Mittwoch, Mai 26, 2010

"Chinesen sollen auf Stäbchen verzichten". Über das Buch von Th.L. Friedman Was zu tun ist.

Laut einer Kolumne in der China Daily vom Oktober 2005 sollten Chinesen nicht mehr mit Städchen, sondern mit den Fingers essen, da dafür 1,66 Millionen Kukiometer Holz verbraucht würden. Dieses Beispiel und viele weitere Analysen findet man im Buch von Thomas L. Friedman Was zu tun ist. Eine Agenda für das 21. Jahrhundert.

Friemdan's Kerngedanke ist, dass Amerika ein Problem habe, da es die Orientierung verloren habe, und auch die Welt, da "sie heiß, flach und überbevölkert" sei. [Friedman, 2010, 14]. Friedman sagte in einem Interview mit Fareed Zakaria: "You're absolutely right--it is about two things. The book says, America has a problem and the world has a problem. The world's problem is that it's getting hot, flat and crowded and that convergence--that perfect storm--is driving a lot of negative trends. America's problem is that we've lost our way--we've lost our groove as a country. And the basic argument of the book is that we can solve our problem by taking the lead in solving the world's problem." [Thomas Friedman and Fareed Zakaria: Author One-to-One]

Sein Vorschlag: einen Code Green [ebd. 15] für Amerika, aber auch für die Welt. "Für mich bedeutet, dass Amerika weltweit die Führung übernimmt bei Innovationen im bereich sauberer Energie und energiesparender Systeme wie auch bei der Entwicklung einer Ethik der Bewahrung der natürlich Welt, die immer stärken Gefahren ausgesetzt ist." So diagnostiziert Friedman im ersten Teil die Herausforderunden, vor denen die Welt steht, während er im zweiten Teil darzulegen versucht, wie diese Herausforderungen bestanden werden können. [vgl. eb.d 16. Amerika sei immer da am stärksten und einlussreichsten, "wenn es Innovation und Inspiration, die Schaffung von Reichtum und die Förderung der Menschenwürde das Streben nach großern Profit und das Bemühen um die Lösung großer Probleme miteinander verbindet." [eb.d 15]. Hier ist ein Interview mit dem Autor auf youtube.

Mehr Leistung durch Notendruck.

Immer wieder hörte man u.a von Hirnforschern wie Manfred Spitzer, dass das Gehirn von Natur aus neigierig sei, und Wissen und Erkenntniszuwachsa das Belohnungzentrum aktiviere und glücklich mache. Man spricht hier von intrinsischer Motivation. Aber offensichtlich liegt die Sache etwas komplizierter, wie Eva Tenzer berichtet [Siehe Gute Noten für Schulnoten, in: PH 10, 2010, 10. ] Laut neuesten Studien der Unis von Kassel und Osnabrück führten Notendruck zu besseren Leistungen, da Lernen unter Notendruck zu intensiverem Lernen motviere und damit zu besseren Leistungen. Ebenso kaann die Zusammenarbeit unter den Schülern gefördert werden. Also stimmt es doch, dass Schüler ohne Noten nicht lernen (wollen)?!

Montag, Mai 24, 2010

Religion als unterbrechender Hebel - Bedeutung von Bildung

Während des ökumenischen Kirchentages in München 2010 besuchte ich eine Veranstaltung mit dem Erzbischof von München Reinhard Marx. Das Thema war "(a)soziale Marktwirtschaft". Reinhard Marx hat auf dem Podium nochmals dargestellt, wie wichtig die soziale Marktwirtschaft heute ist, und dass wir sie auf keinen Fall aufgeben dürfen angesichts der Bedrohungen der Arbeitnehmer durch die gegenwärtige Finanz-und Eurokrise. Ziemlich "zornig" gemacht hat mich dann auch ein Beitrag des Unternehmers Rodenstock, der davon sprach, dass die Marktwirtschaft eigentlich immer sozial sei. Jedenfalls hat mich die Veranstaltunger ermutigt mir Das Buch von Reinhard Marx mit dem Titel Das Kapital zu kaufen.

Ein Aspekt hat mich dabei besonders beschäftig nämlich das Thema Bildung im Zusammenhang mit der Frage nach der sozialen Gerechtikeit. Mit John Henry Newman - siehe seine Idea of a University - bin ich schon immer der Meinung gewesen, dass Bildung seinen Zweck in sich selbst trägt und nicht ökonomisiert werden darf. Auch Erzbischof Marz wendet sich dagegen, "Bildung nur unter wirtschaftlichen Verwertungsgesichtspunkten zu betrachten". (Marx, 2008, 206f). In Anlehnung and Humboldt und dem Humanismus schreibt Marx: "Bildung dient....nicht primär äußeren Zwecken, sondern der inneren Menschwerdung." Und weiter führt er aus: "Zur Bildung gehört auch Sport, gehört auch Bildung des Herzens, gehören Musik, Literatur und Kunst - und vor allem Muße. [...] Das Beste, was Bildung leisten kann, ist Menschen in klaren Wertehaltungen zu verwurzeln, sie zu beziehungsfähigen, innerlich reichen Persönlichkeiten zu bilden." (Marx, 2008, 207f) Er plädiert neben der Bildungsökonomie dringend für die Ausbildung einer Bildungsethik. Bezugnehmend auf einen Vortrag von Leo J. O'Donovan 2000 in Berlin ist die Religion - und demnach auch der Religionsunterrichts - "der unterbrechende Hebel", da sie [die Religion] "sich nicht auf Funktionalität beschränken lässt und in ihrem Bezug auf Gott, der außerhalb der Funktionalisierung liegt, der zunehmenden Beschleunigung Grenzen setzt." (ebd. 209)

Donnerstag, Dezember 03, 2009

SEM: Das Mahl: Themrock - Der Mann aus der Steinzeit

Ein wahrhaft provokativer Film als Gesellschaftskritik: "Der "fröhliche Proletarier" Themroc (Michel Piccoli) hat genug: Von seinem öden 9 to 5-Job, von seiner sexuellen Frustration, und von seiner alten Mutter, bei der er immer noch wohnt. Da hilft nur noch der Vorschlaghammer. Mit selbigem schlägt er ein Loch in die Mauer seiner Wohnung, wirft die Einrichtung in den Hof und beginnt ein neues Leben als Steinzeitmensch. Die heiß begehrte Schwester macht sich's ebenfalls gemütlich in Themrocs kleiner Wohnhöhle, Nachbarn betrachten das inzestiöse Spektakel nicht ohne Wohlwollen, und als sich der Hunger meldet, wird kurzerhand ein Polizist am Spieß gebraten ..." [Filmtipps.at] Hier seht Ihr ein Ausschnitt aus dem Film.

Donnerstag, November 05, 2009

SEM: Das Mahl: Zwei neue Filme zum Thema

Der erste ist ein Vampirfilm mit dem Titel "Durst".
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Dazu schreibt Katja Nicodemus in ihrer Filmkritik Schlachtfeld der Liebe:

"Ein Kinogenre, das im Wesentlichen um den gewaltsamen Austausch von Körperflüssigkeit kreist, ist vor allem eines: eine drastische Liebesmetapher. Mit blutverschmierten Lippen, durchbohrten Arterien und gierigen Saugbewegungen erzählt der Vampirfilm von den Abgründen des Begehrens, von der Zerstörungs- und Selbstzerstörungskraft der Liebe, aber eben auch von der Sehnsucht nach dem ewigen Leben im Schutze der triebgesteuerten Nacht. Entlang der Blutspur seiner Helden erkundet er die morbide Wahrheit, die entfesselte Unterseite der Zivilisation. Seine Schattenwelten sind der schwarze Spiegel all dessen, was verdrängt und sublimiert wird."

Der zweite Filmtipp ist ein Ökothriller, der die japanische Fischindustrie mit ihren obskuren Fangmethoden an den Pranger stellt - "Die Bucht"


Dazu Kai Müller in seinem Artikel Flippers Fluch "Psihoyos kommt mit O'Barrys Hilfe einem Lebensmittelskandal auf die Spur. Obwohl Delfinfleisch wegen seines hohen Quecksilberanteils für den Menschen pures Gift ist, gelangt es – als Walfleisch deklariert – in die Tiefkühltruhen der Supermärkte. An diesem Verbrechen werden sich Japaner verschlucken."

Samstag, September 12, 2009

SEM: Das Mahl: Kochen mit Meryl Streep: "Julie & Julia"

Seit letzter Woche ist der Film "Julie & Julia" in den Kinos angelaufen. Er handelt von der amerikaischen Spitzenköchin Julia Child. Hier ist der Trailer:

"Hier geht es nicht um den Zwang zum Essen als tägliche Begierde, sondern um eine wahrhaft meditative Angelegenheit, die den Zuschauer, in diesem Fall mich, dazu verführt, nicht immer an Perfektion im Detail, an Punkte, Sterne und Ruhm zu denken, sondern an die Lust am Handwerk. Tatsächlich ist dieser Film in mancher Hinsicht therapeutisch, nicht nur für einen Sternekoch, " schreibt der Spitzenkoch Tim Raue in Die Zeit. [mehr....] Eigentlich ein Muss für unseren Seminarkurs

Montag, August 24, 2009

Tarantino's Inglorius Basterds jetzt im Kino

Um es gleich vorweg zu sagen, ich fand den Film einfach toll, witzig, schräg und sehr spannend inszeniert. Vor allem die Schnittttechnik hatte es mir angetan.


"Als Unterhaltung bietet Inglourious Basterds schräge Fantasy und amoralisches Amüsement – also die Quintessenz von Hollywood, obwohl Tarantino gewohnt genüsslich mit einigen Faustregeln der Traumfabrik bricht: So wird in der Originalversion mehr Deutsch und Französisch gesprochen als Englisch, was viele sprachspielerische Kabinettstücke ermöglicht (die Synchronfassung ruiniert einige unweigerlich wieder, weil auch das Englische auf Deutsch übersetzt ist)", schreibt Christoph Huber. Und David Kleingers urteilt in seinem Artikel Spiel mir das Lied vom Apfelstrudel auf Spiegel-online: "Quentin Tarantino mag oft nerven mit seinem nur notdürftig als Prahlerei getarnten Gequengel, ihn doch bitte als legitimen Nachfahren seiner heißgeliebten Auteurs ernst zu nehmen. Auch in "Inglorious Basterds" findet sich die kaum ironisch gebrochene Feststellung, dass hier ein Meisterwerk zu bewundern sei - doch diesmal hat Tarantino mit dem visuellen Gedächtnis eines Elefanten, der Subtilität einer Dampfwalze und seiner aufrichtigen Leidenschaft für das Weltkino tatsächlich etwas geschaffen, von dem nach dem Abspann weit mehr als die Summe der einzelnen Teile bleibt." [mehr über Tarantiono und die Nazi von Georg Seßlen]. Mehr Szenen:
1. Interrogation                                                 2. The Restaurant Scene
 
Für die Behandlung im Unterricht siehe Lesetipp der Stiftung-Lesen.de

Mittwoch, August 12, 2009

Die Zukunft der Bildung

Welche Art von Bildung brauchen wir? Einige fordern im Zeichen der Globalisierung, was dem Arbeitsprozess dient und wenden sich gegen Allgemeinbildung. Andere hingegen wollen zurück zum Humboldtschen Ideal. Welche Funktionen haben Qualifikationen und Soft Skills, Kompetenzen und Fachwissen? Laut Andreas Huber kann Howard Gardner mit seinem Konzept der Five Minds for the Future Auskunft geben, was Bildung ist (36f). 1. Diszipliniertes Denken - Konzentraionsfhigkeit, Expertentum durch Aneignung von Faktenwissen und Beherrschug de grundlegenden Disziplinen; 2. synthetisches Denken (38); 3. Kreatives Denken, 4. Respektvolles Denken, 5. ethisches Denken.(39.) „Die Zukunft der Bildung kann nur in einer umfassenden Persönlchkeitsbludng bestehene.. Fachlich hochentwickeltes, kreatives Denken und Handeln, geistige Flexiblität und breite Lernfähigkeit sind kein Selbstzweck. Sie werden getragen von einer Pesönlichkeit mit hoher Sozialkompetenz und ethisch fundierter Werthaltung“ (39). Siehe dazu auch „Wir leiden immer noch an den Folgen einer rigiden Erziehungsmoral, Gespräch mit Rolf Arnold, in: ebd. 40f. Laut Arnold sei Kompetenzbildung notwendig um Bildung genauer fassen zu können. „Bildung ist Selbststeuerungs- und Problemlösungsfähigkeit, Kritik- und Selbstreflexions- und auch Solidarisierungsfähigkeit.“ (41) [Andreas Huber, Das Wissensquintett: Fünf Intelligenzen für das 21. Jahrhundert, in PH 07, 2009, 36ff]

Das Heilige: Auf der Suche nach spirituellen Orten

Was ist uns heilig? Gibt es so etwas wie besondere Orte? "Was ist ein heiliger Ort? Für die Religionen fungiert er als wichtiges Symbol und als Stätte zur Ausübung bestimmter Rituale. Doch darüber hinaus gibt es Orte, die eine ganz besondere Wirkung auf uns haben, ohne dass wir dies näher erklären könnten. Manchmal sind es außergewöhnlich schöne Plätze in der Natur (hier zu sehen ist einer der Smaragdseen in Neuseeland, eine heilige Stätte der Maoris)." Katrin Zabel zeigt uns solche Orte in einer Bildergalerie auf Zeit-Online.

Mittwoch, Juni 24, 2009

SEM: Das Mahl: Essen und Genuß: Streicheln Sie die Currywurst!

Auf Spiegel-Online gibt es eine interessante Rubrik names Werners Essecke. Einer der Artikel handelt von des Deutschen liebsten Wurst - Die Currywurst, die es zu streicheln lohne.  "Man muss sie nicht mögen: Die Currywurst, mit kruder Gewürzmischung gedopter schrumpeliger Bratling, ist der Renner in bundesdeutschen Kantinen. Ein warnendes Wort: Bloß weil etwas scharf und leicht verfügbar ist, sollte man nicht kritiklos zubeißen", schreibt Werner Theurich und gibt dann gleich auch wichtige Tipps über Verzehr und Qualität. "Wenn Sie eine hervorragende natürliche Wurst auf dem Teller haben: Streicheln Sie sie, statt sie mit Chili zu ermorden." [mehr...] Dazu passt dann auch der Song von Herbert Grönemeyer.

Wem die Wurst nicht schmeckt, der kann ja auf Frikadellen umsteigen.

Helge Schneider hat auch Tipps für Vegetarier. Wie wärs dann mit einem:

Weitere Songs übers Essen findet Ihr auf youtube.

Montag, Juni 15, 2009

SEM: Das Mahl: Liebe geht durch den Magen, etwa nicht?

Nicht erst seit Eva Adam jene berühmte Frucht zum Verzehr gab, hängt Liebe, Sexualität und Nahrung eng zusammen. Die erste Nahrungsaufnahme des Kindes geschieht ja an der Mutterbrust. Und vielleicht sind ja solche Verschlingunsgphantasien wie "ich hab Dich zum Fressen gern" mit dieser Urerfahrung von Essen und Liebe grundlegende Erfahrungen. Nan Melliger spricht  in Ihrer Studie "Fleisch" ebenfalls von diesem Zusammenhang, was ihre Kapitelüberschriften "Mann isst Fleisch; Frau ist Fleisch" nahe legt. Erinnert sei hier auch an den Film 9 1/2 Wochen. Hier ist ein kleine Bildergalerie zu diesem Thema Verführung und Essen mit dem Titel "Sex Food: Essen, das Lust macht" . [mehr....].

Dienstag, Juni 09, 2009

SEM: Pursuit of Happiness:

Laut neuesten Untersuchungen macht der Verzehr von Fast Food und Soft Drinks Kinder zwar dick, aber auch glücklicher, wie die neueste Studie Childhood Obesity and Unhappiness -the influence of soft drinks and fast food consumption, Edited by Hung-Hao Chang & Rodolfo M. Nayga Jr. des "Journal of Happiness Studies" zeigt,  [mehr.....], was die Herausgeber  von Zeit wissen (vgl. Ausgabe Nr. Juni/Juli 2009, 45).  zur Bemerkung veranlasst, damit sei ein "neue Form von Alternativmedizin gefunden....Zur Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bei McDonald's an der Kasse." Dennoch scheint etwas dran zu sein. Gesunde Nahrung "mache Kinder unglücklicher", so die Studie [mehr....]. Wenn es also einen so deutlichen Zusammenhang gebe, so müsse man das berücksichtigen bei "Maßnahmen und Programme, die eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Kindern anstreben..., um eine Reduzierung von Gewichtsproblemen bei Kindern zu erreichen, ohne dass dies auf Kosten ihrer Zufriedenheit geht." [mehr...]

Vielleicht ist man mit einem Super Wopper noch besser drauf. Wie wärs: das nächste Seminarkurstreffen bei Burgerking?

Mittwoch, April 15, 2009

SEM: Pursuit of Happiness:Wie werde ich glücklich?

Zu Zeit werden ja immer mehr Bücher und Artikel zum Thema "Glück" veröffentlicht (siehe Wie werde ich glücklich?). Gerade habe ich ein Diskussionsforum zu diesem Thema gefunden, das auch für uns interessant sein könnte. Vielleicht hat ja jemand auch Lust mitzudiskutieren. Hier ist der Link zur Seite der "diegesellschafte.de" mit dem Thema "Konsum & Glück". Viel Spaß!

SEM: Pursuit of Happiness: Was ist Glück?

Zu Zeit werden ja immer mehr Bücher und Artikel zum Thema "Glück" veröffentlicht (siehe Wie werde ich glücklich?). Gerade habe ich ein Diskussionsforum zu diesem Thema gefunden, das auch für uns interessant sein könnte. Vielleicht hat ja jemand auch Lust mitzudiskutieren. Hier ist der Link zur Seite der "diegesellschafte.de" mit dem Thema "Konsum & Glück". Viel Spaß!

Dienstag, März 17, 2009

Winnenden und was wir daraus lernen können

"Die Bilder gleichen einander auf fatale Weise. Wie zuvor in Emsdetten und Erfurt sehen wir in Winnenden weinende Schüler, die sich in den Armen liegen. In den Gesichtern der Erwachsenen steht Fassungslosigkeit und tiefe Trauer geschrieben. Polizeibeamte zeichnen minutiös die Blutspur nach, die Tim K. in Winnenden und Wendlingen hinterlassen hat, ringen aber nach Worten, wenn sie das Unerklärliche erklären sollen. " Mit diesen Worten beginnt der Kommentar von Stefan Dietrich in der FAZ zum Amoklauf von Winnnenden [Menschliche Zeitbomben, 13. März 200,1]. Und auch die Reaktionen sind die gleichen. Politiker fordern schärfere Waffengesetze, Polizeigewerkschaften mehr Kontrollen an den Schule [vgl. Schäuble lehnt schärferes Waffengesetzt ab, in: FAZ vom 13. März 2009, 2; Stefan Dietrich, a.a.O, 1] und natürlich fällt der Generalverdacht wieder auf Killerspiele wie Counterstrike. So fordert Medienpsychologe Helmut Lukesch eine Ächtung "aggressiver Killerspiele" [Marco Dettweiler, in: FAZ v. 13. März 2009, 2]. Es sei kein kultureller Verlust, wenn solche Spiele vom Markt genommen würden.

Was mich am meisten beschäftigt ist das Verhalten der Medien, die ja gerade von solcher Gewaltdarstellung leben. Oder wie soll man die Tatsache einschätzen, dass ein Video gezeigt wird, in der zuerst Tim K. von Polziekugeln niedergestreckt und dann sich selbst tötend gezeigt wird? Im Unterrichtswerk Challenge 21 zum Thema Medien gibt es einen Text.....

Wie auch immer, offensichtlich gibt es nun immer mehr Hinweise, dass der Amok länger vorbereitet wurde [vgl. Verfahren gegen den Vater von Tim K. wahrscheinlich, in: FAZ v. 16.März 2009, 9]. Nun komme heraus, "dass Tim K. bei Gleichaltrigen als Waffennarr bekannt war, nicht nur Tischtennis spielte, sondern sich auch vor aller Augen im Gebrauch von Pistolen übte, im Verborgenen am Computer seine Mordlust auslebte und sich Mitschülern gegenüber, die ihn ständig mobbten, zunehmend zurückzog. Das ist genau die Art von „Unauffälligkeit“, die „sämtliche Alarmglocken schrillen“ lassen müsste, sagt der Bremer Hirnforscher Roth." [Menschliche Zeitbomben, ebd, 1]. Es habe aber keine Alarmsystem weder in der in der Schule noch im Elternhaus des Täters gegeben.

Was aber kann die Schule tun? Die Ordinariatsrätin Dr. Magalena Seeliger schreibt in ihrem Brief an die Religionslehrer: "Liebe Religionslehrerinnen und Religionslehrer, ich danke Ihnen, dass Sie nicht nur in diesen Tagen Ihren Schülerinnen und Schülern nachgehen,mit ihnen reden, ihnen zuhören und sie begleiten."

Zuhören, da sein, auf Fragen versuchen eine Antwort zu geben,

Zitate von Kottlorz.

Dienstag, März 03, 2009

Neue Medien: Lernen mit Web 2.0

Laut Andreas Huber wird das Internet zunehmend zum vielleicht wichtigsten Medium [Vom Lernen beim Surfen, Gespräch mit John Erpenbeck, in: PsychHeute Nr.11, 2o08, 42]. Seiner meiner nach ist bereits durch die Möglichkeiten des Internets eine Lernrevolution von statten gegangen, hin zu "ganzheitlichen Kompetenzentwicklung" und weg von rein fachlicher Qualifikation [ebd. 42f]. Er versteht Web 2.0 als Kompetenzsoftware. "Da diese neue Web-2.0-Instrumente (E-Portfolios, Wikis, Weblogs etc.)die Bearbeitung von Entscheidungsproblemen in sozial kontroversen, Dissonanzen erzeugenden Kommunikationsformen ermöglich, sind sie ideal geeignet, Kompetenzlernen zu ermöglichen. [ebd.44] Um Ängste und Widerstände abzubauen, bräuchte es "didaktische und methodische Formen udn ein pädagogisches Konzept, das über den bekannten behavioristischen, kognitiven oder konstruktivistischen Ansatz hinausgeht, " [ebd.45] fährt Erpenbeck fort. Damit der Einzelne nicht mehr die notwendigen Erfahrungen selbst machen muss - und auch nicht mehr kann -, müssen die Erfahrungen über Netzwerke, Organisation oder Datenbanken besorgt und den Problemen angepasst werden. Dies wird als "Learning as Network-Creation" bezeichnet [Vgl. ebd. 45. ]

Dienstag, Februar 24, 2009

SEM: Das Mahl: Einführung ins Thema

Der Seminarkurs im Schuljahr 2009/10  wird sich mit dem Thema "Das Mahl - Überlegungen zu einem Ritual zur Nahrungsaufnahme beschäftigen. Dabei werden Fragen wie "Warum essen wir? Warum nicht? Was essen wir, was nicht? Und mit wem? nachgehen.

Zur Sprache kommen dabei sowohl die geisteswissenschaftlichen Disziplinen wie die Geschichtswissenschaft - Überlegungen zur Geschichtes des Essens,. Tischsitten etc.  (vgl hierzu die Ausführungen von Nan Mellinger in ihrem Buch "Fleisch. Ursprung und Wandel einer Lust", Frankfurt 2000) -,  Religionswissenschaften - Opfermahl, Göttermahl, Abendmahl etc. - als auch die Naturwissenschaften, allen voran die Neurobiologie, die sich u.a mit den Auswirkungen des Essen auf unser Gehirn beschäftig (siehe die Studien von Tamas Horvath).
Literarische  Annäherungen (vgl. Franz Kafka's Der Hungerkünstler) oder Aspekte des kulinarischen Kinos (siehe Berlinale 2009.)  bieten vielfältige und interessante Aspekte dieses umfangreichen Themas. [mehr....]. Als der Film zum Thema bietet sich sicherlich umstrittene französische Film Das Große Fressen an.

Nicht zuletzt spielt auch der Kannibalismus, und besonders der Vampirismus in diesem komplexen Thema ein wichtige Rolle. Viele neue Bucherscheinungen, allen voran die Bücher von Stephanie Meyers und der Erfolg des Films "Twilight - Biss zum Morgengrauen" spiegeln dies wieder.

SEM: Das Mahl: Forschungsfragmente 01

1. Essen und Sex: Laut den Forschungen des Neurobiologen Tamas Horvath habe Essen und Sex sehr viel gemeinsam. Er forscht u.a, wie sich das Essverhalten aufs Gehirn auswirkt. Die ganz alten Teile des Gehirns seien nur mit Essen und Sex beschäftigt. Lust auf Sex und Lust auf Schokolade sei von Hormonen im selben Hirnbereich gesteuert, der auch den Eisprung reguliere. "Wenn man verliebt ist, nimmt man ab. Wenn die Beziehung nicht mehr so aufregend ist, legt man wieder zur."  (Stefanie Schramm, Der fünf-Millionen-Euro-Professor, in: Zeit Wissen Nr. 2, 2009, 28ff).

2. Hunger: Zum Thema "Warum essen wir? Warum nicht?" gibt uns Horvath eine Erklärung. Seiner Ansicht nach fördere Hunger die Lernfähigkeit. Der Schlüssel dazu liege im Hormon "Ghrelin". [mehr....]

Donnerstag, November 06, 2008

An important Moment in History - Obama is the 44th President

The American People have spoken. Barak Obama is the new President of the Unitet States and the first Black President. 40 years after Martin King's Assassination some of his dreams have come true. "As the new day dawns in Germany, America is once again dreaming the American dream. It will be a deep, soulful dream after all these restless, dreamless years of terror attacks, reports from the Baghdad front and the collapse of Wall Street. It's a dream about a world without poverty or fear, of a life full of opportunity and devoid of George W. Bush", writes Gabor Steiner in The Resurrection of the American Dream in Spiegel Online International. Here is his Victory speech.


More coverage of this historical Tuesday here...

Donnerstag, Oktober 30, 2008

Doc's Newsletter No 2

„Fragen stellen zu können, ist eine Fähigkeit, die man nie verlernen sollte. Das Lernen und Genießen sind das Geheimnis eines erfüllten Lebens. Lernen ohne Genießen verhärmt, Genießen ohne Lernen verblödet“. (Richard David Precht)

Die ersten Wochen des neuen Schuljahres sind schon wieder rum. Die ersten Herausforderungen standen an, die ersten Schlacht wurden geschlagen. Und vielleicht gab es ja schon den ein oder anderen Sieg in der Schlacht. Ich hoffe jedenfalls, das Schuljahr hat bei Euch allen so begonnen, wie Ihr Euch das vorgestellt habt und Ihr im Sinne des obigen Zitates da Schuljahr bisher so erlebt habt. Dieses Buch möchte ich Euch wärmstens empfehlen, vor allem natürlich den Seminarkurslern, da es so was wie das Basiswerk unseres Seminarkurse werden könnten. Es enthält sogar ein Kapitel über meine Lieblingsserie Star Trek mit dem Titel: Mir Spock liebt. Was sind Gefühle? (vgl. ebd. 74-84)

Bei mir waren die letzen Wochen zwar etwas hektisch, aber insgesamt nicht uninteressant. Zum einen lag das in dem beiden Reisen nach Thüringen und Sachsen mit Abstechern auf der Wartburg bei nach Eisenach, Weimar und natürlich die Fahrt mit den Seminarkurses nach Dresde, zum andern am alltäglich Wahnsinn in der Schule. Aber das kennt ihr ja. Dresden besuchte ich das erste Mal im Jahr 1991, also kurz nach der Wende. Beindruckt hat mich damals die Ruine der Frauenkirche, die ja jetzt wieder in neuem Glanz erstrahlt. Umso weniger kann ich verstehen, dass sich viele Leute im Osten nach den alten Zeiten sehnen. Lest mal hierzu das spannende Dossier „Land ohne Gedächtnis“ in der ZEIT-Online von Stephan Lebert ( ). Was wissen junge Menschen noch von der Zeit vor der Wende. Viele Menschen wollten einfach nicht (mehr) wahrhaben, dass die DDR eine Diktatur war.

Apropos Gedächtnis. Wer sind wir eigentlich? Und was wissen wir über uns? Was macht uns glücklich, und warum? Das ist nicht nur eine Frage nach der Selbsterkenntnis, also die Frage nach dem ICH, dem Bewusstsein usw.. Es ist auch die Frage nach den Wurzeln unseres Volkes. Das ZDF – vielfach gescholten wegen Niveaulosigkeit (siehe unten) – startete am Sonntag eine grandiose Geschichtsreihe - Die Deutschen. Diese Sendungen solltet Ihr Euch ansehen.. Das ist spannender Geschichtsunterricht, der bildet.

Apropos Bildung. Vielleicht habt ihr ja den Skandal miterlebt bei der Verleihung des Fernsehpreises, als Marcel Reich-Ranicki den Preis nicht annahm und eine Debatte um Qualität des Fernsehen anstieß.

Dazu schrieb Christoph Amend: "Marcel Reich-Ranickis Auftritt bei der Fernsehpreis-Gala hat gezeigt, was dem Medium fehlt: Spontaneität, Esprit und Haltung ." Christof Siemens urteilt in der selben Ausgabe: "Die TV-Grabbelkiste ist eine Schule des Sehens. Von Dieter Bohlen lernt man darin genauso viel wie von Marcel Reich-Ranicki." Kurz gesagt, ich finde Reich-Ranicki hat Recht. Wie eine Sendung wie "Deutschland sucht den Superstar" einen Preis bekommt, kann wohl nur an der Quote liegen. Abgesehen von ein paar qualitativ guten Programmen, die leider immer viel zu spät kommen, bekommt das deutsche Publikum, was es verdient. Aber vielleicht sollten die Machen von Big Brother sich wirklich mal die Mühe machen und George Orwell's Nineten Eigthy Four noch mal lesen. Und die Diskussion um Elke Heidenreichs Sendung "Lesen" sagt ja alles. Hab deshalb auch gerade den Film Free Rainer wieder angeschaut. Der ist aktueller den je. Ein Film gegen Trash-TV.

Momentan beschäftigt die Welt neben der globalen Finanzkrise die Frage, wer der nächste amerikanische Präsident werden wird. Nächste Woche wird gewählt. Und vermutlich wird es Barak Obama werden. Dazu habe ich einen Artikel des irischen Schriftstellers Colm Toibin "Wir alle haben diesen Zorn". Er vergleicht Barak Obama mit einem der bedeutendsten afro-amerikanischen Schriftsteller James Baldwin, der mit seinem Roman "Go Tell It On The Mountain" berühmt wurde. Eines meiner Lieblingsbücher ist für mich sein Drama "Blues for Mr Charlie" aus den Sechzigern, in der er der Frage nach geht, ob Amerika den Schwarzen die Annerkennung und Würde zuerkennt, die Ihnen zusteht, kulminiert in der Antwort des schwarzen Predigers Meridian, dessen Sohn von einem Weißer ermordet wurde, weil er ihn angeblich beleidigt hat. „You know, for us, it all began with the Bible and the gun. Maybe it will end with Bidle and the gun. " Nun scheint es 40 Jahre nach der Ermordung Martin Luther Kings einen Präesidenten zu geben, der eine andere Hautfarbe hat, was Hollywood übrigens schon lange thematisiert hat, wenn man z.B an die Staffeln 24 und den schwarzen Präsidenten David Palmer ) denkt. Übrigens hat auch Morgan Freeman bereits den Präsidenten gespielt. Weitere Links dazu: Amerika's Präsidenten im Spuiegel Hollywoods; Das Weiße Haus taugt auch als Studio.

Zum Schluss noch eine Geschichte aus Paul Watzlawikss „Anleitung zum Unglücklichsein“ (1996, 37f).
Die Geschichte mit dem Hammer: "Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht's mir wirklich. — Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er »Guten Tag« sagen kann, schreit ihn unser Mann an: »Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel !«