäftig (siehe die Studien von Tamas Horvath).
Literarische Annäherungen (vgl. Franz Kafka's Der Hungerkünstler) oder Aspekte des kulinarischen Kinos (siehe Berlinale 2009.) bieten vielfältige und interessante Aspekte dieses umfangreichen Themas. [mehr....]. Als der Film zum Thema bietet sich sicherlich umstrittene französische Film Das Große Fressen an.
Nicht zuletzt spielt auch der Kannibalismus, und besonders der Vampirismus in diesem komplexen Thema ein wichtige Rolle. Viele neue Bucherscheinungen, allen voran die Bücher von Stephanie Meyers und der Erfolg des Films "Twilight - Biss zum Morgengrauen" spiegeln dies wieder.
SEM: Das Mahl: Forschungsfragmente 01
1. Essen und Sex: Laut den Forschungen des Neurobiologen Tamas Horvath habe Essen und Sex sehr viel gemeinsam. Er forscht u.a, wie sich das Essverhalten aufs Gehirn auswirkt. Die ganz alten Teile des Gehirns seien nur mit Essen und Sex beschäftigt. Lust auf Sex und Lust auf Schokolade sei von Hormonen im selben Hirnbereich gesteuert, der auch den Eisprung reguliere. "Wenn man verliebt ist, nimmt man ab. Wenn die Beziehung nicht mehr so aufregend ist, legt man wieder zur." (Stefanie Schramm, Der fünf-Millionen-Euro-Professor, in: Zeit Wissen Nr. 2, 2009, 28ff).
2. Hunger: Zum Thema "Warum essen wir? Warum nicht?" gibt uns Horvath eine Erklärung. Seiner Ansicht nach fördere Hunger die Lernfähigkeit. Der Schlüssel dazu liege im Hormon "Ghrelin". [mehr....]
2. Hunger: Zum Thema "Warum essen wir? Warum nicht?" gibt uns Horvath eine Erklärung. Seiner Ansicht nach fördere Hunger die Lernfähigkeit. Der Schlüssel dazu liege im Hormon "Ghrelin". [mehr....]
Donnerstag, November 06, 2008
An important Moment in History - Obama is the 44th President
The American People have spoken. Barak Obama is the new President of the Unitet States and the first Black President. 40 years after Martin King's Assassination some of his dreams have come true. "As the new day dawns in Germany, America is once again dreaming the American dream. It will be a deep, soulful dream after all these restless, dreamless years of terror attacks, reports from the Baghdad front and the collapse of Wall Street. It's a dream about a world without poverty or fear, of a life full of opportunity and devoid of George W. Bush", writes Gabor Steiner in The Resurrection of the American Dream in Spiegel Online International. Here is his Victory speech.
More coverage of this historical Tuesday here...
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Donnerstag, Oktober 30, 2008
Doc's Newsletter No 2
„Fragen stellen zu können, ist eine Fähigkeit, die man nie verlernen sollte. Das Lernen und Genießen sind das Geheimnis eines erfüllten Lebens. Lernen ohne Genießen verhärmt, Genießen ohne Lernen verblödet“. (Richard David Precht)
Die ersten Wochen des neuen Schuljahres sind schon wieder rum. Die ersten Herausforderungen standen an, die ersten Schlacht wurden geschlagen. Und vielleicht gab es ja schon den ein oder anderen Sieg in der Schlacht. Ich hoffe jedenfalls, das Schuljahr hat bei Euch allen so begonnen, wie Ihr Euch das vorgestellt habt und Ihr im Sinne des obigen Zitates da Schuljahr bisher so erlebt habt. Dieses Buch möchte ich Euch wärmstens empfehlen, vor allem natürlich den Seminarkurslern, da es so was wie das Basiswerk unseres Seminarkurse werden könnten. Es enthält sogar ein Kapitel über meine Lieblingsserie Star Trek mit dem Titel: Mir Spock liebt. Was sind Gefühle? (vgl. ebd. 74-84)
Bei mir waren die letzen Wochen zwar etwas hektisch, aber insgesamt nicht uninteressant. Zum einen lag das in dem beiden Reisen nach Thüringen und Sachsen mit Abstechern auf der Wartburg bei nach Eisenach, Weimar und natürlich die Fahrt mit den Seminarkurses nach Dresde, zum andern am alltäglich Wahnsinn in der Schule. Aber das kennt ihr ja. Dresden besuchte ich das erste Mal im Jahr 1991, also kurz nach der Wende. Beindruckt hat mich damals die Ruine der Frauenkirche, die ja jetzt wieder in neuem Glanz erstrahlt. Umso weniger kann ich verstehen, dass sich viele Leute im Osten nach den alten Zeiten sehnen. Lest mal hierzu das spannende Dossier „Land ohne Gedächtnis“ in der ZEIT-Online von Stephan Lebert ( ). Was wissen junge Menschen noch von der Zeit vor der Wende. Viele Menschen wollten einfach nicht (mehr) wahrhaben, dass die DDR eine Diktatur war.
Apropos Gedächtnis. Wer sind wir eigentlich? Und was wissen wir über uns? Was macht uns glücklich, und warum? Das ist nicht nur eine Frage nach der Selbsterkenntnis, also die Frage nach dem ICH, dem Bewusstsein usw.. Es ist auch die Frage nach den Wurzeln unseres Volkes. Das ZDF – vielfach gescholten wegen Niveaulosigkeit (siehe unten) – startete am Sonntag eine grandiose Geschichtsreihe - Die Deutschen. Diese Sendungen solltet Ihr Euch ansehen.. Das ist spannender Geschichtsunterricht, der bildet.
Apropos Bildung. Vielleicht habt ihr ja den Skandal miterlebt bei der Verleihung des Fernsehpreises, als Marcel Reich-Ranicki den Preis nicht annahm und eine Debatte um Qualität des Fernsehen anstieß.
Dazu schrieb Christoph Amend: "Marcel Reich-Ranickis Auftritt bei der Fernsehpreis-Gala hat gezeigt, was dem Medium fehlt: Spontaneität, Esprit und Haltung ." Christof Siemens urteilt in der selben Ausgabe: "Die TV-Grabbelkiste ist eine Schule des Sehens. Von Dieter Bohlen lernt man darin genauso viel wie von Marcel Reich-Ranicki." Kurz gesagt, ich finde Reich-Ranicki hat Recht. Wie eine Sendung wie "Deutschland sucht den Superstar" einen Preis bekommt, kann wohl nur an der Quote liegen. Abgesehen von ein paar qualitativ guten Programmen, die leider immer viel zu spät kommen, bekommt das deutsche Publikum, was es verdient. Aber vielleicht sollten die Machen von Big Brother sich wirklich mal die Mühe machen und George Orwell's Nineten Eigthy Four noch mal lesen. Und die Diskussion um Elke Heidenreichs Sendung "Lesen" sagt ja alles. Hab deshalb auch gerade den Film Free Rainer wieder angeschaut. Der ist aktueller den je. Ein Film gegen Trash-TV.
Momentan beschäftigt die Welt neben der globalen Finanzkrise die Frage, wer der nächste amerikanische Präsident werden wird. Nächste Woche wird gewählt. Und vermutlich wird es Barak Obama werden. Dazu habe ich einen Artikel des irischen Schriftstellers Colm Toibin "Wir alle haben diesen Zorn". Er vergleicht Barak Obama mit einem der bedeutendsten afro-amerikanischen Schriftsteller James Baldwin, der mit seinem Roman "Go Tell It On The Mountain" berühmt wurde. Eines meiner Lieblingsbücher ist für mich sein Drama "Blues for Mr Charlie" aus den Sechzigern, in der er der Frage nach geht, ob Amerika den Schwarzen die Annerkennung und Würde zuerkennt, die Ihnen zusteht, kulminiert in der Antwort des schwarzen Predigers Meridian, dessen Sohn von einem Weißer ermordet wurde, weil er ihn angeblich beleidigt hat. „You know, for us, it all began with the Bible and the gun. Maybe it will end with Bidle and the gun. " Nun scheint es 40 Jahre nach der Ermordung Martin Luther Kings einen Präesidenten zu geben, der eine andere Hautfarbe hat, was Hollywood übrigens schon lange thematisiert hat, wenn man z.B an die Staffeln 24 und den schwarzen Präsidenten David Palmer ) denkt. Übrigens hat auch Morgan Freeman bereits den Präsidenten gespielt. Weitere Links dazu: Amerika's Präsidenten im Spuiegel Hollywoods; Das Weiße Haus taugt auch als Studio.
Zum Schluss noch eine Geschichte aus Paul Watzlawikss „Anleitung zum Unglücklichsein“ (1996, 37f).
Die Geschichte mit dem Hammer: "Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht's mir wirklich. — Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er »Guten Tag« sagen kann, schreit ihn unser Mann an: »Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel !«
Die ersten Wochen des neuen Schuljahres sind schon wieder rum. Die ersten Herausforderungen standen an, die ersten Schlacht wurden geschlagen. Und vielleicht gab es ja schon den ein oder anderen Sieg in der Schlacht. Ich hoffe jedenfalls, das Schuljahr hat bei Euch allen so begonnen, wie Ihr Euch das vorgestellt habt und Ihr im Sinne des obigen Zitates da Schuljahr bisher so erlebt habt. Dieses Buch möchte ich Euch wärmstens empfehlen, vor allem natürlich den Seminarkurslern, da es so was wie das Basiswerk unseres Seminarkurse werden könnten. Es enthält sogar ein Kapitel über meine Lieblingsserie Star Trek mit dem Titel: Mir Spock liebt. Was sind Gefühle? (vgl. ebd. 74-84)
Bei mir waren die letzen Wochen zwar etwas hektisch, aber insgesamt nicht uninteressant. Zum einen lag das in dem beiden Reisen nach Thüringen und Sachsen mit Abstechern auf der Wartburg bei nach Eisenach, Weimar und natürlich die Fahrt mit den Seminarkurses nach Dresde, zum andern am alltäglich Wahnsinn in der Schule. Aber das kennt ihr ja. Dresden besuchte ich das erste Mal im Jahr 1991, also kurz nach der Wende. Beindruckt hat mich damals die Ruine der Frauenkirche, die ja jetzt wieder in neuem Glanz erstrahlt. Umso weniger kann ich verstehen, dass sich viele Leute im Osten nach den alten Zeiten sehnen. Lest mal hierzu das spannende Dossier „Land ohne Gedächtnis“ in der ZEIT-Online von Stephan Lebert ( ). Was wissen junge Menschen noch von der Zeit vor der Wende. Viele Menschen wollten einfach nicht (mehr) wahrhaben, dass die DDR eine Diktatur war.
Apropos Gedächtnis. Wer sind wir eigentlich? Und was wissen wir über uns? Was macht uns glücklich, und warum? Das ist nicht nur eine Frage nach der Selbsterkenntnis, also die Frage nach dem ICH, dem Bewusstsein usw.. Es ist auch die Frage nach den Wurzeln unseres Volkes. Das ZDF – vielfach gescholten wegen Niveaulosigkeit (siehe unten) – startete am Sonntag eine grandiose Geschichtsreihe - Die Deutschen. Diese Sendungen solltet Ihr Euch ansehen.. Das ist spannender Geschichtsunterricht, der bildet.
Apropos Bildung. Vielleicht habt ihr ja den Skandal miterlebt bei der Verleihung des Fernsehpreises, als Marcel Reich-Ranicki den Preis nicht annahm und eine Debatte um Qualität des Fernsehen anstieß.
Dazu schrieb Christoph Amend: "Marcel Reich-Ranickis Auftritt bei der Fernsehpreis-Gala hat gezeigt, was dem Medium fehlt: Spontaneität, Esprit und Haltung ." Christof Siemens urteilt in der selben Ausgabe: "Die TV-Grabbelkiste ist eine Schule des Sehens. Von Dieter Bohlen lernt man darin genauso viel wie von Marcel Reich-Ranicki." Kurz gesagt, ich finde Reich-Ranicki hat Recht. Wie eine Sendung wie "Deutschland sucht den Superstar" einen Preis bekommt, kann wohl nur an der Quote liegen. Abgesehen von ein paar qualitativ guten Programmen, die leider immer viel zu spät kommen, bekommt das deutsche Publikum, was es verdient. Aber vielleicht sollten die Machen von Big Brother sich wirklich mal die Mühe machen und George Orwell's Nineten Eigthy Four noch mal lesen. Und die Diskussion um Elke Heidenreichs Sendung "Lesen" sagt ja alles. Hab deshalb auch gerade den Film Free Rainer wieder angeschaut. Der ist aktueller den je. Ein Film gegen Trash-TV.
Momentan beschäftigt die Welt neben der globalen Finanzkrise die Frage, wer der nächste amerikanische Präsident werden wird. Nächste Woche wird gewählt. Und vermutlich wird es Barak Obama werden. Dazu habe ich einen Artikel des irischen Schriftstellers Colm Toibin "Wir alle haben diesen Zorn". Er vergleicht Barak Obama mit einem der bedeutendsten afro-amerikanischen Schriftsteller James Baldwin, der mit seinem Roman "Go Tell It On The Mountain" berühmt wurde. Eines meiner Lieblingsbücher ist für mich sein Drama "Blues for Mr Charlie" aus den Sechzigern, in der er der Frage nach geht, ob Amerika den Schwarzen die Annerkennung und Würde zuerkennt, die Ihnen zusteht, kulminiert in der Antwort des schwarzen Predigers Meridian, dessen Sohn von einem Weißer ermordet wurde, weil er ihn angeblich beleidigt hat. „You know, for us, it all began with the Bible and the gun. Maybe it will end with Bidle and the gun. " Nun scheint es 40 Jahre nach der Ermordung Martin Luther Kings einen Präesidenten zu geben, der eine andere Hautfarbe hat, was Hollywood übrigens schon lange thematisiert hat, wenn man z.B an die Staffeln 24 und den schwarzen Präsidenten David Palmer ) denkt. Übrigens hat auch Morgan Freeman bereits den Präsidenten gespielt. Weitere Links dazu: Amerika's Präsidenten im Spuiegel Hollywoods; Das Weiße Haus taugt auch als Studio.
Zum Schluss noch eine Geschichte aus Paul Watzlawikss „Anleitung zum Unglücklichsein“ (1996, 37f).
Die Geschichte mit dem Hammer: "Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht's mir wirklich. — Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er »Guten Tag« sagen kann, schreit ihn unser Mann an: »Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel !«
Donnerstag, Oktober 23, 2008
Leistung lohnt sich! - Ja, warum auch nicht!
Leistung lohnt sich! So heisst die Überschrift des Artikels von Sybille Volkholz in Die ZEIT Nr. 41, 1. Okt. 2008, 73. Sie bemängelt u.a im Deutschland nach Pisa, dass Leistung nicht genügend gewürdigt werde, im Gegensatz etwa zu kanadischen Schulen. Dort seien Schüler stolz, wenn sie etwa als "the best of the week" ausgezeichnet würden, während hier in Deutschland Schüler, die etwas wissen und leisten wollen, als Streber gebrandmarkt würden. So schreibt sie: "Eine eindeutig positive Orientierung an Leistungskriterien könnte aber leistungssteigernd wirken und sozial weniger selektiv. Denn wo die Leistung nicht gefordert und gefördert wird, da schlägt die Herkunft durch. Der zurückhaltende Umgang mit Leistungsforderungen kann durchaus jenen den Ansporn verweigern, die ihn am meisten benötigen. Schülerleistungen hängen wesentlich von der Leistungsorientierung der Lehrkräfte, der Eltern, des schulischen Umfelds und der Politik ab. Konsistente hohe Leistungsanforderungen, verbunden mit einem lernfreundlichen Klima, sind die besten Voraussetzungen für hohe Schülerleistungen." (Ebd. 73)
Dem kann ich aus meiner eigenen Erfahrung nur zustimmen. Die Gründe dafür sieht sie u.a. in einem Bildungsbegriff aus der Tradition des 19. Jahrhunderts, der Bildung als zwecksfrei definiere, quasi als "Abgrenzung zur ökonomischen Massenproduktion". Dieser anti-ökonomische Reflex des Bildungsbürgertums befördere die Selektivität unserer Schulen erheblich, schreibt sie weiter. Insbesondere die Auffassung Bildung dürfe keinen Verwertungsinteressen unterworfen werden, habe sich zu lange gehalten. Und was habe man dagegen, dass man, wie die OECD-Studie es tue, zu überlegen, welche Kompetenzen, welche Fähigkeiten ein Schüler im späteren Leben haben muss. Aber wer danach frage, wie man in der Welt zurechtzukomme, mache "sich immer schon ökonomischen Nützlichkeitsdenkens schuldig."
Mit Günter Biemer plädiere ich jedoch für einen Bildunsgbegriff der "geistlichen Weite" (vgl. Biemer, Bearbeite Granit mit dem Rasiemesser...., 1988, 175). Bildung hat einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung eines Menschen, und trägt demnach diesen Selbstzweck in sich. Schon der amerikanische Philosoph und Pädagoge John Dewey bemängelte, dass, wenn eine Schule nur als Vorbereitung für eine mehr oder weniger ferne Zukunft gesehen werde, diese nicht wahrhaft bildend sei. Bildung scheitere, so Dewey, wenn "....it conceives the school largely as a place where certain information are given, where lessons are to be learned, or where habits are to be formed. The value of these is conceived as lying largely in the remote future; the child must do things for the sake of something else he is to do...As a result they do not become a part of the life experience of the child and so are not truly educative." (zitiert in: The Philosophy of John Dewey, ed. by John J. McDermott, Chicago, 1981, 445f)
Der große Theologe John Henry Newman plädierte bereist in seiner "The Idea of a University" für die Bildung als Selbstzweck, weil: "such is the constitution of the human mind, that any kind of knowledge, if it be really such, is its own reward"(John Henry Newman, The Idea of University, Notre Dame 1960, 77). Newman spricht zwar von der Aufgage einer Universität, wenn er Bildung als einen Prozess versteht, der den Menschen mit dem gesamten Umkreis des Wissens in Verbindung bringe (vgl. ebd, 175). "Eine Verfassung dess Geistes wird geformt, die das ganze Leben hindurch anhält: Freiheit, Unvoreingenommenheit, Gelassenheit; Maßhalten und Weisheit seien ihre charakteristischen Merkmale", schreibt Newman (zit. in: ebd. 197.) Genau darin unterscheide sich Bildung von Lehr-Unterrichts- und Forschungsstätten, "denen es mehr um Ausbildung vestimmter Fähigkeiten als um universale Bildung gehe." (Ebd. 175)
Doch dies trifft eben auch auf die Schule zu, die ja junge Menschen zur Studierfähigkeit (aus-) bilden soll. Gerade in der aktuellen Bildungsdebatte kann man immer wieder diese Elemente finden, wie der Artikel von Sybille Volkholz beweißt. Ausgerechnet die Bundesbildungsministerin Annette Schavan wandte sich sich in einem Podiumsgespräch auf der Didakta 2008 in Stuttgart entschieden gegen eine Ökonomisierung von Bildung. Kompetenzen und Fähigkeiten sind wichtig um im späteren Leben - auch in der Berusfwelt - bestehen zu können. Aber das Ziel muss letztlich immer der Mensch und sein Interesse an der Entfaltung seiner Persönlichkeit sein. Bildung darf sich eben nicht an den wirtschaftlichen Interessen orientieren.
Dass diesem "Selbstzweck zur geistigen Weite" die Leistung nicht im Wege steht, das Schüler gefordert und gefördert werden müssen, versteht sich meines Erachtens von selbst, aber eben um der Persönlichkeit willen, und nicht aufgrund eines wie auch immer erhofften oder ersehnten Erfolgs in den Augen der Gesellschaft. Schule darf sich nicht als Erfüllungsgehilfe gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Interessen verstehen, sondern steht einzig und allein im Dienst am Menschen.
Dem kann ich aus meiner eigenen Erfahrung nur zustimmen. Die Gründe dafür sieht sie u.a. in einem Bildungsbegriff aus der Tradition des 19. Jahrhunderts, der Bildung als zwecksfrei definiere, quasi als "Abgrenzung zur ökonomischen Massenproduktion". Dieser anti-ökonomische Reflex des Bildungsbürgertums befördere die Selektivität unserer Schulen erheblich, schreibt sie weiter. Insbesondere die Auffassung Bildung dürfe keinen Verwertungsinteressen unterworfen werden, habe sich zu lange gehalten. Und was habe man dagegen, dass man, wie die OECD-Studie es tue, zu überlegen, welche Kompetenzen, welche Fähigkeiten ein Schüler im späteren Leben haben muss. Aber wer danach frage, wie man in der Welt zurechtzukomme, mache "sich immer schon ökonomischen Nützlichkeitsdenkens schuldig."
Mit Günter Biemer plädiere ich jedoch für einen Bildunsgbegriff der "geistlichen Weite" (vgl. Biemer, Bearbeite Granit mit dem Rasiemesser...., 1988, 175). Bildung hat einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung eines Menschen, und trägt demnach diesen Selbstzweck in sich. Schon der amerikanische Philosoph und Pädagoge John Dewey bemängelte, dass, wenn eine Schule nur als Vorbereitung für eine mehr oder weniger ferne Zukunft gesehen werde, diese nicht wahrhaft bildend sei. Bildung scheitere, so Dewey, wenn "....it conceives the school largely as a place where certain information are given, where lessons are to be learned, or where habits are to be formed. The value of these is conceived as lying largely in the remote future; the child must do things for the sake of something else he is to do...As a result they do not become a part of the life experience of the child and so are not truly educative." (zitiert in: The Philosophy of John Dewey, ed. by John J. McDermott, Chicago, 1981, 445f)
Der große Theologe John Henry Newman plädierte bereist in seiner "The Idea of a University" für die Bildung als Selbstzweck, weil: "such is the constitution of the human mind, that any kind of knowledge, if it be really such, is its own reward"(John Henry Newman, The Idea of University, Notre Dame 1960, 77). Newman spricht zwar von der Aufgage einer Universität, wenn er Bildung als einen Prozess versteht, der den Menschen mit dem gesamten Umkreis des Wissens in Verbindung bringe (vgl. ebd, 175). "Eine Verfassung dess Geistes wird geformt, die das ganze Leben hindurch anhält: Freiheit, Unvoreingenommenheit, Gelassenheit; Maßhalten und Weisheit seien ihre charakteristischen Merkmale", schreibt Newman (zit. in: ebd. 197.) Genau darin unterscheide sich Bildung von Lehr-Unterrichts- und Forschungsstätten, "denen es mehr um Ausbildung vestimmter Fähigkeiten als um universale Bildung gehe." (Ebd. 175)
Doch dies trifft eben auch auf die Schule zu, die ja junge Menschen zur Studierfähigkeit (aus-) bilden soll. Gerade in der aktuellen Bildungsdebatte kann man immer wieder diese Elemente finden, wie der Artikel von Sybille Volkholz beweißt. Ausgerechnet die Bundesbildungsministerin Annette Schavan wandte sich sich in einem Podiumsgespräch auf der Didakta 2008 in Stuttgart entschieden gegen eine Ökonomisierung von Bildung. Kompetenzen und Fähigkeiten sind wichtig um im späteren Leben - auch in der Berusfwelt - bestehen zu können. Aber das Ziel muss letztlich immer der Mensch und sein Interesse an der Entfaltung seiner Persönlichkeit sein. Bildung darf sich eben nicht an den wirtschaftlichen Interessen orientieren.
Dass diesem "Selbstzweck zur geistigen Weite" die Leistung nicht im Wege steht, das Schüler gefordert und gefördert werden müssen, versteht sich meines Erachtens von selbst, aber eben um der Persönlichkeit willen, und nicht aufgrund eines wie auch immer erhofften oder ersehnten Erfolgs in den Augen der Gesellschaft. Schule darf sich nicht als Erfüllungsgehilfe gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Interessen verstehen, sondern steht einzig und allein im Dienst am Menschen.
Dienstag, Oktober 21, 2008
The American Dream still goes on.......
The recent crisis in the financial world has again triggered the question - and, of course, criticism - of America's leading role in the world and the American Dream. According to Matthias Nass (cf. "Verrat am amerikanischen Traum", in: Die ZEIT No 41, Oct 1, 2008, 4.) we all are involved in this crisis. "Der amerikanische Traum, das ist ja nicht nur die Freiheit, sehr schnell sehr viel Geld zu verdienen. Vielleicht ist er das sogar am wenigsten. Es ist vielmehr der Traum von der Freiheit des Bürgers, seiner Gleichheit, seiner Mitgestaltung des Gemeinwesens, der Ausschöpfung all seiner Talente und Möglichkeiten. Und, nicht zuletzt, von der demokratischen Korrektur gesellschaftlicher und politischer Irrtümer." (Ebd. 4) This dream which is also our dream has been dammaged and betrayed by Bush Administration. And we have to pay the price now. [See also: Jann Ross, "Helden des Rückzugs", in: Die ZEIT N0 41, Oct. 1, 2008, 4]
Michael Nauman doubts (cf. "Der amerikanische Traum" in: Die ZEIT (Nr. 41, 1. Okt.2008, 49f), that the United States and the promise of freedom, individual rights and the pursuit of happiness will be destroyed by the eight years under George Bush and by the current financial crisis . This dreams still exists in at least six different varieties, the oldest being written in the very document which declares America's independence asn well as in the Constitution from 1793.
The second dream , he continues, lays virtually behind the natural borders of the first frontier - the West which promised a new adventure of freedom and individual happiness, a dream which was voiced and symbolized by John Gast's painting Manifest Destiny. Within some 100 years thousand of settlers conquered and tamed this vast continent and thus laid the foundation of the modern political, economic and technological superpower. The West proved t be second challenge for a young and strong nation, whose people thought - and still think - that everything is possible. It is the area where America can regenerate and rejuvenate itself again and again as that famous hero Natty Bumppo in James Fenimore Cooper's Leatherstocking tales, although the price was paid by the genocide of Native Americans and African Slaves.
The third aspect of this dreams lies in the promise of unlimited opportunities where everyone can become rich, a governor or even get into the White House. "Emanzipatorische Träume der Selbstverwirklichung konnten in den USA schneller Wirklichkeit werden als anderswo. Je weiter weg von den kulturellen, aus Europa mitgeschleppten Bindungen der Ostküste, umso besser. Kaliforniens Lebensstil, California Dreaming in den Worten der Mamas and the Papas, der kultivierte Jacuzzi-Hedonismus, die Religionsfreiheit im Supermarkt der Sekten und alternative Lebensstile, homosexuelle Emanzipation, Scheidungen à la carte und Massenmobilität (»Der typische Kalifornier ist ein zweitüriger Chevrolet«, so ein Spötter in den fünfziger Jahren): Dies alles kulminierte in den sechziger Jahren in der kurzlebigen messianischen Hippie-Euphorie – und endete schließlich um die Jahrtausendwende in einem politischen Katzenjammer, in der Blüte eines neuen kalifornischen Erwerbszweigs, dem privaten Betrieb von Zuchthäusern." (Ebd. 50)
Dream No 4 and 5 seem to have been destroyed or have become nightmare - from America's defeat in Vietnam to Bush's war in Iraque and the small happy dream of evey citizen owning his own house.
The last probably the most important dream is the belief of leading politician and intellectuals, so Michael Nauman, in the power of regeneration in the spirit of those people who once framed the Constitution. "Und wer wollte leugnen, dass diese erstaunliche Fähigkeit das gelöste Rätsel des amerikanischen Traumes ist?" (Ebd. 50 ). As Al Gore once stated druing his campaign fpr presidency: What makes America strong is the belief in its values dan tradtitions.
Michael Nauman doubts (cf. "Der amerikanische Traum" in: Die ZEIT (Nr. 41, 1. Okt.2008, 49f), that the United States and the promise of freedom, individual rights and the pursuit of happiness will be destroyed by the eight years under George Bush and by the current financial crisis . This dreams still exists in at least six different varieties, the oldest being written in the very document which declares America's independence asn well as in the Constitution from 1793.
The second dream , he continues, lays virtually behind the natural borders of the first frontier - the West which promised a new adventure of freedom and individual happiness, a dream which was voiced and symbolized by John Gast's painting Manifest Destiny. Within some 100 years thousand of settlers conquered and tamed this vast continent and thus laid the foundation of the modern political, economic and technological superpower. The West proved t be second challenge for a young and strong nation, whose people thought - and still think - that everything is possible. It is the area where America can regenerate and rejuvenate itself again and again as that famous hero Natty Bumppo in James Fenimore Cooper's Leatherstocking tales, although the price was paid by the genocide of Native Americans and African Slaves.
The third aspect of this dreams lies in the promise of unlimited opportunities where everyone can become rich, a governor or even get into the White House. "Emanzipatorische Träume der Selbstverwirklichung konnten in den USA schneller Wirklichkeit werden als anderswo. Je weiter weg von den kulturellen, aus Europa mitgeschleppten Bindungen der Ostküste, umso besser. Kaliforniens Lebensstil, California Dreaming in den Worten der Mamas and the Papas, der kultivierte Jacuzzi-Hedonismus, die Religionsfreiheit im Supermarkt der Sekten und alternative Lebensstile, homosexuelle Emanzipation, Scheidungen à la carte und Massenmobilität (»Der typische Kalifornier ist ein zweitüriger Chevrolet«, so ein Spötter in den fünfziger Jahren): Dies alles kulminierte in den sechziger Jahren in der kurzlebigen messianischen Hippie-Euphorie – und endete schließlich um die Jahrtausendwende in einem politischen Katzenjammer, in der Blüte eines neuen kalifornischen Erwerbszweigs, dem privaten Betrieb von Zuchthäusern." (Ebd. 50)
Dream No 4 and 5 seem to have been destroyed or have become nightmare - from America's defeat in Vietnam to Bush's war in Iraque and the small happy dream of evey citizen owning his own house.
The last probably the most important dream is the belief of leading politician and intellectuals, so Michael Nauman, in the power of regeneration in the spirit of those people who once framed the Constitution. "Und wer wollte leugnen, dass diese erstaunliche Fähigkeit das gelöste Rätsel des amerikanischen Traumes ist?" (Ebd. 50 ). As Al Gore once stated druing his campaign fpr presidency: What makes America strong is the belief in its values dan tradtitions.
Samstag, September 27, 2008
"Der Baader-Meinhof-Komplex" kommt in die Kinos
Der Film "Der Baader-Meinhof-Komplex" ist angelaufen, nachdem er letzte Woche kurz vor der Premiere für den Oscar besten ausländischen Films nominiert wurde.
Während der Spiegel auf dem Titelblatt der gedruckten Ausgabe von der Zerstörung des Mythos RAF spricht, sind andere Blätter eher kritisch, was die Entmythologisierung der RAF angeht. So bezeichnet Michael Althen in seiner Filmkritik im Feuilleton der FAZ (Nr. 224 v. 24. September 2008, S. 33) den Film als Politporno. Er bestehe "....nur aus Höhepunkten - der Rest ist Hummersuppe. Er verhält sich zu einem komplexeren Film wie ein Porno zum Liebesfilm. Wo der eine weiß, wie kompliziert die Dinge liegen, kennt er nur Eskalation. Das ist das Gegenteil von Haltung. Und deswegen sieht der Film die Terroristen am Ende eben doch so, wie sie nie waren."
Auch der frühere Innenminister Gerhard Baum weist daruf hin, dass der Film keine neue Erkenntnisse vermittle. Darüber hinaus warnt er: "Der nichtinformierte Besucher könnte das Kino mit der irrigen Ansicht verlassen, er habe nun die Geschichte des deutschen Terrorismus gesehen. Wichtige Zeitumstände bleiben leider ausgeblendet..." [Baum 2008, Es war kein Krieg, in. Die Zeit Nr. 39 - 18.09.08, 50). Der Film sei "gut gemacht", werde die Debatte sicherlich um die RAF neu entfachen, jedoch nicht verändern. [Vgl. ebd. 49]. Dennoch zeigt er sich von der Realtitäsnähe, mit der in beklemmenden Szenen die Taten nachgespielt werden. Es ist kein Dokumentarfilm im eigentlichen Sinne, aber ein von realen Ereignissen geprägter Film. Wir sind unmittelbar dabei, wenn auf Ohnesorg, Dutschke, Buback, Ponto und andere geschossen wird. Wir werden zu Zeugen der Zwangsernährung von Holger Meins, der trostlosen Situation der Täter in der isolierten Einzelhaft oder der kommunenartigen Gemeinschaft in Stammheim. Der ganze Film besteht aus Szenen, die mich Ereignisse aus nächster Nähe nacherleben lassen, um die ich zwar wusste, die ich aber nie gesehen hatte. Die Fantasie wird lebendig: Wir haben damals die Tatorte gesehen, aber nicht die Ausführung der Taten, deren Brutalität uns so tief getroffen hat. [vgl. eb.d 49]
Gestern habe ich mir den Film dann selbst angesehen und ich muss sagen, ich war beeindruckt, auch von der schauspielerischen Leistung. Anfangs konnte ich jedenfalls die Wut nachvollziehen. Die Studentenrevolte hatte ja durchaus auch berechtigte Wurzeln. Er erinnerte mich an den Film "Ich bin ein Elefant, Madame" von Peter Zadek, den ich damals aus 15jähriger Schüler auf einem SMV-Filmnachmittag sah. Erst später las ich die Romanvorlage von Thomas Valentin, Die Unberatenen". Der immer wieder zitierte Satz von Brigitte Mohnhaupt am Ende des zur Entmythologiserung des RAF Hört auf sie zu sehen, wie sie nicht waren" war für mich stimmig. Ich konnte das Abgleiten in der Terrorismus, vor allem von Ulrike Meinhof nicht nachvollziehen. Sie sind überdrehte und hysterische Irregeleitete, denen es nur noch ums Töten ging. ICh erinnere mich an den Morgen, als ich erfuhr, dass Baader, Ensslin und Raspe sich umgebracht haben, an eine große Erleichterung.
Was der Film allerdings nicht konsequent erzählt ist die zunehmende Panik des Staates, der unter der Bedrohung Grundrechte beschädigte. " Es wäre gut gewesen", sagt Baum, "wenn der Film auch den im Ausnahmezustand der Angst ins Wanken geratenen Rechtsstaat thematisiert hätte." [ebd. 50]Dieses Thema wurde meines Erachtens besser in "Stammheim" (1985) verfilmt.
Dennoch muss man den Film gesehen haben, zeigt er doch, wenn auch bruchstückhaft, wichtige Ereignisse in der jüngsten Geschichte der Bundesrepublik. Ob jüngere Leute diesen Film, jenseits des Actionspektakels, verstehen, bleibt abzuwarten. Wir sollten gesprächsbereit sein.
Dokumentation über die Baader-Meinhof Gruppe
Während der Spiegel auf dem Titelblatt der gedruckten Ausgabe von der Zerstörung des Mythos RAF spricht, sind andere Blätter eher kritisch, was die Entmythologisierung der RAF angeht. So bezeichnet Michael Althen in seiner Filmkritik im Feuilleton der FAZ (Nr. 224 v. 24. September 2008, S. 33) den Film als Politporno. Er bestehe "....nur aus Höhepunkten - der Rest ist Hummersuppe. Er verhält sich zu einem komplexeren Film wie ein Porno zum Liebesfilm. Wo der eine weiß, wie kompliziert die Dinge liegen, kennt er nur Eskalation. Das ist das Gegenteil von Haltung. Und deswegen sieht der Film die Terroristen am Ende eben doch so, wie sie nie waren."
Auch der frühere Innenminister Gerhard Baum weist daruf hin, dass der Film keine neue Erkenntnisse vermittle. Darüber hinaus warnt er: "Der nichtinformierte Besucher könnte das Kino mit der irrigen Ansicht verlassen, er habe nun die Geschichte des deutschen Terrorismus gesehen. Wichtige Zeitumstände bleiben leider ausgeblendet..." [Baum 2008, Es war kein Krieg, in. Die Zeit Nr. 39 - 18.09.08, 50). Der Film sei "gut gemacht", werde die Debatte sicherlich um die RAF neu entfachen, jedoch nicht verändern. [Vgl. ebd. 49]. Dennoch zeigt er sich von der Realtitäsnähe, mit der in beklemmenden Szenen die Taten nachgespielt werden. Es ist kein Dokumentarfilm im eigentlichen Sinne, aber ein von realen Ereignissen geprägter Film. Wir sind unmittelbar dabei, wenn auf Ohnesorg, Dutschke, Buback, Ponto und andere geschossen wird. Wir werden zu Zeugen der Zwangsernährung von Holger Meins, der trostlosen Situation der Täter in der isolierten Einzelhaft oder der kommunenartigen Gemeinschaft in Stammheim. Der ganze Film besteht aus Szenen, die mich Ereignisse aus nächster Nähe nacherleben lassen, um die ich zwar wusste, die ich aber nie gesehen hatte. Die Fantasie wird lebendig: Wir haben damals die Tatorte gesehen, aber nicht die Ausführung der Taten, deren Brutalität uns so tief getroffen hat. [vgl. eb.d 49]
Gestern habe ich mir den Film dann selbst angesehen und ich muss sagen, ich war beeindruckt, auch von der schauspielerischen Leistung. Anfangs konnte ich jedenfalls die Wut nachvollziehen. Die Studentenrevolte hatte ja durchaus auch berechtigte Wurzeln. Er erinnerte mich an den Film "Ich bin ein Elefant, Madame" von Peter Zadek, den ich damals aus 15jähriger Schüler auf einem SMV-Filmnachmittag sah. Erst später las ich die Romanvorlage von Thomas Valentin, Die Unberatenen". Der immer wieder zitierte Satz von Brigitte Mohnhaupt am Ende des zur Entmythologiserung des RAF Hört auf sie zu sehen, wie sie nicht waren" war für mich stimmig. Ich konnte das Abgleiten in der Terrorismus, vor allem von Ulrike Meinhof nicht nachvollziehen. Sie sind überdrehte und hysterische Irregeleitete, denen es nur noch ums Töten ging. ICh erinnere mich an den Morgen, als ich erfuhr, dass Baader, Ensslin und Raspe sich umgebracht haben, an eine große Erleichterung.
Was der Film allerdings nicht konsequent erzählt ist die zunehmende Panik des Staates, der unter der Bedrohung Grundrechte beschädigte. " Es wäre gut gewesen", sagt Baum, "wenn der Film auch den im Ausnahmezustand der Angst ins Wanken geratenen Rechtsstaat thematisiert hätte." [ebd. 50]Dieses Thema wurde meines Erachtens besser in "Stammheim" (1985) verfilmt.
Dennoch muss man den Film gesehen haben, zeigt er doch, wenn auch bruchstückhaft, wichtige Ereignisse in der jüngsten Geschichte der Bundesrepublik. Ob jüngere Leute diesen Film, jenseits des Actionspektakels, verstehen, bleibt abzuwarten. Wir sollten gesprächsbereit sein.
Dokumentation über die Baader-Meinhof Gruppe
Samstag, September 20, 2008
Rundbrief Nr 1 - Zum Schuljahresbeginn
Liebe Schülerinnen und Schüler, die Ferien sind vorbei und waren mal wieder viel zu kurz. Das neue Schuljahr steht vor der Tür mit neuen An-und Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, vor allem, wenn das Abitur vor der Tür steht. Denkt daran, dass es auch ein Leben nach den Noten gibt. Dazu hier ein paar Tipps.
Tipp 1: Im Wilhelma-Theater in Stuttgart wird ab dem 10. Oktober "Wie es Euch gefällt" von William Shakespeare gespielt. Vielleicht können wir ja gemeinsam eine Aufführung besuchen.
Tipp2: Wer den Film noch nicht gesehen hat, muss ihn unbedingt sehen - The Dark Knight.
Zum Schluss noch eine kleine Geschichte zum Thema Glück, die ich heute zufällig gefunden habe. Sie betrifft nicht nur die Seminarkursteilnehmer. "Es waren einmal zwei Schüler, die hatten es satt, in die Schule zu gehen. In einem alten Buch hatten sie gelesen, am Ende, der Welt gäbe es einen Ort, wo man das Glück, das große Glück finden würde. Es wäre nämlich der Ort, an dem sich Himmel und Erde berührten. Sie beschlossen, sich auf den langen Weg zu machen und nicht umzukehren, bis sie diesen Ort gefunden hätten. So durchwanderten sie die Welt, bestanden unzählige Gefahren und immer wieder begegneten ihnen Leute, die sie von ihrem Weg abbringen wollten. Oft waren sie dabei, umzukehren und auf-zugeben. Eine Tür sei dort, so hatten sie gelesen, man brauche nur anzuklopfen - dann sei man am Ort des großen Glücks. Schließlich fanden sie, was sie suchten. Sie klopften an die Tür. Mit zitterndem Herzen sahen sie, wie sie sich öffnete. Und als sie eintraten, standen sie an dem Ort, von dem sie losgezogen waren - in ihrem Klassenzimmer. Da begriffen sie: Der Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren, der Ort, wo man glücklich wird, befindet sich an der Stelle, die Gott uns jetzt und heute zugewiesen hat." (aus dem Mitteilungsblatt Ebersbach) Ich wünsche Euch allen eine guten Start, viel Erfolg und die Fähigkeit Schwierigkeiten und Niederlagen als Herausforderung zum persönlichen Wachstum zu sehen. Und natürlich....... Ich freue mich auf Euch. Herzliche Grüße, Euer Christoph Grießhaber P.S. Vielleicht schaut Ihr Euch mal unser Glücksblog an.
Tipp 1: Im Wilhelma-Theater in Stuttgart wird ab dem 10. Oktober "Wie es Euch gefällt" von William Shakespeare gespielt. Vielleicht können wir ja gemeinsam eine Aufführung besuchen.
Tipp2: Wer den Film noch nicht gesehen hat, muss ihn unbedingt sehen - The Dark Knight.
Zum Schluss noch eine kleine Geschichte zum Thema Glück, die ich heute zufällig gefunden habe. Sie betrifft nicht nur die Seminarkursteilnehmer. "Es waren einmal zwei Schüler, die hatten es satt, in die Schule zu gehen. In einem alten Buch hatten sie gelesen, am Ende, der Welt gäbe es einen Ort, wo man das Glück, das große Glück finden würde. Es wäre nämlich der Ort, an dem sich Himmel und Erde berührten. Sie beschlossen, sich auf den langen Weg zu machen und nicht umzukehren, bis sie diesen Ort gefunden hätten. So durchwanderten sie die Welt, bestanden unzählige Gefahren und immer wieder begegneten ihnen Leute, die sie von ihrem Weg abbringen wollten. Oft waren sie dabei, umzukehren und auf-zugeben. Eine Tür sei dort, so hatten sie gelesen, man brauche nur anzuklopfen - dann sei man am Ort des großen Glücks. Schließlich fanden sie, was sie suchten. Sie klopften an die Tür. Mit zitterndem Herzen sahen sie, wie sie sich öffnete. Und als sie eintraten, standen sie an dem Ort, von dem sie losgezogen waren - in ihrem Klassenzimmer. Da begriffen sie: Der Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren, der Ort, wo man glücklich wird, befindet sich an der Stelle, die Gott uns jetzt und heute zugewiesen hat." (aus dem Mitteilungsblatt Ebersbach) Ich wünsche Euch allen eine guten Start, viel Erfolg und die Fähigkeit Schwierigkeiten und Niederlagen als Herausforderung zum persönlichen Wachstum zu sehen. Und natürlich....... Ich freue mich auf Euch. Herzliche Grüße, Euer Christoph Grießhaber P.S. Vielleicht schaut Ihr Euch mal unser Glücksblog an.
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